Tuesday, October 23, 2018   Last Update: 1:28 AM EST
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Leserbriefe

 

Hier finden Sie eine kleine Auswahl der in der gedruckten AMERIKA WOCHE veröffentlichten Leserbriefe. Bitte schicken Sie uns Ihre Meinung unter: info@amerikawoche.com

 
 
 


Große Zweifel an der deutschen “Euro-phorie”

Betr.: Amerika Woche vom 12. Januar „Euro-phorie“. Ich bezweifle, daß die Mehrheit der Deutschen plötzlich umgeschwenkt ist und die unfreiwillige Aufgabe der D-Mark so begeistert hinnimmt, wie Sie das beschrieben haben. Ich vergleiche dieses Verhalten mit dem gewöhnlich am Neujahrstag feststellbaren Freudentaumel, an dem selbst die Menschen teilnehmen, die ein gutes und gesundes Jahr hinter sich haben. Sowohl das Neue Jahr als auch die Einführung des Euro sind voller Ungewißheit und Zweifel, und gerade diesmal gab es nicht den geringsten Grund, diese Zeitenwende voller Erwartung zu feiern. Ich bleibe bei meiner Ansicht, daß der Euro das deutsche Volk in absehbarer Zeit völlig verarmen wird. Die Grundlage jeder guten Währung ist und bleibt die Steuerehrlichkeit oder Steuerzahldisziplin der betreffenden Volksmasse. Außerdem ist das auf den neuen Scheinen erkennbare, möglicherweise absichtliche „künstlerische“ Mischmasch geradezu eine Aufforderung an die jetzt schon eifrigen Falschmünzer. Ich nehme an, daß man später diesen Punkt, also das Überhandnehmen von gefälschten Scheinen als den Grund für den Fehlschlag der Kunstwährung nennen wird. Der Dollar hält schon seit Jahren nur noch mit vielerlei Manipulationen seine Stellung als Weltleitwährung. Den hiesigen Finanzleuten fällt es immer schwerer, diese Schimäre aufrecht zu erhalten. Man weiß das Ende ist nahe. Anbetracht dessen mußte die DM abgeschafft werden.

Hans Schmidt 
Pensacola, FL

 

Die schönste Kleidungn von allen

Betr.: „Laufsteg“, AW vom 25. Januar, Seite 14: Die Überschrift ist äussert passend, habe ich doch schon seit etlichen Jahren das Gefühl, dass sich Sportler vor allem schön fühlen und viel viel Geld verdienen wollen. Wenn die deutschen Athleten im Vorfelde der Olympischen Winterspiele in Salt Lake City eine Show abziehen, um ihre Kleidung vorzuführen, dann kann ich doch wohl nicht ganz falsch liegen. Da geht es dann um die Farbtöne Rostbraun und Orange, anstatt sich über Leistung zu unterhalten. Ich hoffe, dass die Deutschen in Utah etwas mehr vorzuweisen haben, als nur die schönste Kleidung von allen. Wollen mal sehen, wie häufig sie auf dem Treppchen stehen.

Heidi Koller 
Naperville, IL

 

Das Sitzenbleiben abschaffen?

Ich finde, an der bisherigen Regelung des Sitzenbleibens sollte nichts geändert werden. Besser man wiederholt ein Jahr, als dass man für immer hinterherhinkt. Für die Entwicklung eines schlechten Schülers ist das Sitzenbleiben sicherlich gut und richtig.
Ruth Bergann 
Otis, KS 

Ich denke, wenn man das Klassenziel nicht erreicht, hat man es auch nicht verdient, versetzt zu werden. Dann muss man eben wiederholen.
Norbert Falkenstein 
Milwaukee, WI 

Sitzenbleiben gehört eigentlich längst abgeschafft. Das ist ein jahrhundertealter Blödsinn, der keinen Zweck mehr erfüllt. Das hat sich überholt.
Frederick Stock 
Saint Louis, MO 

Sitzenbleiben darf auf keinen Fall abgeschafft werden. Das führt sonst nur dazu, dass die Leistungen noch weiter sinken. Die Schüler würden gleichgültig. Es wäre wirklich ein großer Fehler, auf diese bewährte pädagogische Methode zu verzichten.
Rosemarie Falkenstein 
Milwaukee, WI 

Ich bin selbst einmal sitzengeblieben, geschadet hat mir das bestimmt nicht. Das ist gar nicht so schlimm, wie alle denken. So hat man die Chance, Verpasstes endlich nachzuholen. Ich bin dafür, das beizubehalten.
Fritz Saaber 
Dundee, IL

 

Rote Socken

Mit Entsetzen habe ich in der AW gelesen, dass sich in der Weltstadt Berlin die „roten Socken“ (PDS) nun daran machen, wieder Macht an sich zu reißen - in erster Reihe der ehemalige V-Man der Stasi, Gregor Gysi. Und die dumme Demokratie in Deutschland sieht stillschweigend zu?
Da muss man rot werden, wenn man hier im Ausland gefragt wird:
Hast Du mal in Berlin gewohnt? Ich verleugne das nun, denn ich möchte keinesfalls auf deren gleiche Stufe gestellt werden.
Na, eigentlich auch kein Wunder bei den „Vorbildern“ Gerhard Schroeder und Oskar Lafontaine.

Jens-Uwe Dethlefsen 
Ft. Myers, FL

 

Der charakterlose Schuft aus Braunau

Da schaut Wilhelm II. stolz im „Esplanade“ auf die Gäste hinab! (AW, 12. Januar 2002, Seite 13).
Da sollte daneben, etwas tiefer, ein schönes Bild vom stolzen Adolf Hitler hängen. Dann würden die zwei Verbrecher wenigstens nebeneinander hängen.
Wie lange wird es dauern, bis deutsche Geschichtsforscher endlich objektiv zugeben werden, daß Wilhelm II. mindestens ein gleichgroßer Verbrecher wie Adolf Hitler war? Wie recht hatte Erich Kästner mit seinem Gedicht „Wenn wir den Krieg gewonnen hätten“, das er kurz nach dem 1.Weltkrieg schrieb.
Wilhelm II. hat ganz planmäßig in seiner arroganten Dummheit den 1. Weltkrieg vom Zaune gebrochen. Der charakterlose Schuft aus Braunau hat das gigantische Verbrechen nur fortgesetzt und zur praktischenVernichtung Deutschlands fanatisch und gewissenlos zu Ende geführt.
Wer daran noch immer zweifelt oder es nicht wahrhaben möchte, lese bitte:
1. „Als Deutschland mächtig schien“, 1934, von J. Daniel Chamier. Auch bekannt unter dem Titel „Ein Fabeltier unserer Zeit“.
2. „An Uncommon Woman“ von Paccula. Leider ist mir eine deutsche Übersetzung nicht bekannt. Hierin wird von der Mutter Wilhelms, der Ex-Kaiserin Victoria, Tochter Königin Victorias von England, geschichtlich ganz klar und rücksichtslos gegen ihre eigene Person, dargelegt, was für ein Monstrum sie geboren hatte. Sie starb an gebrochenem Herzen noch im selben Jahr wie ihre Mutter: 1901. Es gibt wohl kaum einen Sohn, der seine Mutter gemeiner und haßerfüllter behandelt hat als der grausame Wilhelm.
Unter vielen anderen entmutigenden Tatsachen in Bezug auf den Charakter Wilhelms, dürfen wir nicht vergessen, daß er ein starker Antisemit war und die Juden für seine Niederlage 1918 verantwortlich machen wollte. Aus seinem Schloß Doorn in Holland schlug er Hitler schon 1931 die „Endlösung“ vor: Es wäre wohl am besten, alle Juden zu vergasen! - Auch hat Wilhelm seinen Vater, Kaiser Friedrich III., abnormal gehaßt, er war halt nicht normal! Die deutschen Bürger mußten von 1918 bis 4. Juni 1941 mit ihren Steuern für sein luxuriöses Schlemmerleben in Holland bezahlen.
„Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens.“ (Schiller, die Jungfrau von Orleans, 3. Aufzug, 6. Auftritt)

Prof. Herbert Schellenberger 
Venice, FL

 

Einzug mit Ground Zero-Flagge bei Olympia zu befürworten?

Ich bin geteilter Meinung. Eigentlich gehört die amerikanische Fahne vom World Trade Center nicht in die Eröffnungszeremonie, finde ich. Auf der anderen Seite sollte man dem Gastland doch zugestehen, sich einem großen Publikum derart zu präsentieren. Ich habe die Spiele 1936 in Berlin gesehen. Und schon damals wurden sie politisch ausgeschlachtet.
Kurt Hauser 
Racine, WI 

Ich fand es sehr unpassend, dieses zerrissene Banner in Salt Lake City herumzutragen. Das reibt doch immer nur noch mehr Salz in die Wunde. Man hätte darauf verzichten sollen.
Edward Will 
Louisville, KY 

Ich bin der Meinung, dies hier ist Amerika, und da müssen die Amerikaner ihre Fahne auch zeigen dürfen. Sie können ja schlecht eine andere Flagge durch die Gegend tragen.
Alma Jäger 
Bridgman, MI 

Ich glaube nicht, dass das dort hingehört hat. Irgendwie empfinde ich es als ein wenig störend.
Cecilia Biegler 
Chicago, IL 

Ich denke, es war sehr gelungen, wie die Organisatoren das gehandhabt haben. Sie haben die Fahne schon vorher hineingebracht. So wurde die eigentliche Zeremonie dadurch nicht gestört. Auf diese Art und Weise konnte ich das akzeptieren.
Meta Hoewt 
Pensacola, FL

 

Kein Tarzan am Esstisch

Betr: „Aufgewärmtes“, Argumente, AW vom 2. Februar.
Eine Rezension im Showbusiness oder ein Kommentar in den Medien ist die Meinung einer einzelnen Person zu einem bestimmten Thema. Vor diesem Hintergrund kann ich ganz ehrlich kein Problem sehen mit der Phrase „Der gute Deutsche“ - wenn ich es im Kontext lese.
Irreführende Bezeichnungen, die eher einen bitteren als guten Beigeschmack haben, existieren in den USA seit dem 1. Weltkrieg. „Der gute Deutsche“ und ähnliche Redewendungen sind ein Überbleibsel dieser Zeit.
Schubladendenken war hier in den USA schon immer gang und gäbe, ganz besonders im Hinblick auf den ethnischen Hintergrund der Leute. Ich erinnere an ein Weihnachtsmotto aus den glorreichen 60er Jahren: „Black is beautiful“, sagte meine Mutter, wenn sie die verkohlten Kekse aus dem Ofen schob...
Die Frage ist, ob und wann die deutschamerikanische Mehrheit in diesem Land aufwachen wird, so dass wir Änderungen wahrnehmen werden. Ich bin sicher, dass sich viele dieser guten Bürger ihres - hundertprozentigen oder teilweisen - Erbes gar nicht bewusst sind. Und ich bin auch davon überzeugt, dass sie sich auch gar nicht darum scheren wollen. So wird diese ethnische Gruppe sicher eine Randerscheinung bleiben.
Aber vielleicht ist die Psyche des Deutschen nicht so ausgelegt, dass er um den Esstisch herumläuft und sich wie Tarzan auf die Brust klopft - nach dem Motto: „Schaut her, was ich alles für dieses Land getan habe - bin ich nicht ein grossartiger Koch?“

Paul W. Grayber 
Bend, OR

 

Jeder für sich

Wir sollten uns doch endlich eingestehen, dass das Primitive, das noch immer in uns Menschen steckt, die unbeschreiblichsten, schrecklichsten Geschehnisse auslösen konnte - und kann. Auch Religionen können nicht förderlich sein, denn die konzentrieren sich auf die Alleinmacht. Meiner Meinung nach kann sich der Mensch halt nur auf sich selbst verlassen, um herauszufinden, wer und was er ist und wo er kulturell und seelisch hingehört. In dieser Hinsicht sind wir naturgemäß voneinander verschieden - sonst gebe es ja keine Arten, Variationen, Charakter-Eigenschaften etc. So sollten wir doch jeder für sich zum Fortschritt der Menschheit beitragen anstatt zu ihrer Vernichtung.

Elisa Beck 
Seattle, WA

 

The Pride & Pitfalls of Being Ein Deutch-Amerikanischnes Madchen

zum Artikel „The Perls, Prides And Pitfalls of Being Ein
Deutsch-Amerikanisches Mädchen“ in der Amerika-Woche Nr. 13 vom 28. März
2011

Herr Vigo,
wie kam dieser Artikel „The Perls, Prides And Pitfalls of Being Ein
Deutsch-Amerikanisches Mädchen“ in die sonst ganz vernünftige AmerikaWoche?
Bin ich die Einzige, die diesen Artikel naiv und offensiv findet?
Es klingt nach „Deutschland über Alles“ und arrogant den Nicht-Deutschen
gegenüber. Könnte es sogar „bias“ genannt werden oder Voelkerverachtung?
Ich selbst bin ja deutsch und seit 57 Jahren in den USA. Trotz World War
II, Hitler, Ausrottung mancher Völker durch die Nazis, wurden wir in
1954 im Großen und Ganzen willkommen geheissen.
Aber tausende Amerikaner, auch aus unserem kleinen Ort in
Pennsyl vanien, sind in Deutschland gefal len. Niemand hat es uns
gegenüber erwähnt oder uns weniger geachtet.
Und nun kommt so ein 10th-Grader und kritisiert die Sitten und Gebräuche
anderer Völker wie z.B. der Iren.
Arroganz ist den Deutschen nicht unbekannt. Ich merke es schon in
Düsseldorf wenn meine Maschine landet. In USA kommt man damit nicht
weit, liebe Renata.
Ich würde ihr anraten: Schnell zurück dahin, wo es so gemütlich ist und
Kultur sondergleichen in der ganzen Welt. „Heim ins Reich“ wie Hitler es
immer so treffend beschrieb.
Ich als frühere Deutsche aus dem Ruhrgebiet fühle mich hier mehr zuhause
als in dem so gelobten und besungenen Heimatland.
Ja, ich sehne mich manchmal dorthin, wo ich geboren bin, aber
Deutschland ist ja nicht mehr das Land, welches meine Generation kannte.
Grow up, Renata, and write again when you better understand that Amerika
is made up of hundreds of different cultures. German is only one of them
and quickly fading. Kids like you make it fade even quicker.

Magdalene Krause 
Adresse ist der Redaktion bekannt

Antwort der Redaktion auf den Leserbrief von Magdalene Krause
Liebe Frau Krause,
herzlichen Dank für Ihre Zuschrift. Irgendwie muß ich Ihnen Recht geben,
aber auch anmerken, daß jeder Mensch seine Sicht auf die Dinge haben
darf, wie abwegig sie auch immer für andere sein mag.
Ja, ja, daß mit der deutschen Arroganz ist nicht unbedingt von der Hand
zu weisen. Ich habe selbst auch einen deutschen Pass und darf das somit
sagen, wobei mir diese Arroganz - hoffentlich - völlig fremd ist.
Ich finde es dennoch überaus interessant, eine derartige Sicht der Dinge
abzudrucken, denn es gibt sie nun einmal. Es ist doch einfach wie in
einer funktionierenden Demokratie, daß verschiedene Ansichten
ausgesprochen werden dürfen.
Und Sie, liebe Frau Krause, Sie haben natürlich jedes Recht, diese
Ansicht als naiv oder offensiv zu empfinden - auch das gehört zur De
mokratie, so sie denn funktioniert.
Warum gerade Deutsche immer wieder die Sitten oder vielleicht auch
Unsitten anderer Völker kritisieren, ist mir wie Ihnen völlig
schleierhaft. Auch die Deutschen haben Sitten und Bräuche, die nicht
unbedingt mein Wohlwollen finden. Aber es gibt sie nun einmal, und wenn
man in einem Schmelztiegel aus vielen Nationen lebt, dann sollte man
eben diese diversen Sitten und Bräuche als völlig selbstverständlich und
mit allen Rechten versehen anerkennen - so, wie man seine eigene Sitten
und Bräuche auch akzeptiert sehen möchte.
Aber natürlich wird es immer wieder Menschen - nicht nur Deut- sche, es
gibt auch Amerikaner, denen dieses nicht fremd ist - geben, die ziemlich
naiv und einseitig auf die Realität blicken. Womit ich diese
Eigenschaften ganz ausdrücklich nicht Frau Renata Wettermann zuordnen
möchte, sicherlich nicht. Da soll sich jeder seine eigene Meinung bilden.
Übrigens, daß man als Deutsche in weiten Teilen der Welt äußerst
willkommen ist, kann ich nur bestätigen. Einerseits erfreut mich das,
andererseits macht mich das auch wieder nachdenklich. Denn es gibt viel
zu viele Dinge, die in Deutschland nicht stimmen. Und das die Politik in
der Bundesrepublik nicht für die Menschen dort gemacht wird, das ist für
jeden Insider mehr als offensichtlich.
Nun, ich freue mich, wieder von Ihnen zu hören und wünsche Ihnen alles
erdenklich Gute.

Ihr Don R. Vigo Editor-in-Chief

 

Jahrhundertelang Bürger Österreich-Ungarns

Auf Ihren Artikel, „Öl ins Feuer“ vom 26. Januar möchte ich als gebürtiger Sudetendeutscher Stellung nehmen. Zwar war ich erst zehn Jahre alt, als der Anschluß 1938 kam, trotzdem kann ich mich noch an vieles erinnern.
Der tschechische Ministerpräsident Milos Zeman beschreibt die Sudetendeutschen in dem Interview mit dem Magazin „Profil“ als Landesverräter und die fünfte Kolonne Hitlers. Er vergißt aber, daß diese Sudetendeutschen für Jahrhunderte in Böhmen als Bürger eines anderen Staates, in diesem Fall Österreich-Ungarn, gelebt haben. Plötzlich löste sich dieser Staat auf, und neue Staaten entstanden.
Hätten die USA im Ersten Weltkrieg nicht eingegriffen, ist anzunehmen, daß die Mittelmächte den Krieg gewonnen hätten. Was wäre dann mit den tschechischen Soldaten geschehen, die zu den Russen übergelaufen waren? Hätte Habsburg sie und ihre Angehörigen auch ausgewiesen nach Rußland, dann in die Sowjetunion deportiert? Oder hätten sie als Deserteure mit der Todesstrafe rechnen müssen, wie Herr Zeman für die Sudetendeutschen darauf anspielt? Ach ja, Präsident Wilsons vierzehn Punkte, die wurden in Versailles ganz vergessen.
Ministerpräsident Zeman hat in einem teilweise recht. Die Henlein-Partei, die gegründet wurde, um die Interessen der Volksdeutschen im Prager Parlament stärker zu vertreten, wurde später zum Werkzeug Hitlers. Trotzdem gab es auch in meinem Ort und in anderen Orten Sozialdemokraten und Kommunisten, die nicht für die Henlein-Partei gewählt haben, einige landeten sogar im KZ. Zeman vergißt auch, daß die tschechischen Behörden eine gezielte „Tschechisierung“ dieser Randgebiete verfolgten, das heißt, Staatsposten wurden langsam von Tschechen besetzt.
Die Ungarn hatten Recht, als ihre Regierung meiner Frau wegen einer teilweisen Entschädigung schrieb: In diesen Jahren (1944-1948) sind auf beiden Seiten Sachen passiert, die zu bedauern sind und nicht hätten passieren sollen.“ Die Äußerungen von Ministerpräsident Milos Zeman tragen nicht gerade zur Versöhnung bei, dabei ist dieser Prozess doch im Gange, wie ich in meinem Heimatort im vorigen Jahr feststellen konnte.
Das erste Mal wurde die Geschichte meiner Region wieder in Tschechisch und Deutsch geschrieben, was vor einigen Jahren nicht möglich gewesen wäre. Was nun den Streit um das tschechische Atomkraftwerk Temelin betrifft: es gibt doch eine Europäische Atom-Energie-Kommission. Wenn die das Kraftwerk für sicher befindet, warum der Streit zwischen Österreich und Tschechien? Sollte wirklich etwas schief gehen, dann können sich die Leute gute Rechtsanwälte holen und den tschechischen Staat verklagen. Am besten dann amerikanische, die sind doch Meister in diesem Fach.

Richard Haber 
Dayton, OH

 

Erbärmliche Wiedergabe alpiner Wettbewerbe

Zu: Amerika Woche Nr. 7, „Gut versorgt“.
Mit Beruhigung kann ich meinen österreichischen Landsleuten in Amerika mitteilen, daß auch die österreichische Olympia-Equipe in Salt Lake City gut versorgt wurde.
Zwar zählte die Mannschaft, die Wien mit der Austrian Airlines verließ, keine 162 Köpfe, wie der größere Nachbar, es waren derer nur an die 90, doch fehlte es keineswegs an verwöhnten Spezereien.
Hier die Liste der Güter, die mit einer Sondergenehmigung des Mormonenstaates im Austria Haus eintrafen: 666 Liter Weißwein aus der Wachau und der Badner Region; 297 Liter Rotwein aus dem Burgenland und der Voeslauer Gegend; 351 Liter Sekt, 3557 Liter Bier und 30 Liter Rum aus Wien, der Steiermark, Oberösterreich und Salzburg; 60 Kilogramm wohl gesäuertes Sauerkraut, 170 Kilogramm feinste Tafelschokolade und 60 Kilogramm erlesene Wiener Kaffeemischung. Nicht berichtet wurde die Quantität des „Obstlers“ (doppelt destillierter Schnaps) und die Anzahl der Vollkorn-Brotwecken. Was sich der Oberste Mormone Hinckley bei dieser Schlemmer-Schwemme wohl gedacht haben mag?
Dem Olympia-Kader folgte ein fast 40 Mann starkes Aufgebot des österreichischen Fernsehens/ORF. Man wollte dem NBC-Team die Direktübertragung - vor allem der Skiwettbewerbe - nicht ganz anvertrauen. Zu verwöhnt schien das heimische Publikum zu sein. Und wie gut tat man daran; denn was NBC produzierte war meiner Meinung nach, mit wenigen Ausnahmen, weit entfernt von Klasse. Ich hatte den Eindruck, die Spiele bestünden hauptsächlich aus Curling, Eistanzen und Hockey. Geradezu erbärmlich war die Wiedergabe der alpinen- und Sprungwettbewerbe! Zerhackt von comic strip-artigen Werbespots von General Motors, AT&T, Coca Cola und anderen, fehlte jeder sportliche Zusammenhang und entbehrte die Übertragung die Hochspannung, die eine kontinuierliche Fotografie und Kommentare der Experten einer Abfahrt, einem Riesenslalom und einem Schanzenflug zu geben vermögen.

Wilhelm L. Kriessmann 
Hillsborough, CA

 

Ein warmes Plätzchen für adlige Oberhäupter

Auf Ihren Artikel, „Öl ins Feuer“ vom 26. Januar möchte ich als gebürtiger Sudetendeutscher Stellung nehmen. Zwar war iZum Leserbrief „Der charakterlose Schuft aus Braunau“, AW #6:
Wie weit der Leserbriefschreiber richtig liegt mit seiner Theorie, daß Wilhelm II., von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser und König von Preußen, der Urvater der „Endlösung“ war, sollten die Historiker im Jahre 2041 (100 Jahre nach seinem Tode) entscheiden.
Was des ehemaligen Kaisers Pension angeht, muß der Schreiber die wahlberechtigten deutschen Bürger verantwortlich machen. Die hatten offensichtlich Mitte der zwanziger Jahre in ihren Herzen immer noch ein warmes Plätzchen bewahrt für ihre ehemaligen adligen Oberhäupter. Sonst hätten sie nicht den von Roten und Rosaroten angezettelten Fürsten-Enteignungs-Volksentscheid in die Wüste verfrachtet.
Das Ding mit der „Dummheit“ ist nicht - wie man in meiner mittelbadischen Heimat zu sagen pflegt - auf Schillers Mist gewachsen. Das hat der gute Johann Christoph Friedrich von Schiller von den alten Römern gepumpt, die schon vor 4000 Jahren sagten: „Contra stultitiam etiam dei frusta pugnant“. Mit diesem Zitat hat uns unser Latein-Professor vor nun bald 80 Jahren fast täglich bombardiert.

Walter R. Stolz 
Holly Hill, FL 
Dayton, OH

 

Genau richtig

Betr.: Argumente „Für dumm verkauft“ in der AW vom 23. Februar:
Bravo!!! Sie haben mir aus dem Herzen gesprochen. Genau das ist auch meine Meinung.
Zwei Wochen lang habe ich mich täglich über die unmögliche
Berichterstattung aus Salt Lake City geärgert. Die spannenden olympischen Wettkämpfe dem Fernsehpuplikum abends wenige Minuten als Konserve zu servieren, war eine Frechheit. Ich glaube kaum, dass in Deutschland so etwas möglich wäre. Da wäre die Hölle los. Danke und weiter so, Herr Schiefelbein!

Peter Matheis 
Longboat Key, FL

 

Bei weitem nicht alles Gold was glänzt

Betr.: Lesermeinung in der AW vom 2. Februar, „Nicht gegen die USA und seine Menschen”.
Da ich einer anderen Altersgruppe angehöre, mußte ich den Zweiten Weltkrieg nicht miterleben. Dennoch stimme ich mit allem, was der Einsender des Briefes schreibt, überein. Ich bin nun seit 1984 fast ständig in den USA, etwa so lange wie der Leserbriefschreiber. Die USA sind meine zweite Heimat geworden. Es liegt in der Natur der Dinge, daß meine erste Heimat immer Deutschland bleiben wird. Ich kann mir nicht vorstellen, daß jemand seine Vergangenheit so mir nichts, dir nichts wie eine Jacke ablegen kann, um dann eine andere anzuziehen.
So manches ist hier in den USA vorteilhaft. Auch ist ein gesunder Nationalstolz sehr positiv und notwendig. Ich kann mich noch gut an meine Schulzeit erinnern. Damals, in den 60-er und 70-er Jahren, genauso wie heute, hat man der deutschen Jugend den deutschen Nationalstolz sehr sanft abgewöhnt. Es war mir immer unverständlich, warum ich mich als Deutscher, wegen der Geschehnisse während der Zeit des Nationalsozialismus, schämen müsste. Schließlich bin ich nach dem Zweiten Weltkrieg geboren, und weder meine Eltern, Grosseltern oder andere Verwandte waren jemals Nazis. Es ist sehr traurig, daß wir Deutschen, als einziges europäisches Volk, unseren Nationalstolz so sehr haben verkümmern lassen. Vielleicht sollte man darüber gar nicht so erstaunt sein, wenn man berücksichtigt wie sehr der „Europa-Gedanke” dem deutschen Volk von „Kohl-Köpfen“ und anderen liederlichen Konsorten über Jahrzehnte hinweg untergejubelt wurde.
Und wenn deutsche Behörden dann den bundesdeutschen Pass als „Europa-Pass“ bezeichnen, dann kann einem wohl verständlicherweise etwas übel werden. Andere europäische Nationen würden so etwas wohl nicht fertig bringen. Das Ganze kann man als politisch induzierten Identitätsverlust des deutschen Volkes bezeichen.
Die meisten Deutschen in den USA haben sich hier nahtlos eingefügt und sie haben darüber oftmals ihren Nationalstolz, ihre Tradition und Kultur vergessen. Im Vergleich dazu hat der Amerikaner einen sehr starken Nationalstolz. Dieser artet aber oftmals in unbegründete Protzerei aus. Es ist interessant, daß die größten Protzer in diesem Lande meist am wenigsten „auf dem Kasten“ haben. Nein, das beste Gesundheitssystem oder das beste Bildungssystem gibt es wohl bei weitem nicht in den USA. Im Gegenteil, so manches liegt diesbezüglich hier im Argen. Und solange es hier Lobbyismus gibt, wird den Amerikanern vor der sozialen Krankenversorgung Angst gemacht werden. Amerikanische medizinische und pharmazeutische Unternehmen könten ja dann weniger Reibach machen.
So ist, insbesondere in den USA, der Spruch „Geld regiert die Welt” vollkommen wahr. Diese Aussage mag man nun innenpolitisch oder außenpolitisch nehmen. So viel Gutes es in den USA gibt, es ist auch hier nicht alles Gold was glänzt.
Ich gratuliere dem Leserbriefschreiber zu seinem sehr aufgeschlossenen deutschen Nationalstolz. Bei nächster Gelegenheit werde ich in München in deutscher Eßkultur schwelgen und mit einem Weißbier auf sein Wohl anstoßen.

Hans Slawik 
Austin, TX

 

Verkäufer pickten die richtigen Münzen heraus

Ich komme gerade von einem Deutschlandbesuch zurück. So toll war ja die „Euro-phorie“ doch wieder nicht! Es war nicht so leicht, mit dem neuen Geld zurechtzukommen, besonders für ältere Menschen. Die neuen Münzen waren alle so glänzend und auch schwerer als die alten.
Außerdem gab es so viele, wie ein Cent, 2 Cent, 5 Cent, 20 Cent, 50 Cent und den schwereren Ein-Euro und den Zwei-Euro. So viele Münzen in der Geldbörse! Ich sah viele Leute, die einfach eine Handvoll Kleingeld aus der Börse nahmen und sie der Verkäuferin hinhielten und sie baten, einfach die richtigen Münzen herauszusuchen.
Versteckte Preiserhöhungen kamen leider schon vor. Ich merkte das beim Kinobesuch, wo man einfach anstatt Mark genausoviele Euros verlangte. Auch fanden es viele Leute fast nicht wert, gesammelte Pfennige umzutauschen. Viele der Maschinen funktionierten nicht oder die Gebühr kostete mehr als der Wert der ersparten Münzen. Sehr ärgerlich war auch das Telefonieren. Ich hatte eine Karte. Die Apparate, die Münzen annahmen, spuckten die Euros wieder aus, und die Leute hatten keine alten Münzen mehr. Ich borgte vielen meine Karte.
So war’s wirklich im Januar 2002 in Deutschland im Jahr des „Euros“.

Carola Baker
Le Mars, IA

 

Freiheit und Fortschritt

Der Leserbrief „Anti-Amerikanismus in Mode“ (AW vom 23. Februar) hat mir aus dem Herzen gesprochen.
Es gibt ein altes, doch gutes deutsches Sprichwort: „Jeder muß vor seiner eigenen Türe kehren.“ Während zum Beispiel Deutschland mit tragischer Geschichte belastet ist, hat für mich Amerika immer Freiheit und Fortschritt bedeutet, wenn auch so manches in der amerikanischen Politik nicht so perfekt war und wohl noch sein mag und die amerikanische Habgier-Gesellschaft oft im Argen liegt. Ich finde, man soll nicht eine Nation aussondern, denn jedes Land muß erstmal vor seiner eigenen Türe kehren.
Man darf auch nicht vergessen, daß die USA vielen Menschen Freiheit geschenkt hat (durch Einwanderung) und viele Völker von der Tyrannei befreit hat, besonders im 2. Weltkrieg (Deutschland eingeschossen!), über Korea, Kosovo, Haiti, etc. bis hin zu Afghanistan. – Haß und Mißgunst haben ihren Ursprung im Neid, was neben Intoleranz eines der Grundübel der Menscheit ist.
Der Haß gegenüber dem freien Amerika hat vor langer Zeit mit der kommunistischen Idee und dann folgenden Diktatur in vielen Ländern begonnen. Er ist aber auch bei religiösen Fanatikern zu Hause, wie z.B. beim Islamischen Fundamentalismus, der ja ebenso diktatorisch ist.
Wann wird man endlich begreifen, daß mit Anti-Amerikanismus nichts getan ist.

Mar Melchizedek
Seward, NE

 

Querschläger

Betr.: „Marineskos Beute“, AW vom 23. Februar, Seite 12:
Das Schicksal der „Wilhelm Gustloff“ ist zweifelsohne die grösste Schiffskatastrophe aller Zeiten. Der Untergang der „Titanic“ und „Lusitania“ verblassen vergleichsweise fast in Bedeutungslosigkeit. AW-Mitarbeiter Jörg Diehl hat jedoch mit den Zahlen der Passagiere und Opfer der „Gustloff“ übertrieben, wie Angaben aus dem Buch von Heinz Schoen, ein überlebendes Besatzungsmitglied - erschienen 1995 im Motorbuch Verlag Stuttgart - klar beweisen. Demnach sind von 6600 Schiffbrüchigen 5348 umgekommen, drunter 3000 Kinder. Nur 1252 Menschen überlebten.
Was mich jedoch echt verwundert, ist das neue Buch „Im Krebsgang“ von Günter Grass. Hat dieser, mit dem Nobelpreis bedachte Sonderling und ultra-linke Querschläger, der sich einst gegen die Wiedervereinigung aussprach, ein Mann, der nie ein gutes Wort übrig hatte für das Schicksal der Deutschen und deren Vertreibung aus den Ostgebieten, auf einmal Gewissenbisse und deshalb eine Kehrtwendung gemacht?

Gerald A. Fritz
Des Moines, WA

 

Doppelgänger

Ich beziehe mich auf einen Ihrer jüngsten Artikel. Der Häftling im Gefängnis Spandau, der im Alter von 93 Jahren Selbstmord verübte, war höchstwahrscheinlich garnicht Rudolf Hess. Der einzige Insasse von Spandau wurde im Jahre 1972 von dem US-Besatzungsarzt Dr. Thomas untersucht. Sein Befund war unwiderlegbar: Der Häftling interniert unter dem Namen Rudolf Hess war nicht Rudolf Hess. Der Historiker Louis C. Kilzer untersucht die Sache in seinem Buch „Churchills Deception“, herausgegeben im Verlag Simon & Schuster 1994.

Adolf Rosenauer
Reno, NV

 

Schneller Wandel der Schreihälse: Absurde Huldigung den Amerikanern gegenüber

Ich war neun Jahre alt, als meine Heimat, das Sudetenland, an das Deutsche Reich angegliedert wurde. Ich konnte den Jubel des Volkes verstehen, aber nicht, daß jeder statt Grüß Gott plötzlich mit Heil Hitler grüßen sollte. Ich fragte meinen Vater diesbezüglich, und er sagte mir, daß in unserem Hause weiterhin mit Grüß Gott gegrüßt werde, denn wenn sich ein Staatsmann so huldigen lasse, dann sei er vom Teufel besessen. Er warnte, obwohl einfacher Bauer, daß dies ins Unglück führen werde, wie schon 1914. Damals hieß es, der Krieg mit Serbien werde nur sechs Wochen dauern. Vier Jahre später war die Großmonarchie zertrümmert und für uns begann das Elend.
Als ich in den Jahren 1949 bis 1952 in Bayern studierte, konnte ich es nicht glauben, daß einerseits die Nationalsozialisten so grausam waren, insbesondere in den Konzentrationslagern, und andererseits, wie affig so viele Deutsche gegenüber den Amerikanern geworden waren. Man wollte sogar die im Dritten Reich geplante und teilweise begonnene U-Bahn in München zuschütten und die Autobahnen abreißen. Ich sagte damals, ich komme mir vor, als ob ich der einzig überlebende Nationalsozialist sei, und wenn die Nazis noch einige Wochen länger regiert hätten, wäre ich vielleicht aufgehängt worden - welch ein feiges Volk wir Deutschen geworden waren! Die alten Heil Hiltler-Schreier konnten nicht schnell genug den Amerikanern huldigen, und man durfte nicht von den Verbrechen, den Vertreibungen, der Vernichtung von unschuldigen Menschen in Dresden, Würzburg und dergleichen sprechen. Dies war mit ein Grund, warum ich 1952 in die Emigration ging.
Hätte Stalin mehr Geduld gehabt, dann wäre der Morgenthauplan und nicht der Marshallplan durchgeführt worden. Noch zu meiner Studienzeit mußte General Eisenhower den deutschen Soldaten ihre Soldatenehre zurückgeben, mit dem Motto „Let Bygones be Bygones“ (Laßt uns vergessen). Im Falle eines Konflikts mit der Sowjetunion benötigte man die Deutschen als Kanonenfutter.
Diese Heucheleien, besonders in der deutschen Regierung, gelten heute noch, insbesondere wenn wir Heimatvertriebenen Anspruch auf Heimatrecht und Schutz des Privatbesitzes fordern. Die deutsche Geschichte, in der politischen Korrektheit, fängt 1933 an, und alles was nachher war, haben Hitler und wir Heimatvertriebenen verbrochen. Von den Diktaten von St. Germain und Versailles, die Hitler zur Macht brachten, spricht kein deutscher Politiker!
Der bekannte amerikanische Völkerrechtler Dr. Alfred de Zayas sagte im Rahmen einer Diskussion anläßlich der Internationalen Vertreibungskonferenz in Pittsburgh im November 2000: „Solange die deutsche Regierung nicht bereit ist, zum Völkerrecht seiner Bürger zu stehen, solange werden die anderen europäischen Regierungen im Interesse der Heimatvertriebenen nichts tun.“
Obwohl das US-Repräsentantenhaus schon 1998 die osteuropäischen Staaten aufforderte, das Heimatrecht und den Schutz des Privatbesitzes zu gewähren, weigerte sich der Bundestag, eine ähnliche Forderung zu stellen - warum wohl? Es heißt doch immer, die deutsche Regierung ist den Amerikanern untertänig (was stimmen mag).
Lenin sagte vor vielen Jahren in etwa: „Wenn die Deutschen am Bahnhof protestieren wollen, kaufen sie sich zuerst eine Bahnsteigkarte.“

Karl Hausner 
Oak Brook, IL

 

Afghane mit deutschem Paß

In der Amerika Woche vom 16. Februar brachten sie einen kurzen Bericht über einen sogenannten „Deutschen afghanischer Herkunft“, der ein Sprengstoffattentat geplant hatte.
Ich glaube es wäre wahrhafter, wenn man diese Menschen etwa so beschreiben würde: „Afghane, der einen BRD-Pass besitzt“. Der Ehrlichkeit halber sollte ich erwähnen, daß ich mich auch heute, nach fast 53jähriger Anwesenheit in diesem Land, nicht als Amerikaner betrachte. Ich bin „Amerikadeutscher“ oder Deutscher mit amerikanischer Staatsbürgerschaft“.

Hans Schmidt 
Pensacola, FL

 

Ein fanatischer Kommunist

Der AW-Autor Jörg Diehl dürfte in seinem Artikel „Hexenjagd im Paradies“ (Amerika Woche vom 16. Februar, Seite 12) im Allgemeinen wohl recht haben, daß die Agenten des FBI die Überwachung deutscher Flüchtlinge vom Nazi-Regime während des 2. Weltkrieges in den USA etwas übertrieben haben.
Aber in Bezug auf den am 10.2.1898 in Augsburg geborenen und am 14.8.1956 in Ost-Berlin verstorbenen Bertolt Brecht war eine gründliche Überwachung durchaus begründet. Er war und blieb ein fanatischer Kommunist, der nach 1945 in der DDR zu hohem Rang und großen Ehren emporstieg.
In einigen seiner Werke, besonders in „Das Leben des Galilei“ und „Mutter Courage und ihre Kinder“, fordert Bertolt Brecht uns Respekt und sogar Bewunderung ab. Aber als Mensch war er ein übler Zeitgenosse und führte ein Leben voller Widersprüche. („Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral!“). Natürlich war es seine persönliche Schwäche, wasserscheu zu sein: Er nahm fast nie ein Bad und verbreitete einen sehr üblen Körpergeruch. Aber wie er alle seine Frauen nur furchtbar ausgenutzt hat, dürfte wohl als niederträchtig bezeichnet werden.
Der am 2.3.1900 in Dessau geborene und am 3.4.1950 in New York verstorbene geniale Komponist Kurt Weill, auch ein Flüchtling aus Nazi-Deutschland, der für einige Werke Brechts seine weltbekannten Melodien schrieb, zeigte bis zu seinem Tod einen bedeutend besseren Charakter. Wir dürfen ihn als ehemaligen, zivilisierten Kulturmenschen dieser traurigen Welt betrachen.
Einige Nazi-Gegner unter den deutschen Autoren, Schauspielern, Wissenschaftlern, Künstlern, wie Erich Kästner, Hans Albers, etc., zeigten den unglaublichen Mut, Deutschland zwischen 1933 und 1945 nie zu verlassen.

Herbert Schellenberger
Venice, FL

 

Ein unangebrachter und absurder Vergleich

Der Artikel in der Amerika Woche vom 9. Februar, „Der charakterlose Schuft aus Braunau“, sehr drastisch geschrieben, verdient eine Antwort.
Ich bin kein Geschichtsforscher, nur ein kleiner Landwirt, der in einem langen Leben beide Weltkriege durchlebt hat und deshalb Wilhelm II. und Hitler zu beurteilen vermag. Ich besuchte in den 1920er Jahren eine gute Schule in Königsberg, wo die Weltgeschichte sachlich und ohne Animosität behandelt und gelehrt wurde. Nach dem verlorenen Krieg lebte Wilhelm II. in Doorn/Holland in der Verbannung, durfte weder reisen noch sich politisch betätigen. Das war seine Strafe. Während seiner Regierungszeit waren Juden gleichwertige Bürger, wurden auch zum Wehrdienst rekrutiert und vielfach für Tapferkeit an der Front dekoriert. Ihre Geschäfte und Synagogen blieben unangetastet.
Ich bin Anfang des vorigen Jahrhunderts in Rußland geboren. Weil unser Landbesitz zu nahe der deutschen Grenze lag, wurden wir im August 1914 ins Innere des Landes verschickt und lebten vier Jahre in Rostow a.Don. Als Junge lernte ich dort zwei deutsche Kriegsgefangene kennen, die uns oftmals besuchten. An Sonntagen durften sie sich frei bewegen, auch Zivil tragen. Rußland, unter dem Zaren, behandelte seine Gefangenen sehr human.
Eine gleiche humane Behandlung erlebten die Russen als Gefangene in Deutschland unter dem Kaiser. Nur deshalb gingen in den ersten Kriegsmonaten 1941 große Scharen von ihnen willig in die Gefangenschaft, weil sie menschliche Behandlung erwarteten, wie sie ihren Vätern, Brüdern und auch vielen von ihnen selbst im Ersten Weltkrieg zuteil geworden war. Als laut wurde, man müsse bei den Nazis hinter Stacheldraht verhungern, änderte sich die Kampfmoral, und fortan kämpften die Rotarmisten bis zum letzten Blutstropfen. Damals starben wenigstens zwei Millionen den Hungertod.
Was hat Hitler weiterhin aufzuweisen? In seinem Dritten Reich herrschte Bonzenwirtschaft, und man war sich seines Lebens nie sicher. Allein das Abhören eines fremden Senders oder eine defätistische Bemerkung konnten einem zum Verhängnis werden; man verschwand über Nacht im KZ auf Nimmerwiedersehen.
Und zählt man dann die vielen Millionen unschuldiger Juden, Zigeuner, Polen, Tschechen und Jugoslawen dazu, nicht zu vergessen sind auch die Patienten in Asylen und Pflegeheimen, die ebenfalls umgebracht wurden - dann kann man nur zu dem Schluß kommen, daß Adolf Hitler den Abschaum der Menschheit darstellte, daß er der übelste Untermensch und Verbrecher aller Zeiten war!
Der Vergleich, Wilhelm II. als „mindestens gleichgroßen Verbrecher“ hinzustellen, ist unangebracht, absurd und eines intelligenten Menschen unwürdig.

Helmut von Büchler
Columbus, IN

 


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