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Saturday, March 25, 2017   Last Update: 3:45 AM EST
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Kommentar

 
 
 


Ein Sieg für die Demokratie!

AW #5/2016 - 28. März 2016

Liebe Leser,
wer aus seinen Fehlern nicht lernt, der wird irgendwann
bestraft. Genau das haben jetzt die Wähler in
drei deutschen Bundesländern sowohl mit der Regierungskoalition
als auch mit den Grünen getan. Die
Freude über die einstige Vorzeigekanzlerin ist ob ihrer
selbstherrlichen Machtausübung gegen jeden Verstand
einem blankem Entsetzen gewichen und die Grünen
haben sich selbst ins Abseits manövriert. Vielleicht hat
der Drogenfund beim Grünen-Bundestagsabgeordneten
Volker Beck das sprichwörtliche Fass nur zum Überlaufen
gebracht. Die „Argumente“ aus der vergangenen
Ausgabe der Amerika-Woche, die Sie vielleicht als etwas
„harsch“ empfunden haben, haben - nicht nur - durch
Beck eine fulminante Bestätigung gefunden. Unglaublich!
Aber zurück zu den Wahlen. Das Erschreckendste
im Nachspiel dieses Volksvotums ist nicht eine mögliche
schwierige Regierungsbildung und schon gar nicht das
gute Abschneiden der Alternative für Deutschland,
AfD. Das musste so kommen, und Frauke Petry und
ihre Mannschaft werden weiter für Furore sorgen.
Das war auch längst überfällig, denn wenn vor allem
die Regierungskoalition mehr wohlwollende Politik
für Wirtschaftsmigranten macht als für die eigene
Bevölkerung, dann hat diese - ganz realistisch und
objektiv betrachtet - jede Daseinsberechtigung verloren.
Der eigenen Bevölkerung werden Freizeitstätten ohne
Ende genommen, um dort sogenannte Flüchtlinge
einzuquartieren. Übrigens: Die ganze Terminologie in
Bezug auf „Flüchtlinge“ ist von Grund auf falsch, sie
müsste komplett neu definiert werden, denn sogenannte
„Wirtschaftsflüchtlinge“ sind keineswegs Flüchtlinge.
Haben Merkel und Co. wirklich geglaubt, dass das
auf alle Zeiten gut geht. Der deutsche Michel braucht
vielleicht etwas länger, aber wenn er sich erhebt,
dann ... Okay, kommen wir zu dem Erschreckendsten
zurück: Das ist ganz zweifelsfrei die Tatsache, dass
ausgerechnet die AfD es nun geschafft hat, Hunderttausende
Nichtwähler, also Bürger, die sich bereits von
den etablierten Parteien und der deutschen Politik
abgewandt hatten, wieder an die Wahlurnen zu bekommen.
Diese Wahl war ein Sieg für die Demokratie!

 

Frauen an den Ball

4./11. Juli 2011 AW27/28
Frauen an den Ball, oleì oleì oleì!
Liebe Leserinnen und Leser,
na, das wurde doch auch mal Zeit, oder? Endlich rücken die Frauen einmal
ganz anders ins Bild der Öffentlichkeit, als das ansonsten
Schicki-Micki-Damen wie Heidi Klum, Claudia Schiffer oder ander
Laufstegkanonen uns das gerne weis machen möchten. Liebe Herren der
Schöpfung, was wäre Ihnen denn lieber? Eine Frau, mit der man wirklich
etwas anfangen kann oder ein kleines dummes Modepüppche, das nichts
anderes im Kopf hat als ihre überlangen rotlackierten Fingernägel.
Zugegeben, die mögen auf der Haut ja ganz erotisch wirken, aber brauchen
Sie so etwas zuhause, im Alltag? Und dann dieser Satz: „Komm‘ mir nicht
an meine Haare!“ Nun, da könnte ich persönlich ausflippen, denn was habe
ich von einer Frau, die ich nur auf Veltins-Art genießen darf? Sie
wissen schon, diese Bierwerbung mit dem Ex-Schalke-Manager Rudi Aussauer
und seiner Ex-Freundin Simone Thomalla, auch bekannt als Eva Saalfeld im
Leipziger „Tatort“. Also, in der Werbung heißt es so schön „Nicht
anfassen, nur angucken“ - oder umgekehrt. Aber da geht es nur um ein
Bier, und das trinke ich eh so gut wie nie. Meine Frau aber möchte ich
anfassen, nicht nur ab und zu, sondern als meine Freundin und Partnerin
jederzeit - und das, ohne auf eine Frisur oder lange Fingernägel zu
achten. Worauf will ich hinaus? Ach ja, unsere Mädels kicken seit
Sonntag bei der Damen-Fußballweltmeisterschaft um hohe Ehren, und das
auch noch im eigenen Lande - und das sind auch allesamt Frauen zum
Anfassen, so scheint es zumindest. Zugegeben, die Frisuren der Damen
sind nicht unbedingt der letzte Schrei, mir persönlich gefallen da die
kurzen dunklen Haare von Abwehrspielerin Linda Bresonik noch am besten -
aber mein persönlicher Geschmack ist ja nicht Gegenstand dieser
Argumente. Wohl aber der Typ Frau, den man sicherlich nicht auf den
Laufsteg schicken würde - wobei die eine oder andere aber selbst da
vielleicht eine gute Figur abgeben würde. Bei den Damen aus dem Team von
Nationaltrainerin Silvia Neid interessiert das wohl kaum jemanden, vor
allem nicht dann, wenn sie auf dem Rasen stehen. Und da haben sie nun
die Möglichkeit, einen großen Titel einzuheimsen - wieder einmal. Wir
wünschen es Ihnen auf jeden Fall von ganzem Herzen, damit das so gerne
zitierte Sommermärchen 2011 wahr wird. Also, nicht Kinder an die Macht,
wie unser aller Herbert Grönemeyer einst sang - wobei diese Alternative
auch äußerst reizvoll wäre-, sondern Frauen an den Ball. Wir drücken die
Daumen! Oleì, oleì oleì oleì...
Alles Gute, Ihr
Don R. Vigo
Editor-in-Chief

 

Obama und Merkel Hand in Hand!

Liebe Leserinnen und Leser,
Verwirrungen kann es immer einmal geben, überall. Und so wollen nicht
zuletzt auch wir der Bundesregierung zustehen, daß sie nicht nur auch
einmal verwirrt sein kann, sondern sich auch irren kann. Wie sehr Sie,
liebe Leserinnen und Leser, auch darüber diskutiert haben mögen: das
Deutschland dem westlichen Bündnis in Sachen Libyen (wer ist eigentlich
auf die idiotische Idee gekommen, bei diesem Namen das „y“ in die zweite
Silbe zu verlegen?) nicht beigestanden sondern sich viel- mehr auf eine
Stufe mit Rußland und China - zwei Staaten, in denen Demokratie ebenso
ein Fremdwort ist wie in Deutschland Ambiguität (was für
„Doppelsinnigkeit, Zweideutigkeit“ steht) - gestellt hat, ist in der
demokratischen internationalen Politik überhaupt nicht gut angekommen.
Nun aber hat der Besuch von Angela Merkel bei Präsident Barack Obama
doch einiges bewirkt, denn Bundesaußenminister de Maizieìre schließt für
die Zukunft deutsche Truppen in Libyen nicht mehr kategorisch aus.
Nicht, daß überall in der Welt deutsche Truppen stationiert sein müßten,
wahrlich nicht. Aber wenn man zu einem Bündnis gehört - so wie eben die
Bundesrepublik und die Vereinigten Staaten zur NATO gehören -, dann
sollte man an einem Strang ziehen. Vor allem dann, wenn es darum geht,
wahnsinnige Diktatoren wie Gadaffi in Libyen oder aber auch Präsident
Baschar al-Assad in Syrien in ihre Schranken zu verweisen. Wie gesagt,
es geht nicht um Kriegstreiberei und schon gar nicht um neue
Kolonialbestrebungen, wie ein Leserbriefschreiber in der Amerika Woche
schon anheim gestellt hatte. Aber wenn es eine internationale
Staatengemeinschaft gibt, die sich zumindest dann einschaltet, wenn es
um elementare Menschenrechte geht, dann sollten die freien Staaten
zueinander halten. Natürlich funktioniert das nicht immer, wie das
Beispiel China nur allzu deutlich zeigt. In dem Land der Betonköpfe
können noch so viele Dissidentenköpfe rollen, solange die westliche Welt
im Reich des Drachens Milliarden verdienen kann, läßt sie die
kommunistischen Machthaber gewähren und hofiert sie sogar noch. Sie
merken, daß mich das immer wieder aufregt, ja?!? Aber zurück zum Thema:
Der Besuch von Frou Buundeskan- cler kam genau im rechten Moment. Und so
war das Treffen auch mit Harmonie gesegnet, was sowohl Präsident Obama
als auch der CDU-Politikerin deutlich anzusehen war. Ebenso deutliche
Worte dürften aber auch hinter verschlossenen Türen gefallen sein,
nämlich die Mahnung, immer darauf zu achten, wer Freund und wer Feind
ist, mit wem man an einem Strang zieht und mit wem eben nicht.
Deutschland und Amerika - das ist eine historische Freundschaft und
Partnerschaft, und diese wird von niemanden auf‘s Spiel gesetzt. Hätte
eigentlich nur noch eines gefehlt: Obama und Merkel Hand in Hand...
Alles Gute, Ihr
Don R. Vigo
Editor-in-Chief

 

Erster Gruner Bundeskanzler der Republik!

Liebe Leserinnen und Leser,
es ist mal wieder an der Zeit politisch zu werden. Die derzei- tige
Entwicklung in Deutschland läßt kaum etwas anderes zu. Nun glauben Sie
bloß nicht, ich sei ein Deutschlandhasser oder ähnlich Verrücktes, ganz
und gar nicht. Deutschland ist ein wunderschönes Land mit zumindest zu
einem großen Teil wunderbaren Menschen - wenn auch mit politischem
Nachhilfe- bedarf. Aber das, was die Politik in den letzten Jahrzehnten
- vor allem seit Einführung des Euros - aus diesem wunderbaren Land
gemacht hat, das ist ein absolutes Trauerspiel und entbehrt jeder
Rechtfertigung. Zugegeben, die Reisefreiheit innerhalb der EU ist eine
schöne Sache, ich genieße den fast unbemerkten Grenzü- bertritt
eigentlich jedes Mal. Ich weiß, wovon ich rede, denn ich bin an der
deutsch-niederländischen Grenze aufgewachsen, ich habe nicht nur einmal
in die Läufe der Maschinenpistolen der Grenzbeamten gesehen - und das
auch an der innerdeutschen Grenze. Aber zu welchem Preis gibt es diese
Reisefreiheit und die EU? Alle EU-Staaten sind pleite - nicht nur
Griechenland - und müßten eigentlich Konkurs anmelden! Nein, das ist
kein Scherz, das sind die harten Fakten. Die EU verschlingt Unsummen,
die Zeche bezahlt der Bürger. Real gesehen haben die Deut- schen heute
weniger im Portemonnaie als vor 30 Jahren - eine unglaublich
Bankrotterklärung der Politik, nicht nur der von Angela Merkel. Aber sie
hat noch etwas mehr geschafft als alle anderen Bundeskanzler vor ihr:
Noch nie ist die Glaubwürdig- keit der deutschen Politik im eigenen
Lande so tief gesunken. Selbst bislang „linientreue“ Medien wenden sich
immer mehr ab, die Wahlen in den Bundesländern sprechen die gleiche
Sprache. Und hört man sich hinter den Kulissen in den europäischen
Nachbarländern um, so wird Angela Merkel nach anfänglichen
Vorschußlorbeeren nunmehr nur noch als Bundeskanzlerin auf Abruf
angesehen. Die deutsche Politik ist seit ihrem Amtsantritt immer
wankelmütiger geworden und keinesfalls mehr zuverläs- sig. Der jetzige
Aufruhr um den Atomausstieg belegt das einmal mehr: Noch vor kurzem
wurden die Laufzeiten der Atommeiler erst einmal bis zum Jahr 2035
verlängert - nun die Kehrtwen- de um 180 Grad. Ein abgeändertes
Sprichwort macht in den deutschen Parteien mittlerweile die Runde: Wer
der Kanzlerin vertraut, der hat auf Sand gebaut. Da bleibt einem
eigentlich nur eine einzige Frage: Wann wird im Bundestag endlich die
Vertrauensfrage gestellt? Ach ja, das könnte ein nutzloses Un- terfangen
sein, denn die CDU/CSU/FDP-Regierung hat da ja noch die Mehrheit. Wären
jetzt Wahlen, dann würde Schwarz/Gelb wahrscheinlich dumm aus der Wäsche
schauen. Die FDP würde ganz rausfliegen und für ihre unglaubwürdige und
gesichtslose Politik abgestraft werden. Und dann ständen die Chancen für
eine weitere Novität in Deutschland gar nicht mal schlecht: Für den
ersten Grünen Bundeskanzler der Republik!
Alles Gute, Ihr
Don R. Vigo
Editor-in-Chief

 

Ach, Du dickes Ei!

Liebe Leserinnen und Leser,

nein, die heutigen Argumente handeln nicht vom Osterfest, auch wenn der Titel das vielleicht suggeriert - auch wenn das Thema sicherlich etwas mit Ostern zu tun haben kann. Denn gerade an diesen wie auch an allen anderen Festtagen gibt es immer wieder leckere Sachen auf dem Tisch - und da greift man doch gerne zu.

Das Problem dabei sind diese kleinen, miesen Dinger, die einem den Spass am Essen verderben wollen, und das auch nur allzu oft schaffen. Sie nisten sich im Körper ein und sind unglaublich schwer wieder dazu zu bewegen, sich davon zu machen. Die Rede ist hier von den Kalorien.

Nicht, dass ich Ihnen jetzt ihre Leibspeise oder ein besonders köstliches Menue ausreden will, ganz gewiss nicht. Auch ich geniesse meine Lieblingsgerichte viel zu gerne. Leider habe ich aber auch ein Problem mit diesen kleinen miesen Kalorien, denn haben sie mich und meinen Körper erst einmal kennengelernt, so scheint es ihnen fürchterlich schwer zu fallen sich wieder zu verabschieden. Wie Gäste, die man am liebsten nur von hinten sieht, beim Gehen.

Für meine bessere Hälfte ist das alles kein Problem - weder mein Körper noch die eigene Nahrungsaufnahme. Sie schaufelt in sich hinein was geht und bleibt dabei so dünn wie der oft zitierte Strich in der Landschaft - eine hundsgemeine Ungerechtigkeit. Aber nicht nur, dass ich auch gerne einige Kilogramm weniger auf die Waage bringen wü̈rde, jetzt wollen uns dickeren Menschen die Forscher - neben allen gesundheitlichen Bedenken - ein zusätzliches schlechtes Gewissen einreden.

Dünn sein sei auch besser für das Klima. Aha! Wie britische Forscher berichteten, führt eine schlanke Bevölkerung dazu, dass weniger schädliche Treibhausgase ausgestoßen werden. Eine dünnere Bevölkerung wie zum Beispiel in Vietnam esse bis zu 20 Prozent weniger als eine, in der bis zu 40 Prozent der Menschen übergewichtig sind, so die Wissenschaftler im Fachmagazin „International Journal of Epidemiology“. Das sei gut fü̈r das Klima, weil die Produktion von Nahrungsmitteln auch für den Ausstoß von vielen Treibhausgasen verantwortlich sei.

So, was für ein Fazit ziehe ich daraus? Ich begebe mich nun auf die nachbarlichen Weiden und geselle mich zu den netten Kühen mit den Riesenglocken um den Hals, und gemeinsam strahlen wir dann so viel Reue und Schuldbekenntnis aus, wie wir nur können. Denn die „Pupse“ der Viecher sind ja bekanntlich ebenso schädlich wie mein Atmen.


Alles Gute

Don R. Vigo
Editor-in-Chief

 

Kopprum und Dattsche

Liebe Leserinnen und Leser,

haben Sie Verwandte in der ehemaligen DDR, also in den (gar nicht mehr so) neuen Bundesländern? Oder stammen Sie vielleicht selbst aus Leipzig, Dresden oder Ost-Berlin? Dann kennen Sie sicherlich auch Begriffe wie Broiler und Datsche, Grilletta und HO-Laden, Ketwurst und Konsum, Komplexannahmestelle und Krusta, KWV und Lederol, LPG und Ochsenkopfantenne, PA und Pioniere, Plaste und Polylux, Rennpappe und Russenmagazin, Sättigungsbeilage und Schrottgorod, Spartakiade
und Stasi, Strasse der Besten und Subbotnik, Tal der Ahnungslosen und Tschekist und VEB, Wandzeitung, Westfernsehen und Würzfleisch.

Ach, Sie haben keine Ahnung was das bedeutet? Nun, die Sprachbarriere zwischen Ost und West haben Sie dann also noch nicht überwunden, dünkt es mir. Wollen wir dem Ganzen doch mal etwas Vorschub leisten. Der Broiler steht für das Brathähnchen oder auch Brathuhn, die Datsche ist das Wochenendhaus oder Laube, die Grilletta der so genannten Ost-Hamburger.

HO stand für ein Einzelhandelsgeschäft der staatlichen Handelsorganisation, Ketwurst ist eine abgewandelte Form des Hot Dogs, der Konsum - ganz wichtig: Betonung auf der ersten Silbe – ein Einzelhandelsgeschäft der Konsumgenossenschaft. Die Komplexannahmestelle war eine zentrale Einrichtung, in der so gut wie alle im Haushalt denkbaren Reparatur- und Reinigungsdienste angeboten wurden. Krusta war eine Pizza-Version der DDR-Gastronomie, KWV die Kommunale Wohnungsverwaltung.

Als Lederol bezeichnete man im Osten das Kunstleder, LPG war die Abkürzung für Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft. Mit Ochsenkopfantenne bezeichnete man eine Fernsehantenne zum
Empfang des Westfernsehens (nach dem Sender auf dem Ochsenkopf im Fichtelgebirge), mit PA das Schulfach „Produktive Arbeit“ und die Pioniere waren die Mitglieder der politischen Massenorganisation für Kinder, der seit den 1960er/1970er Jahren fast alle Schulkinder vom ersten bis zum siebten Schuljahr als Jung- oder Thälmannpioniere fast obligatorisch angehörten.

Wer die anderen Begriffe nicht kennt, wird bestimmt unter Wikipedia fündig. Lustig wird es aber immer dann, wenn die Begriffe nur wenigen Menschen bekannt waren. Oder können Sie sich vorstellen, was „kopprum“ heisst? Das hat nix mit Alkohol zu tun, höchstens ist die Auswirkung die gleiche, denn „kopprum bedeutet einfach „auf dem Kopf stehend“, also verkehrt herum.

Na dann...

Alles Gute

Don R. Vigo
Editor-in-Chief

 

Persona non grata!

Liebe Leserinnen und Leser,

über politische Themen lässt es sich eigentlich hervorragend diskutieren und auch streiten. Dass es dabei manchmal auch laut werden kann, das wird wohl jeder schon einmal selbst erlebt haben. Was am Stammtisch vielleicht sogar Sitte ist, das gehört sich in der Politik aber auf keinen Fall.

Und jetzt gibt es einen, der von den finanziellen und politischen Problemen im eigenen Land nur allzu gerne ablenken möchte und seit geraumer Zeit einige ideale Feindbilder aufgebaut hat. Die Rede ist hier vom sozialdemokratischen Bundesfinanzminister Peer Steinbrück, der allen politischen und auch persönlichen Anstand zu verloren haben scheint. Denn die Art und Weise, wie dieser Komiker mit den Regierungen von europäischen Nachbarländern umspringt ist einfach eine riesengrosse Sauerei, eine Unverschämtheit sonder gleichen.

Der zuweilen auch offen im Fernsehen mit dem Bierglas in der Hand zu sehende Möchtegern-Superman droht doch tatsächlich der Schweiz mit der Peitsche, sollte sie ihr Bankgeheimnis nicht lockern. Wohlgemerkt: Ein deutscher Bundesfinanzminister droht einem souveränen Nachbarland, offen und unverhohlen.

Die verbalen Entgleisungen Steinbrücks gehen so weit, dass den in der Schweiz lebenden Deutschen oftmals eine neue Welle des Ausländerhasses entgegen schwappt - und das in der heutigen Zeit. Kein Wunder, dass die Schweizer sich an Nazi-Zeiten erinnert fühlen, wenn dieser unsägliche Steinbrück sich derart aufführt.

Doch es kommt noch schlimmer, denn dieser Bundesfinanzminister erhält auch noch Rückendeckung von seiner Chefin, der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Anscheinend kann sich Steinbrück in Zeiten der globalen Weltfinanzkrise, der Millionenzahlungen an marode Bankunternehmen auch in Deutschland und sogar bei der wachsenden Unzufriedenheit der Deutschen mit der deutschen Bundesregierung alles erlauben.

Alles? Nein, nicht wirklich alles. Denn jenseits der Grenze, dort wo die Alpen beginnen, dort gibt es ein Volk bei dem er sich nicht alles erlauben kann, das ihm ganz gehörig die Meinung sagen würde, falls es ihn überhaupt ins Land lassen würde. So, wie die Dinge momentan stehen, kann sich Steinbrück vielleicht in Deutschland alles erlauben, aber in der Schweiz ist er mittlerweile zur persona non grata geworden und das vollkommen zu Recht. Es wird Zeit, dass dieser Mensch von der politischen Ebene verschwindet.


Alles Gute

Don R. Vigo
Editor-in-Chief

 

Begegnung mit Edda – Osterglocken

Osterglocken

Mit dem weissen Wollkostüm sah ich recht erwachsen aus. Ich war 17 und meine Mutter hatte mich eingekleidet. Jetzt stand sie mit meinen Geschwistern Udo und Anne, Tante Betty, Kusinen Moni und Karin am Frankfurter Hauptbahnhof. Alle winkten mit schimmernden Abschiedstränen und Taschentüchern dem D-Zug nach Oostende hinterher.

Obwohl ich sie alle sehr liebte, war ich froh endlich allein auf Reisen zu sein. Die Eisenbahn ratterte eine süsse Fernwehmelodie über das Gewirr der Weichen. Türme und Hochhäuser lösten sich in Wiesenlandschaften auf. Den Bahndamm entlang tanzten elektrische Überlandleitungen auf und nieder. Ich streckte den Kopf so lange aus dem offenen Schiebefenster bis der Wind mir ein Stückchen Dreck in die Augen wirbelte.

Auf geschäftigen Bahnhöfen öffnete ich die Tür und hörte wie die Bauchladenverkäufer ihre Brezeln und Zeitungen anpriesen. Im Abteil roch es nach Zigarettenrauch und Apfelresten. Ein typischer Eisenbahngeruch, von dem noch heute ein Hauch im ultramodernen ICE zu spüren ist.

Das zweiter Klasseabteil leerte und füllte sich mit Kurzstreckenpassagieren. Andere Reisende, die wie ich mit der Fähre über den Ärmelkanal nach London wollten, legten sich beim Dunkelwerden auf die zum Schlafen aufgeklappten Sitze. Ich kletterte aufs obere Bett, wo man mit der Nasenspitze beinah die gewölbte Decke berührte. Die nächtlichen Beleuchtungen vorbeisausender Stationen flackerten über meine geschlossenen Augenlider, und in langen Kurven schaukelte mein Köper wie Geleepudding in die vorgeschriebene Biegung.

In Oostende boten dutzendweise Gepäckträger dem Fräulein im weissen Kostüm ihre Dienste an. Verlegen schleppte ich meine beiden riesigen Koffer selber durch die Zollkontrolle und stolperte die Gangway rauf aufs Schiff. Nach einer Weile, als erfahrene Passagiere sich bereits in Liegestühlen auf Deck sonnten, erkundigte ich mich schüchtern" Is this chair free?" "Occupied," erwiderten die recht mundfaulen Briten und überforderten damit
mein Schulenglisch.

Inzwischen wurden die Leinen am Kai losgeworfen und die Schiffsschrauben wühlten das Hafenwasser auf. Vorne am Bug spritzte das Fahrwasser, als ein junger Engländer mich zu einem Glas Tee unter Deck einlud. Nett von ihm. Mein Magen nahms freilich übel. Ich verbrachte meine Erstlingsfahrt zu den weissen Klippen von Dover seekrank auf einem Sofa.

Während der anschliessenden Reise mit einer Schmalspurbahn verlor ich eine Tasche und lernte in Londons Victoria Station, dass Left Luggage nichts mit linkshändigen Koffern, sondern mit verlorengegangenem Gepäck und sehr hilfsbereiten Briten zu tun hat.

Bei einer bekannten Verlegerfamilie im exklusiven Londoner Kensington Distrikt verlebte ich ein ganzes Jahr. Das war so herrlich, dass ich mich später mehr nach England als nach Deuschland sehnte. In der Schule lernte ich fleissig Englisch. Die Weihnachts-, Frühlings- und Sommersaison verbrachte ich auf dem Land in Somerset. Ausserhalb des kleinen Dorfes Duddings besass die Familie ein steinaltes langgestrecktes, reetgedecktes Landhaus, umgeben von einem Park und unerhört saftigen, grünen Wiesen wie man sie nur auf den Emerald Isles findet.

Mir gefiel alles, besonders die Mahlzeiten, die die schottische Köchin aufs Schmackhafteste zubereitete. Das Familienoberhaupt, Member of Parliament der Tory Partei, mit rosigglattem, wohlgenährtem Gesicht, hielt ebensoviel auf gutes Essen wie auf Tradition. Daher verleibte ich mir die komplizierten Abstammungsgeschichten verwandter Fürstenhäuser sowie die äusserst schmackhaften Frühstücks-, Elevenses-, Lunch- und High-Tea-Kombinationen ein. Mir war gänzlich unverständlich wieso die englische Küche im schlechten Ruf stand.

Gerne strolchte ich mit Gummistiefeln durch die sanft regenverhangene Landschaft. Der englische Frühling rauschte prachtvoll heran und aus seiner Palette strömten dicht an dicht wild wachsenden Osterglocken und färbten die Wiesen überschwenglich sonnengelb. Ganze Arme voll verteilte ich in grossen Vasen im Haus, pflückte von den stark duftenden weissen Narzissen und bewunderte in Waldhainen lilablühende, baumhohe Rhododendren, die sonst in Ziergärten kaum schulterhöhe erreichen.

Grad als ich dachte, die Welt könnte nicht schöner werden, zog am Karfreitag ein besonders leckerer Duft durch alle Zimmer. In der riesigen Wirtschaftsküche buk die Köchin mehrere Tabletts traditionsreicher Hot Cross Buns und servierte sie glänzend braun und warm auf alten, reichbebilderten Stoneware Tellern.

Man erzählte, dass die Backwaren einst der heidnische Göttin Ostera gewidmet wurden und das eingeritzte Kreuz die vier Mondphasen repräsentierte. Im Jahre 1361 verschenkte ein Mönch ähnliche kreuzverzierte, frischgebackene Buns an die Armen. Denen schrieb man aber bald so viele abergläubische Wunderwirkungen zu, dass ab dem 16. Jahrhundert Hot Cross Buns nurmehr zu Ostern verkauft werden durften.

Inzwischen gibt es das ganze Jahr hindurch dick weiss überzuckerte Versionen in britischen Supermärkten. Ich halte mich lieber an das ursprüngliche Dekret und backe nur zu Frühlingsfeiertagen das herkömmliche Rezept. Jedesmal freue ich mich, dass mit dem Duft der wohlschmeckenden Hot Cross Buns ein wenig englisches Ostern bei uns in Texas Einzug hält.


ZUTATEN für etwa 12 Rosinenbrötchen:

4 Tassen ungebleichtes Mehl
1 Teelöffel Zimt (oder Gewürzmischung)
½ Teelöffel Salz
4 Esslöffel Butter
1 Tasse Rosinen
1 Päckchen Trockenhefe
3 Teelöffel Zucker
1 Tasse warme Milch oder etwas mehr.

ARBEITSWEISE:

Trockenhefe mit etwas Milch und Zucker ansetzen. Danach Mehl, ich nehme gerne Whole Wheat Pastry Flour, je nach Geschmack mit mehr oder weniger Zimt und Salz vermischen. Geschnittene Butterstückchen oder Schmalz mit dem gesamten Mehl verkrümeln und die Rosinen dazugeben.

Jetzt die Hefe sowie den restlichen Zucker und die Milch hineinschütten und alles zu einem weichen, nicht klebrigen, elastischen Teig verkneten. Eine halbe Stunde gehen lassen, wieder etwas kneten. Runde Bällchen formen, aufs gefettete Kuchenblech setzen und mit einem scharfen Messer ein tiefes Kreuz einschneiden.

Die Hot Cross Buns zirka 15 Minuten gehen lassen und im vorgeheizten Ofen bei etwa 375 Grad Fahrenheit goldgelb backen. Sofort danach über die heissen Brötchen ein Stück Butter reiben, damit sie verführerisch glänzen.

 

Kluge Entscheidung

Liebe Leserinnen und Leser,

heiß, sehr heiß wurde in den vergangenen Wochen und Monaten in der Schweiz das Thema Personenfreizügigkeit diskutiert. Die verschiedenen Gruppierungen der Eidgenossen, vor allem die politischen Parteien waren dazu sehr unterschiedlicher Meinung.

Worum ging es? Zwischen der Schweiz und der Europäischen Union gibt es die Bilateralen Verträge. Diese erleichtern nicht nur den Handel mit Waren zwischen dem Alpenstaat, dessen Volk sich bekanntlich zu Europa aber eben nicht zur Europäischen Union bekannt hat, und eben dieser EU. Damit erleichtern sich beide Seiten den (wirtschaftlichen) Umgang miteinander, und die Schweiz kann davon profitieren, ohne der EU beizutreten - womit sie auch gut beraten ist. Denn die Entwicklung in der Bundesrepublik hat gezeigt, wie teuer den Bürgern in den europäischen Staaten vor allem seit Einführung der Einheitswährung Euro diese Mitgliedschaft kommt bzw. gekommen ist. Hat man in Prä-Euro-Zeit etwa für eine Pizza 9,00 DM gezahlt, so wird einem jetzt eine Rechnung von 9,00 Euro präsentiert.

Das ist wahrlich nicht nur bei Pizza so, sondern bei fast allen Preisen - sie haben sich mit Einführung des Euros verdoppelt. Es war quasi ein Tausch eins zu eins - nur leider bei den Löhnen nicht, denn die sind mit der neuen Währung von heute auf morgen geschrumpft. Da ist es ganz egal, was die Politiker auch dazu sagen, wie sehr sie diese Teuerung dementieren: Sie ist absolut real und für alle spürbar.

Wie gut haben es da die Schweizer, die immer noch in Rappen und Franken bezahlen, und das hoffentlich noch sehr lange tun werden. Nun konnten die Eidgenossen am vergangen Sonntag abstimmen, ob sie die Bilateralen Verträge weiterführen oder nicht. Größter Zankapfel war dabei die Erweiterung der Personenfreizügigkeit auf Bürger aus Rumänien und Bulgarien. Diese Regelung besagt, dass sich nun auch jene Menschen aus den neuen EU-Mitgliedsstaaten in der Schweiz unter gewissen Voraussetzungen, z.B. einem vorhandenen Schweizer Arbeitsvertrag, niederlassen dürfen.

Das Volk hat nun seine Stimme abgegeben und mit knapp 60 Prozent für die Bilateralen Verträge gestimmt. Ein Nein hätte diese gekippt, die Exportnation in den Alpen es damit wesentlich schwieriger gehabt, sich auf dem Europäischen Markt zu positionieren. Jetzt kann die Schweizer Wirtschaft aufatmen, und die Eidgenossen können weiter in ihrer eigenen Währung bezahlen.

Eine kluge Entscheidung!

Alles Gute
Don R. Vigo
Editor-in-Chief

 

Hilf Dir selbst!

Liebe Leserinnen und Leser,

was so großes Aufsehen erregte, ließ nicht nur bei gut informierten Insidern vermuten, dass scheint sich irgendwie zu bestätigen. Oder finden Sie es etwa nicht seltsam, dass noch vor zwei Monaten die Auto-Industrie der ganzen Welt jammerte und zeterte und dunkelste Horrorszenarien vom Untergang der gesamten Branche an den Himmel zeichnete, und sich jetzt ganz plötzlich nicht wenige Vertreter eben der gleichen Branche derart äußern, dass es in den nächsten Monaten schon wieder bergauf gehen könnte? Das kann doch nur Kopfschütteln hervorrufen.

Haben die Herren Manager vielleicht soeben den Coup ihres Lebens gelandet, indem sie ihren Regierungen die düstere Prognose von Hunderttausenden verlustig gehenden Jobs vorraus sagte, sollten nicht erhebliche Sicherungs- und Auffangleisungen seitens des Staates (der Staaten) zur Verfügung gestellt werden?

Natürlich hatten die Regierungschefs angesichts der drohenden negativen Arbeitsmarktbilanzen die Hosen gestrichen voll und sicherten den Autobauern nach - zumindest für die Öffentlichkeit - hart geführten Verhandlungen dann zu, ihnen finanziell unter die Arme zu greifen. Dass es dabei nicht nur bei einem Butterbrot geblieben ist, sondern vielmehr das 10-Gänge-Menü serviert wurde, ist ja wohl selbstredend.

Nun, die Unternehmen der Automobilbranche haben mächtig abgesahnt. Haben sie sich damit vielleicht sogar (teil)saniert? War das Ganze ein fantastisches Husarenstück, dass den Managern im Endeffekt noch mehr Geld in die eigenen Portemonnaies spült und es im gleichen Maße den Verbrauchern, nämlich den Steuernzahlern, aus dem Geldsäckel zieht?

Die Wandlung vom Super-GAU zum neuen Aufschwung kommt nicht nur im Bereich der Automobilindustrie doch irgendwie unglaublich schnell. Fast scheint es, als hätten die Damen und Herren Volksvertreter zu schnell gehandelt und sich ins viel zitierte Bockshorn jagen lassen. Die Kassen des Staates wurden geplündert, Millionen und Abermillionen sind geflossen, in den Chefetagen der großen Konzerne können sich die Bosse das Lachen kaum verkneifen. So einfach hatten sie es sich bestimmt nicht vorgestellt, aber der Staat ist ja bekanntlich da, wenn man Hilfe braucht.

Wie, das ist für Sie ganz neu? Dann sitzen Sie sicherlich nicht am sündhaft teuren Schreibtisch und fahren eine Nobelkarrosse im Wert von über 100.000 Euro, gehören nicht zu den elitären Machern der Industrie. Und dann kennen Sie das Gefühl natürlich auch nicht, denn diese Staatshilfen bekommen nur die, die ihre Taschen eh schon prall gefüllt haben. Für alle anderen heißt es einfach nur: Hilf Dir selbst!

Alles Gute,
Ihr Don R. Vigo
Editor-in-Chief

 

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Liebe Leserinnen und Leser,

ja, das war es tatsächlich schon wieder, ein weiteres Jahr ist vergangen. Was hat sich bei Ihnen geändert, was soll sich in 2009 ändern? Haben Sie große Pläne und Wünsche oder halten Sie es eher mit der Bescheidenheit? Wie auch immer, Ihr Team der Amerika Woche wünscht Ihnen natürlich, dass sich erfüllen mag, was immer Sie sich für das kommende Jahr erhoffen, wünschen oder sogar erträumen.

Und da wären wir beim Stichwort! Träume sindSchäume, so sagt ein altes Sprichwort. Aber stimmt das auch wirklich? Ich glaube nicht, denn wenn wir bedenken, welche Errungenschaften nicht nur in technischen Bereichen eben diesen Träumen entsprungen sind, die von gern zitierten Fachleuten zumeist als Spinnereien und Fantasmen angesehen wurden, dann müssen wir uns tatsächlich fragen, was denn so schlecht an Träumen ist?

Gar nichts, glauben Sie mir. Geben Sie sich Ihren Träumen hin. Nein, Sie sollen dabei keinesfalls die Realität und das wahre Leben aus den Augen verlieren, aber ohne Träume gibt es keinen Fortschritt, kein Weiterkommen, keine Entwicklung.

Ich will Ihnen etwas Privates verraten. Seit meiner frühesten Kindheit musiziere ich und habe gelernt, mehrere Instrumente zu spielen, vom Akkordeon über Sousaphon bis zu Gitarre und Keyboard. Über 35 Jahre lang habe ich mit den unterschiedlichsten Kapellen und Bands (gibt es da einen Unterschied?) von der Tanzband über große Orchester bis zur Oberkrainer Polkatruppe auf der Bühne gestanden und bin bis zu 140 Mal im Jahr aufgetreten. Dadurch konnte ich nicht nur problemlos mein Studium finanzieren, sondern mir auch ansonsten vieles leisten, von Urlaubsreisen bis zu schönen Autos.

Meine erste Schallplatte, die ich im Kindesalter kaufte, war übrigens ein Doppelalbum von einem der Größten der Country Music, dem leider verstorbenen Johnny Cash. Seit damals träumte ich davon, selbst in einer richtigen Country Band zu spielen, mit Gitarren, Mundharmonika und Hawaigitarre (Steel-Guitar). Ob Sie es glauben oder nicht, aber nach 35 Jahren semi-professioneller musikalischer Tätigkeit ist dieser Traum nun endlich in Erfüllung gegangen und ich habe meinen allerersten Gig als Sänger und Gitarrist/Akkordeonist mit einer bekannten Country Band erlebt. Ein wahnsinnig schönes Gefühl, das kann ich Ihnen verraten.

Aber warum erzähle ich Ihnen diesen kleinen Schwank aus meinem Leben? Ich will ganz einfach meine These untermauern, dass meine seine Träume nie verlieren sollte, ganz unabhängig von Alter oder Lebenssituation. Bewahren Sie Ihre Träume - und auch die Hoffnung, dass letztendlich immer alles gut wird. Sie wissen doch: die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Alles Gute,
Ihr Don R. Vigo
Editor-in-Chief

 

Ein friedliches Weihnachtsfest

Liebe Leserinnen und Leser,


„was wäre wenn?“, haben Sie sich schon einmal die Frage gestellt? Ich stelle sie mir immer wieder - und so manches Mal bringen die möglichen Antworten mich schier zur Verzweiflung.

Ich möchte Ihnen so kurz vor dem Weihnachtsfest einige dieser Fragen stellen. Fangen wir mit einer alltäglichen und dennoch so unglaublich wichtigen Frage an: Was wäre, gäbe es keine Waffen mehr? Würde es dann auch keinen Krieg auf der Welt mehr geben? Was wäre, wenn alle Menschen sich gegenseitig tolerierten? Würden dann all diese grausamen Gemetzel im Namen irgendeiner Heiligkeit und irgendeines Glaubens aufhören?

Was wäre, wenn allen Menschen in allen Bereichen Gerechtigkeit widerführe? Wären dann alle Menschen wirklich zufrieden? Was wäre, wenn wir alle Krankheiten und allen Hunger dieser Welt besiegten? Gäbe es dann mehr Gerechtigkeit zwischen den einzelnen Menschen und ganzen Völkern?

Was wäre, wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, keinen Neid verspürten, wenn vor des lieben Nachbarn Garage ein nagelneues Auto oder Motorboot stünde? Könnten Sie sich dann gemeinsam an den Errungenschaften des jeweils Anderen erfreuen?

Was wäre, wenn wir jeglichen Egoismus verlören? Könnte es dann wirklich Wohlstand für alle geben? Was wäre, wüssten wir die Antworten auf alle Fragen des Universums? Wären wir dann zufrieden oder wäre das Leben dann vielleicht gar nicht mehr so lebenswert? Was wäre, tilgten wir jede Umweltverschmutzung von diesem Planeten? Wü̈rde sich Mutter Erde dann zu einem neuen Paradies entwickeln?

Glauben Sie mir, ich bin froh, dass ich die Antworten zu all diesen Fragen nicht weiß. Denn wüsste ich sie und hätten sie alle eine positive Antwort, wie sehr müsste ich dann verzweifeln ob der Einsicht, dass es nie eine wirkliche Gleichheit, eine für alle befriedigende Gerechtigkeit geben wird?

Wir alle sind Menschen, ganz egal welche Hautfarbe wir haben, welcher Nation oder welcher Religion wir angehören, ob wir Gebrechen haben oder kerngesund durch das Leben wandeln, ob wir Mann oder Frau, Kind oder Erwachsener sind.

Und damit entspringt meinen Gedanken die nächste Frage: Würde sich diese Welt zu einer friedlichen Welt in vollendeter Harmonie entwickeln, akzeptierten alle Menschen diese Einsicht? Auch darauf weiß ich keine Antwort. Aber der Mensch bleibt Hoffen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen im Namen aller Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Amerika Woche schon jetzt ein friedliches Weihnachtsfest!

Alles Gute

Don R. Vigo
Editor-in-Chief

 

Yes, we can – was zu beweisen wäre!

Liebe Leserinnen und Leser,


die Nation hat gewählt - und das kam einem Paukenschlag gleich. Mit ü̈berwältigender Mehrheit wollten die US-Amerikaner Barack Obama als neuen Präsidenten im Weißen Haus sehen. Mit dem ersten und damit historischen Wahlsieg eines Schwarzen zum Chef im Oval Office haben sie gleichermaßen auch ein deutliches Zeichen gegen Rassismus gesetzt.

Aber das Wahlergebnis sagt wesentlich mehr aus. George W. Bush ist mit seiner Politik kläglich gescheitert, anders kann man es nicht sagen. Denn ansonsten hätte sein „Verbündeter“ McCain das Rennen gemacht. Aber die Amerikaner haben deutlich gemacht: Genug ist genug. Sie haben Obama ihr Vertrauen ausgesprochen. Eine schwere Last, die dieser nun zu tragen hat, denn die Vereinigten Staaten stehen in der Welt längst nicht mehr so da, wie es über Jahrzehnte hinweg der Fall war.

Welche Absichten und welche möglichen Weitsichten auch immer dahinter steckten, George W. Bush hat dem Ansehen der U.S.A. mit seinem Weg letztendlich immens geschadet. Wie lange Obama nun braucht, um das einst glänzende Image seines Landes wieder aufzupolieren und ob er das überhaupt schafft, das bleibt abzuwarten. Sicher ist auf jeden Fall eines, die Politik des Landes muss sich in vielen Belangen ändern, denn Amerika hat genügend Probleme im eigenen Lande, die dringend angefasst werden müssen.

Die Weltfinanzkrise ist nur eines der Themen, die auf Barack Obamas Schreibtisch warten. Dazu kommt die hohe Arbeitslosigkeit, die völlig unzureichende Krankenversicherungspolitik, schwierige umweltpolitische Fragen und nicht zuletzt die kriegerischen Auseinandersetzungen, die das Land sichtbar in zwei Lager gespalten haben.

Alles das wartet jetzt auf den neuen Präsidenten, der gut beraten sein will, um sich die fähigsten Mitstreiter und Berater in sein Team zu holen. Denn alleine kann das niemand bewerkstelligen. Aber Obama hat schon gezeigt, dass er nicht nur die Dinge beim Namen, sondern die Probleme auch definitiv anpacken wird.

Für Rassismus darf auch bei seinen Gegnern kein Platz sein, denn wie man es auch dreht und wendet: Die Nation besteht nun einmal nicht nur aus Weißen. Die U.S.A. sind ein Schmelztiegel der Nationen, gewachsen im Laufe der Zeit. Es ist ganz egal, ob ein Weißer oder ein Schwarzer das Sagen im Weißen Haus hat. Wenn er seine Arbeit gut macht, hat er das Recht zu regieren.

Also geben wir ihm eine Chance. Wie sagte er im Wahlkampf immer wieder? „Yes, we can“ - was zu beweisen wäre!

Alles Gute

Don R. Vigo
Editor-in-Chief

 

Der Bahn-Abzocker der Nation!

Liebe Leserinnen und Leser,

die Finanzkrise hält die Weltmärkte weiter in Alarmbereitschaft, die Menschen halten sich mit ihrer Kaufbereitschaft stark zurück, selbst die Planungen für das Weihnachtsfest laufen auf Sparflamme. Die Banken nehmen Milliardenkredite auf und die Unternehmen fragen sich, ob sie auch im nächsten Jahr noch existieren.

Aber es gibt Menschen, denen macht das alles überhaupt nichts aus. Ganz im Gegenteil, sie strahlen mit ihren feisten Gesichtern wie ein Mondkalb, sobald sie auch nur eine Kamera sehen. Zu diesen Menschen zählt ganz gewiss Hartmut Mehdorn, seines Zeichens Vorstandschef der Deutschen Bahn, eines Unternehmens, dass zu den meistkritisierten in Deutschland gehört.

Immer neue Preiserhöhungen, immer drastischere Einsparungen, schlechter Service und - obwohl als Hightech bejubelt - veraltete Technik, die gerade jetzt wieder Hunderttausende Reisende verzweifeln lässt; die möchte-gern-hoch-moderne ICE-Flotte der Bahn erweist sich als mit Mängeln behaftet und damit lebensgefährlich.

Das alles interessiert natürlich einen Menschen wie Hartmut Mehdorn nicht, denn er hat nur eines im Sinn, sein eigenes Schäflein ins Trockene zu bringen. Der 1942 in Warschau geborene Maschinenbauingenieur und als höchster Strippenzieher des maroden deutschen Bahnunternehmens tätige Hobby-Philatelist wurde übrigens 1999 von niemand geringerem als Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder auf diesen Posten gehievt - und Schröder war bekanntlich einer der ersten Nachkriegspolitiker, der sich einen Dreck um Anstand gekümmert und gleich nach seiner Abwahl einen sehr umstrittenen Posten in der russischen Wirtschaft angenommen hat - bei seinem Busenfreund Vladimir Putin.

Wohl nicht von ungefähr scheint Hartmut Mehdorn, seit 2004 auch Kommandeur der französischen Ehrenlegion, aus dem gleichen Holz geschnitzt zu sein. Was kümmern mich die Wirtschaft, was die Ängste der Nation wenn mein eigenes Portemonnaie gut gefüllt ist? Während die Bahnmitarbeiter nur minimalste reale Gehaltszuwächse verzeichnen, will Mehdorn sich im nächsten Jahr mit breitem Grinsen seine absolut fragwürdigen Verdienste mit ü̈ber 20 Prozent Gehaltszulage versilbern lassen. Damit würde sein Grundgehalt von 750.000 auf 900.000 Euro im Jahr steigern. Sollte es das Unternehmen 2009 tatsächlich an die Börse schaffen, würde er - quasi als Erfolgsprämie - zudem noch weit über eine halbe Million Euro einstreichen.

Und wofür? Für unpünktliche Züge, für desolate Technik, für mangelhaften Service und - auf Deutsch gesagt - großkotzige Allüren. Hartmut Mehdorn darf sich eines Titels sicher sein: Er ist der Bahn-Abzocker der Nation!

Alles Gute

Don R. Vigo
Editor-in-Chief

 

Bürger zahlen wieder die Zeche

Liebe Leserinnen und Leser,

haben Sie sich schon einmal vorgestellt, im Lotto eine Million Dollar zu gewinnen? Was Sie sich alles damit leisten könnten, welche Träume Sie sich erfüllten könnten? Nur eine einzige läppische Million, das wär doch wirklich etwas. Im Vergleich zu den Werten, die tagtäglich an den Börsen dieser Welt, ob in New York, Frankfurt, Tokio oder wo auch immer unterwegs sind, wäre diese Million nichts, gar nichts.

Aber es gibt einen großen Unterschied zwischen dieser einen Million, die Ihnen alle Sorgen nehmen könnte, und den Milliarden, die von den Spekulanten an den Finanzmärkten bewegt werden. Erraten? Richtig, Ihre Million wäre real, echtes Geld, das Sie anfassen können. Die Broker, die Geldmakler dieser Welt handeln hingegen mit Geld, das nicht wirklich existiert, das nur aus Bits und Bytes in den Computern besteht und eine reine Rechengröße ist.

Ihre Million existiert zwar auch nicht, wenn Sie sie nicht tatsächlich gerade gewonnen haben, was ich Ihnen von Herzen und ohne jeden Neid wünschen würde. Aber da kommt der zweite Unterschied ins Spiel. Versuchen Sie doch einmal, aus Ihrer fiktiven Million echtes Geld zu machen. Sie werden an dem Versuch verzweifeln, nichts zu machen.

Ganz anders bei dem nicht existenten Geld, das von den Profis durch die Datenkanäle geschickte wird. Denn das kann zu realem Geld werden - so wie im Fall der 300 Millionen Euro, die die KfW, die vielleicht dümmste Bank Deutschlands, wie sie jetzt genannt wird, an die Lehman-Bank überwiesen hat, obwohl deren Zusammenbruch bereits bekannt war. Diese 300 Millionen Euro werden nun zu realem, existierenden Geld. Spätestens dann, wenn die Steuerzahler in Deutschland - und damit auch wieder einmal die so genannten kleinen Leute - für diese Hirnrissigkeit in der umnebelten Führungsetage der KfW bluten müssen. Für diese 300 Millionen Euro, umgerechnet mehr als 420 Millionen Dollar, von denen wohl niemand ernsthaft erwartet, dass sie als Rücküberweisung oder per Storno wieder den Weg nach Deutschland zurück finden, muss jetzt der Bund gerade stehen.

Und wer bezahlt somit diese unglaubliche Dummheit? Natürlich die Gesamtheit der Steuerzahler, denn Finanzminister Per Steinbrück (SPD) kann den Schaden nicht aus eigener Tasche ersetzen, dafür verdient er im Vergleich zu den Finanzbossen einfach zu wenig.

Was für ein Fazit ziehen wir also? Ist das Geld nicht real, verdienen sich die Geldwäscher der Börsen eine goldene Nase. Verwandelt es sich aber in reales Geld, dann zahlen wieder einmal die Bürger die Zeche.

Alles Gute, Ihr
Don R. Vigo
Editor-in-Chief

 

Die kalte Schulter gezeigt!

Liebe Leserinnen und Leser,

vielleicht haben Sie selbst schon einmal daran gedacht, sich selbständig zu machen - oder sind es bereits. Dabei ist Ihnen ganz klar, dass es immer mit einem gewissen Risiko verbunden, sich auf die eigenen Geschäfte zu verlassen, anstatt jeden Monat einen Gehaltsscheck von Ihrem Arbeitgeber zu erhalten - auch wenn das in der heutigen Zeit nicht unbedingt ganz sicher ist. Sie wissen ganz genau, Sie mü̈ssen Leistung erbringen, denn nur mit Leistung ist Ihnen Erfolg beschert. Ansonsten können Sie den Laden bald wieder zu machen.

Es gibt aber auch eine ganz besondere Art der Selbständigkeit, des Unternehmertums, bei dem Sie sich nicht unbedingt auf eigenes Können und Wissen verlassen müssen. Werden Sie doch einfach Banker! Ganz egal was Sie machen, wie hoch Sie sich auch verspekulieren, richtig schlimm kann es eigentlich nicht kommen. Selbst dann nicht, wenn Sie ihren Job so schlecht machen, dass man Sie eigentlich mit Schimpf und Schande von Ihrem Posten, Ihrem Chefthron verjagen und in den hintersten Winkel der einsamsten Wüste schicken müsste. Denn da gibt es jemanden, der fängt Sie so weich auf, dass Sie wie auf einer weichen Wattepolsterung landen.

Der Groschen ist schon längst gefallen, oder? Richtig, ich spreche von der Bundesregierung, die natürlich nicht ganz alleine da steht. Denn irgendwie scheinen alle Regierungen der gleichen Meinung zu sein: Wenn ein kleines oder auch mittleres Unternehmen nicht mehr leistungsfähig ist, weil es sich dem Spekulationswahn verschrieben hat, dann bleibt nur eines, der Weg zum Insolvenzgericht.

Bei den Banken ist es anders. Sie können Milliarden und Abermilliarden verschleudern und in schlechte Geschäfte stecken, unglaubliche Risiken eingehen und damit nicht nur die eigene Finanzgrundlage ad absurdum führen, sondern auch die Anleger in ein riesiges Loch fallen lassen. Angst brauchen die Herren Ackermann und Co. nicht zu haben, denn Papa Staat ist ja da. Wenn gar nichts mehr geht, dann werden aus der Bundesfinanzkasse mal eben Hunderte von Milliarden Euro locker gemacht, um den Bankobersten auch weiterhin Ihre Einkommen zu sichern, die nicht selten weit über 100 Millionen Euro im Jahr liegen - eine unvorstellbare Summe.

Jetzt versuchen Sie doch einmal, Ihr kleines und keineswegs durch eigene Schuld marodes Unternehmen mit Hilfe des Staates zu sanieren, von Vater Staat auch nur ein paar Tausend Euro zu ergattern, die es Ihnen ermöglichen würden, weiterzuarbeiten und Ihren Angestellten auch weiterhin den Arbeitsplatz zu sichern.

Wissen Sie, was man Ihnen dann zeigen wird? Die kalte Schulter. Sehen Sie doch zu wo Sie bleiben. Aber Sie heißen ja auch nicht Ackermann, oder?

Alles Gute

Don R. Vigo
Editor-in-Chief

 

Eskalation eine Frage der Zeit!

Liebe Leserinnen und Leser,

sie bauen große Moscheen mitten in Deutschland, erwarten, dass man sie als gleichberechtigte Menschen behandelt, kassieren Arbeitslosengeld bzw. Hartz IV, melden auch nicht eigene Kinder an um vom Staat sogar noch mehr Kindergeld abzuzocken als ihnen gesetzlich zusteht. Sie fordern alles ein, was sie irgendwie bekommen können und wollen doch kein Teil der Gesellschaft sein, in deren Mitte sie leben. Sie glauben, ihre eigenen Gesetze stünden über dem Grundgesetz, sie bilden einen Staat im Staate und sehen alle, die nicht islamischen Glaubens sind, als Ungläubige an, deren Leben nichts, aber auch gar nichts wert ist.

Genau das ist der Tenor, den man von Menschen in Deutschland immer wieder erfährt, wenn man sie auf die Muslime anspricht, die vor allem in Großstädten tatsächlich zu einer eigenen Macht geworden sind. Das Bild, das viele Deutsche - auch fernab von irgendwelchen Stammtischen - von ihren muslimischen Nachbarn haben, ist erschreckend.

Aber warum ist es so? Ist das Fremdenfeindlichkeit oder gar Angst vor einer zum größten Teil unbekannten Kultur? Wohl eher nicht, denn dass die Deutschen fremdenfeindlich sind, kann man nun wirklich nicht sagen. Seit vielen Jahrzehnten, seit den Zeiten des Wirtschaftswunders nach dem Zweiten Weltkrieg, dem Wiedererstarken der deutschen Industrie und der Wirtschaft, leben Menschen anderer Nationen in der Bundesrepublik, die entweder selbst oder aber deren Väter einst als Gastarbeiter gekommen sind: Italiener, Portugiesen, Griechen, Jugoslawen (weil damals aus Jugoslawien kommend) und Spanier. Sie alle sind ein Teil der deutschen Gesellschaft, der deutschen Kultur geworden, ohne dabei aber die eigene Identität zu verlieren oder auch zu verleugnen.

Es gibt sie überall, die portugiesischen, italienischen oder griechischen Vereine, die die eigene Kultur bewahren - und das ist auch absolut richtig so. Denn wer in ein anderes Land zieht, um dort zu leben und zu arbeiten, von dem wird und kann sicherlich nicht verlangt werden, dass er seine ureigenen Wurzeln vergisst. Aber es darf zumindest erwartet werden, dass diese „Fremden“ die Kultur und die Identität des gastgebenden Volkes respektieren. Dazu gehört auch der Glaube.

Wenn sich diese „Fremden“ aber erdreisten, die Kultur und die Identität des Volkes, bei dem sie wohnen, niederzumachen, dessen Religiosität sogar nihilieren und mit Ungläubigkeit vergleichen, dann haben sie dort nichts verloren, ganz egal wie das Gastgeberland heißt. Und wenn sie dann mit einem irrsinnigen und verlogenen weil nicht wirklich „Heiligen Krieg“ Leib und Leben ihrer Gastgeber bedrohen, dann ist eine Eskalation nur noch eine Frage der Zeit!

Alles Gute

Don R. Vigo
Editor-in-Chief

 

Gefährliche Artikel!

Liebe Leserinnen und Leser,

politische Kommentare können so oder so gefärbt sein, je nach dem Auge des Betrachters bzw. des Schreibenden. Und Kommentare sind ganz sicher auch immer Eines, eine ganz persönliche Meinung, die mehr oder weniger auf Fakten beruht. Eigentlich sollte sich ein
korrekter Kommentar auf gegebene Tatsachen stützen und dann zur Meinungsbildung der Lesenden beitragen. Einen Anspruch auf Alleingültigkeit kann ein Kommentar nie haben, und das ist auch nicht sein Auftrag. Wie gesagt, er soll Aspekte aufzeigen, Denkanstöße geben. Und dabei sollte ein Kommentar so neutral sein, wie er nur eben sein kann.

Das heißt gewiss nicht, dass er keine eigene Meinung wieder geben soll, denn gerade dafür ist er ja da. Wenn man aber als Kolumnist oder Redakteur seiner Meinung ganz bewusst falsche Fakten zu Grunde legt, dann kann das nicht richtig sein. Leider geschieht das immer wieder, in Medien aller Länder - und die deutschen Kollegen waren darin schon oft genug wahre Weltmeister. Sie haben dazu beigetragen, dass die Deutschen im Laufe der Geschichte an die irrwitzigsten Sachen geglaubt haben, an den Kaiser, an die Nazi-Politik, an den Endsieg, an die Ewigkeit der ach so harten D-Mark, an Mülltrennung und sogar an Telekom-Aktien, bekanntlich einer der größten Flops der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Gefährlich wird es, wenn die politischen Gegebenheiten verbogen werden, wenn die Ausrichtung höchstradikaler Polit- und Glaubenssysteme fälschlich dargestellt wird. Der Islam ist gefährlich, nicht wegen seiner eigentlichen Weltanschauung, sondern weil höchstgefährliche Radikale oftmals das Zepter in der Hand halten. Ahmadinedschad ist eine Bedrohung, und wenn er erst die Atombombe hat, wird die Bedrohung noch größer. Einseitige Artikel und Kommentare sind auch gefährlich, denn sie führen z.B. dazu, dass im gerade abgelaufenen Jahr laut einer Forsa-Umfrage 57 Prozent der 18- bis 29-jährigen Deutschen die USA für gefährlicher hielten als das Regime im Iran. Unglaublich! Man muss mit der Politik von Bush nicht einverstanden sein, aber diese Einschätzung in Hinsicht auf die Politik in den menschenverachtenden Mullah-Regimen ist Wahnwitz. Wie wäre es, allen so Denkenden einen einjährigen Zwangsaufenthalt in Afghanistan oder im Iran aufs getrübte Auge zu drücken?

Alles Gute, Ihr
Don R. Vigo
Editor-in-Chief

 

Weihnachtsrequiem für einen Baum

edda hergert-buchner Kolumne “Begegnung mit Edda”

Die Bäume im Hill Country wuchsen sehr langsam. Die Erde war felsig, es schneite fast nie und regnete wenig. Manchmal fiel jahrelang kaum ein Tropfen wie in den fünfziger Jahren, als der Staub bis über die Knie der Rancher hochwirbelte. Alle Pflanzen dürsteten nach Wasser und sogen jedes bisschen Feuchtigkeit aus den eilig vorbeiziehenden Wolken. Selbst die allergrössten Bäume mit den allertiefsten Wurzeln hörten auf zu wachsen um ihre Kräfte zu schonen. Doch der Hackberrybaum, der auf der höchsten Erhebung der Arrowhead Ranch stand, hatte bisher Trockenheit und Stürme wacker überstanden. Mittlerweile zählte er zu den höchsten und weit dicksten Hackberries im Umkreis.

Der knorrige Patrizier wurzelte mitten auf einem grasigen Rondell und streckte seinen zerzausten Wipfel weit in den Himmel. Er war nicht der schönste Baum. Über seinem geraden Stamm teilten sich auf kopfeshöhe zwei mächtige Arme zu einem V, aber von da ab krümmten und drehten sich die unansehnlichsten, mit allerlei Flechten und Schmarotzern besetzten Äste. Fräulein Mockingbird, die Spottdrossel, störte das zottlige Aussehen ihres Freundes nicht. Jeden Abend flog die Graugefiederte auf den allerhöchsten Ast und pfiff ein Lied, das sie grad dem roten Kardinal abgelauscht hatte. Und jeden Frühling baute sie ihr Nest im verwurschtelten Gezweig, denn der grossväterliche Hackberry war ein guter Spielplatz für halbflügge Vögelchen.

Eines Tages war es aus mit der Zweisamkeit. Direkt unter dem ausladenden Astwerk des Herrn Hackberry spross ein winziger Zedernschössling mit hellgrünen frischen Tannennadeln. Zuerst fühlte sich das kleine Zederbäumchen im Schutz des riesigen Baumes wohl, doch bald murrte es: “He Du langer Kerl, wirf mal deine Blätter ab, ich brauche mehr Licht!”. Knarrend lächelte der Hackberry über den frechen Sprössling und erlaubte, dass der Sturm ihm ein paar morsche Äste abbrach. Jetzt fiel genug Sonnenlicht auf die Zeder und sie wuchs heran.

An einem Adventstag erzählte ihr die Spottdrossel, dass im Hill Country die schönsten, gerade gewachsenen Zedern als Weihnachtsbäumchen in die Stuben gestellt wurden. Ach, wie gerne hätte unsere Zeder dazu gehört. Doch sie war etwas schief gewachsen, weil sie sich im Schatten des Hackberries immerzu nach Osten zum Licht neigen musste. “Hallo, du Riese, rück ein Stück! Ich brauch Platz, um ein gerader Weihnachtsbaum zu werden.” rief sie. Der umsichtige Patriarch wollte aber die kleine Zeder nicht verlieren und brummte: “Wachs lieber krumm, dann kannst Du noch lange hier oben auf der Wiese in meinem Schutz stehen.” Und er wich keinen Handbreit zur Seite, egal wie sehr das Nadelbäumchen quängelte. Um den grossen Baum tüchtig zu ärgern entschied sich die Zeder nun einfach besonders in die Breite zu wachsen

Die Spottdrossel wunderte sich über den Streit, aber sang wie immer im obersten Wipfel ihre erfundenen Lieder. Stürme zerausten die Krone des uralten Laubbaumes und in dem V-Einschnitt zwischen den beiden mächtigen Ästen moderten allerhand Blätter und Zedernnadeln, die den Spalt noch vertieften. Als es wieder weihnachtete, jammerte die Zeder, die inzwischen viel zu dick für einen Christbaum war: “ Du Alter, schenk mir doch ein bisschen Weihnachtsschmuck!” Froh ihr einen Wunsch erfüllen zu können, liess der Hackberry neben ihr einen dunkelgrün glänzenden Agaritabusch mit roten Beeren wachsen und erbat sich Mistelzweig Samen von der Spottdrossel. “Mistletoe breitet sich schnell aus und macht dich kaputt,” warnte der Vogel seinen Freund. Aber das Zederfräulein wollte unbedingt Mistelzweige haben, weil man sich darunter küssen durfte.

Der Mistletoe breitete sich schnell in Hackberrys Krone aus. Immer mehr Zweige brachen ab, überall ragten unansehnliche Beulen heraus, tiefe Löcher entstanden und die Baumrinde ähnelte schartiger Krokodilshaut. Doch das Zederfräulein war zufrieden , und als im Advent der Mistletoe blühte und hübsche weisse Kügelchen bekam, schrie sie ungeduldig: “ Wirf mir endlich ein paar Perlen runter!” Geduldig schüttelte der Riesenbaum sein entlaubtes Geäst bis viele zierliche Kügelchen auf die dunkelgrünen Zedernadeln rieselten.. “Ach, wenn ich jetzt nur wie ein richtiger Weihnachtsbaum in einer Stube stehen dürfte,” schluchzte die rundliche Zeder und erweichte das Herz des langmütigen Hackberries vollends. Lange sann er darüber nach, wie er ihren Wunsch erfüllen könnte ohne dass sie dabei richtig zu Schaden käme.

Des Nachts, als niemand zusah, liess sich der ächzende Baum vom wild blasenden Blauen Norder direkt über dem V-Einschnitt eine Seite abbrechen. Der schwere Ast traf die Zeder: “Aua!” brüllte das Nadelbäumchen, “Ist das mein Weihnachtsgeschenk, dass Du meine schönen grüne Zweige abreisst?” Lass nur gut sein, dachte der geplagte Alte, dein grösster Wunsch soll in Erfüllung gehen. Und richtig, am nächsten Tag sägte der Rancher die Bruchstelle glatt und entdeckte dabei, dass der morsche Riese fast ausgehöhlt war und sich kaum noch aufrecht halten konnte. Es half nichts, der alte Baum musste gefällt werden. Als alles Holz geschnitten war, rief die Tochter des Ranchers. “Guck mal Papa, dieser abgerissene Zederast sieht genau wie ein hübsch gewachsenes Weihnachtsbäumchen aus. Wir wollen es in der Stube aufstellen und mit roten Kerzen und weissen Sternen schmücken.”

Als die Zeder das hörte freute sie sich unbändig, dass wenigstens ein Teil von ihr, das herrliche Weihnachtsfest mitmachen durfte. Doch als das kalte Abendrot den Himmel lilablau färbte und die Zeder sich wie gewohnt beim alten Hackberry ankuscheln wollte, fehlte ihr der vertraute Freund sehr. Jetzt erst, am Heiligabend, erkannte sie wie oft der gutmütige Baumriese sie beschützt und ihre Wünsche erfüllt hatte. Der Vollmond schien auf den zersägten Stamm, der aus bestem Hartholz gemacht war und die Spottdrossel flog leise heran und dachte über die Freundschaft nach. Am nächsten Tag, als die heisere Bronzeglocke der Kirche den Weihnachtsmorgen einläutete, brachte der Vogel der Zeder ein Geschenk. Er verscharrte viele Samen bei der Wurzel des mächtigen Baumstumpfes. Die rundliche Zeder netzte die Samen mit Tautropfen, dann rieselten Schneeflocken darauf, denn selbst in Texas passieren Weihnachtswunder , und im nächsten Frühjahr sprossen aus den Wurzeln des gefällten Riesen neue Hackberryschösslinge hervor. Und wisst ihr wer diese jungen Triebe beschützte? Natürlich der kleine Zedernbaum, der von seinem grossen Hackberry Freund viel gelernt hatte.

 

Einfach nur platt gemacht!

Liebe Leserinnen und Leser,

wir alle sind immer wieder betroffen, wenn wir hören, dass irgendwo eine Produktionsstätte dicht macht und die Arbeitnehmer künftig auf der Straße stehen werden, wenn sie nicht schleunigst wieder einen neuen Arbeitsplatz finden. Und wie oft kommt uns dabei der Gedanke, dass es bei so einer Aktion weder um die Produktionsstätte geht noch um deren Rentabilität oder Mitarbeiter? Sicherlich schon öfters. Und es ist längst erwiesen, dass große Konzerne kleine Unternehmen gerne „platt machen“, wenn sie sie erst einmal aufgekauft haben. Da geht es um höhere Finanzpolitik, um Steuerabschreibungen, um in den Steuererklärungen ausgewiesene Verluste durch eben diese aufgekauften kleinen Firmen, die dann plötzlich nicht mehr rentabel waren und in den Konkurs gegangen sind. Wie verlogen und menschenverachtend eine derartige Wirtschaftspolitik ist, zeigt der Fall des Fahrradwerks „Bike Systems“ aus Nordhausen (siehe nebenstehenden Bericht). Da zeigt die Belegschaft des in Konkurs stehenden Unternehmens ganz eindeutig, dass die Gründe für diesen Konkurs in dem Mutterkonzern, der Investmentgesellschaft „Lone Star Funds“, liegen. Es wird Masse gebraucht, die als Negativa abgeschrieben werden kann. Denn das Werk funktioniert und rentiert sich sogar. Nachdem die Belegschaft von „Strike Bike“ das Werk vor drei Monaten kurzerhand besetzt hat, laufen die Bestellungen ein und es wird nicht nur kostendeckend produziert. Neben Produktions-, Betriebs- und Lohnkosten - die arbeitenden Streikenden stehen in vollem Lohn - bleibt sogar noch etwas übrig. Das zeigt ganz klar, dass es „Lone Star Funds“ überhaupt nicht um die Rentabilität des Unternehmens geht - es soll ganz einfach kaputt gemacht werden. Für die 122 Mitarbeiter werden angeblich derzeit Profile zur beruflichen Weiterqualifizierung erstellt. Fazit: Diese Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen brauchen diese Qualifizierung nicht, man sollte sie ganz in Ruhe und gerne auch auf eigene Regie weiter arbeiten lassen. Und wenn der Mutterkonzern damit nicht einverstanden ist, dann sollte es ein - vielleicht sogar staatliches - Gremium geben, das einschreitet und die Arbeitsplätze erhält. Wenn sich eine Belegschaft derart einsetzt und unter Beweis stellt, dass ihr Unternehmen funktioniert, dann sollte man es bitte sehr auch weiter produzieren lassen.


Alles Gute, Ihr
Don R. Vigo
Editor-in-Chief

 

Tummeln mit Grossen Tümmlern von Edda Buchner

Port Aransas am Golf von Mexiko liegt etwa dreieinhalb Autostunden, 150 Meilen, von San Antonio entfernt. Gemessen an den enormen Distanzen in Texas ist für uns sozusagen die Küste von Padre Island gleich um die Ecke. Auf der nach Hause Fahrt, wenn wir mit Sonne und Seewasser getränkt sind, entscheiden wir uns meist für die schnellere Route auf Interstate 37 über Corpus Christie. Für die Hinfahrt wählen wir jedoch schmalere Landstrassen, die durch kleinere Ortschaften führen. In manchen Städten, wie in Beeville, zeugen grossartig gebaute Rathäuser aus dem frühen 19. Jahrhundert von hochfliegenden wirtschaftlichen Ambitionen. Doch normalerweise wirken die mehrstöckigen Gebäude an der Mainstreet eher wie vergessenene Prinzen zwischen Dairy Queen und Burger King Restaurants. Seit 1886 rattern ellenlange Frachtzüge an den weit auseinanderliegenden Orten vorbei, sie transportieren Stückgut von der Küste ins Inland und zurück.

Die Landschaft hat ihre Eigenart behalten. Das Terrain wechselt von hügeligen Weiden, auf denen krumm gewachsene Mesquitebäume von der ehemalige Prärie Besitz ergreifen bis zum bügelbrettflachen Küstenstrich, der von endlosen Baumwollfeldern weiss beschneit ist. Silbergraue Brahmas, rote Herefords, weisse Charolais oder schwarze Angus Rinderherden, begleitet von zierlich weissen Ibis Vögeln, ziehen gemächlich durchs harte Gras. Manchmal sieht man flache Seen schimmern auf denen weisse Reiher und braune Pelikane sich zu völkerreichen Gemeinden versammeln. Dazwischen ragen ab und zu alleinstehende Ranchhäuser inmitten ihrer ausgedehnten Besitzungen auf. Vierbeinige, 10 Meter hohe Windmühlen aus Stahl pumpen Grundwasser hoch, gedrungene Ölpumpen, die wie monströse schwarze Grashüpfer aussehen, fördern das flüssige Gold zu Tage. Fast am Ziel sieht man dann massige Farmsilos, haushohe mit Baumwolle vollgestopfte Maschendrahtwaggons und in der Ferne feuerspeiende Ölraffinerien, die schlanken arabischen Minaretten ähneln.

Dann kommt der Moment auf den ich gewartet habe. Wir nähern uns der Fähre. Endlich strömt die geliebte Salzwasserluft durchs offene Autofenster und die Delphine springen zur Begrüssung in der Fahrwasserrinne zwischen Festland und Insel. Im Sommer bringen etwa ein halbes Dutzend Fähren den Besucherstrom in wenigen Minuten nach Port Aransas. Wir müssen etwas warten, weil ein immenser, unbeladener Tanker und ein turmhohes Frachtschiff im Schneckentempo auf Corpus Christie zusteuern. Die Kolosse schüchtern unsere texanischen Bottlenose Dolphins (Tursiops truncates) durchaus nicht ein. Die bis zu 600 Pfund schwer und bis zu vier Meter lang werdenden Meeressäugetiere weben ihre akrobatische Bogen graziös um den Schiffsbug der Monster. Oft blitzen ihre stahlgrauen Rücken mit der nach hinten gekurvten Rückenflosse im Duo nebeneinander auf. Die zu den Walen (Cetacean) gehörenden Tiere leben überhaupt gerne in geselligen, bis zu zwanzig Artgenossen zählenden Gruppen beisammen.

Es ist eine Freude, die unter dem Marine Mammal Protection Act von 1972 stehenden Delphine (sie leben fast 50 Jahre) zu beobachten. Die Bottlenose Dolphins, mit dem schönen deutschen Namen Grosser Tümmler, sind überall auf der Welt in tropischen Gewässern heimisch und tummeln sich mit wahrer Hingabe an der Mole von Port Aransas. Wie man inzwischen weiss, haben die intelligenten Delphine in ihrem gewölbten Kopf die einzigartigen Eigenschaften von Echolocation und Communication, d.h.sie schaffen es mit anderen zu kommunizieren während sie gleichzeitig navigieren. Sehr wahrscheinlich besser als ich zur selben Zeit reden und kochen kann. Doch wie ein typisches Säugetier, muss der Delphin unter Wasser den Atem anhalten. Also Blasloch zu, wenn man maximal fünf Meter taucht und nach spätestens zehn Minuten wieder an der Oberfläche einatmen. Die putzige Schnauze (Rostrum), die immer aussieht als ob der Delphin lächelt, verbirgt ein Gebiss von 20-25 konischen, ineinandergreifenden Zähnen. Allerdings benutzt er die nur zum Fische fangen nicht zum kauen, denn seine Beute schluckt er ganz runter. Jedesmal wenn ich an die Küste fahre bin ich heilfroh, diese herrlichen Tiere in Freiheit bewundern zu dürfen. Am liebsten mache ich ihre Kapriolen nach und tummle mich selbst stundenlang in den Wellen.

Vor ein paar Jahren, als das Meer besonders glasig und ruhig lastete und kein Mensch zu sehen war, wollte ich allein im Wasser die weite Strecke bis zur Mole zurücklegen. Mit dem Gesicht zum Strand gewendet schwamm ich auf meiner rechten Seite lang ausgestreckt in rhytmischen, weitausgreifenden Zügen. Glitt wie der Kiel eines Bootes oder die Bauchfinne eines Fisches glatt und nahezu wiederstandslos durch die Wellen. Das Wasser strömte schmeichelnd über meine Haut, meine langen Haare fächerten wie Seetang an der Oberfläche. Meerjungfrauen fühlten sich bestimmt derart mit dem Wasser verbunden. Hinter meinem Rücken hörte ich zeitweise tiefes Seufzen. Sicherlich eine Einbildung. Um mich herum war doch nichts weiter als der bauchige Golf von Mexiko, der seine warmen, salzigen Wassermassen bis weit hinter die Bohrtürme zum kalten Atlantik ausdehnte. Und vor mir schimmerte in Reichweite der meilenlange weisse Strand, wo zwischen Dünen einige Hotelhochhäuser und bonbonfarbene Bungalows im Sonnenlicht waberten. Mit leichtem Aufklatschen rollte die glasige Brandung verschäumend im Sand aus.

In Abständen von mehreren Minuten vernahm ich wieder deutliches Prusten hinter mir. Immernoch nichts ahnend wälzte ich mich herum und traute meinen Augen kaum. Etwa zwei Körperlängen entfernt tauchte lächelnd ein hellgrauer Delphin, der gleich mir ebenmässigen Abstand zum Strand hielt, durch die Wellen. Entzückt über diese märchenhafte Nähe zur Meereskreatur und nicht willens den Kontakt zu verlieren, drehte ich mich wieder auf die Seite und versuchte schneller zu schwimmen. Wenn der Delphin mich durch meine bisherigen gemächlichen Bewegungen vielleicht für einen Artgenossen oder sonst etwas Harmloses gehalten hatte, fand er den jetzt von mir angeheizten Wettstreit absurd. Mit einer geschmeidigen Biegung seines glatten, stromlinien-förmigen Körpers tauchte der grosse Tümmler weg und wenig später sah ich seine wie ein Segel gebogene dreieckige Dorsalfinne weiter draussen im Meer. Immerhin, eine zeitlang waren Delphin und Mensch wie bei der Erschaffung der Welt harmlose Weggenossen gewesen. Träumend paddelte ich auf dem Rücken in die erwünschte Richtung, der Sog begünstigte meine Bewegungen. Kurz vor der Mole, in der Nähe von meinem Badehandtuch, liess ich mich an den Strand treiben.

 

Wie geht es weiter? Gedanken und Beobachtungen aus der Hauptstadt

Von Ernst Winkler, DC Korrespondent

Washington, DC (awj) - Die Dichte der deutschamerikanischen Kontakte ist ermutigend. Man spricht miteinander.
Wenn die Anzahl der Besuche europaeischer Staatsmaenner, bzw. Frauen und ihrer Politiker ein Anzeichen fuer die anliegenden Probleme zwischen USA und Europa ein Indikator sind, dann kann man nicht unbesorgt bleiben. In den naechsten zwei Wochen werden sich Frau Merkel in Crawford auf der Texas Ranch von Herrn Bush, der tuerkische Ministerpraesident und der franzoesische Ministerpraesident Sarkozy in Washington einfinden. Vorangegangen sind allein sieben Besuche deutscher Minister in den vergangenen sechs Wochen, ein Besuch des Verteidigungsausschusses der Bundesrepublik und eine Vielzahl von Gespraechen auf allen Ebenen mit den Botschaftern der europaeischen Laender. Solch intensiver Austausch deutet darauf hin, dass nicht nur Routineangelegenheiten anstehen, sondern auch einige gravierende Probleme in den Beziehungen zwischen den USA und den Europaern Loesungen fordern. Es mag auch darauf hindeuten, dass wieder ungewoehnliche Aktionen der USA im Mittleren Osten in Vorbereitung sind. So wie seiner Zeit Israels Primeminister Sharon zu mehreren kurz auf einander folgende Besuchen nach USA reiste, und dann die USA den Irak angriffen, so koennte man heute auch wieder fragen: Was will Herr Bush fuer seinen Platz in der Geschichte noch in Bewegung setzen?

Welche Ziele verfolgt die ausgehende Administration Bush-Cheney?
Ohne Zweifel tut sich die ausgehende Bush Regierung schwer mit den durch den Irak Krieg deutlich verschlechterte Lage im Mittleren Osten. Waehrend die Englaender sich geschickt absetzen, bleibt den Amerikanern die Buerde der "erfolgreichen" Beendigung dieses teuren Krieges. Aber gleichzeitig versuchen die USA die Zweistaaten Loesung fuer das Palestina-Israel Problem durch eine Konferenzeinladung nach Annapolis wieder zu forcieren, verhaengen die USA im Alleingang neue Sanktionen gegen ein Iran, das zwar eine Atomindustrie nun mit russischer Unterstuetzung aufbaut, israelische Bombenangriffe auf syrische Industrieanlagen sanktioniert, wobei man vorgibt, diese seien fuer den Bau fuer Nuklearanlagen vorbereitet, und auch eine verstaerkte Einflussnahme auf Pakistan praktiziert, ohne wirklich den in der NATO vereinten und allierten Nationen offen die Ziele und geplanten Strategien dieser Aktionen offen zu avisieren. Die Dichte der deutschamerikanischen Konsultationen macht hellhoerig. Ist die deutsche Regierung tiefer in Bushs Plaene eingeweiht, als es oberflaechlich den Anschein hat?

Welche Ziele und welche Exitstrategien verfolgt die deutsche Regierung bzw. Europa?
In Gespraechen mit den deutschen Repraesentanten faellt immer wieder auf, welche Themen vermieden werden. Ein solches Thema ist die grosszuegige Freiheit, die die PKK in Deutschland geniesst. So ist es beunruhigend, dass das tuerkische Kurdenproblem zwar offen die NATO Treue der Tuerkei provoziert. Aber die NATO ist als Defensivbuendnis fuer alle seine Mitglieder gedacht. Nun aber wird ein Partnerland, die Tuerkei, aus einem von den USA besetzten Nachbarland, Irak, angegegriffen. Wessen Verantwortung ist nun die Verteidigung der tuerkischen Interessen?
Ein weiteres Thema ist die oft pflaumenweiche Haltung gegenueber den oft und offen ausgesprochenen Angriffsvorstellungen der USA gegen Iran. Warum fehlt hier eine klare und unmissverstaendliche Aussage der Europaeer gegen eine "ultima ratio" Loesung , naemlich gegen einen Krieg gegen Iran, der automatisch Russland involvieren muss?
Ebenso bleibt unausgesprochen und undefiniert ,aber deswegen umso gefaehrlicher, die Haltung Deutschlands und Europas in Israels Bestreben, ein Gross-Israel mit ethnischer Saeuberung der inkorporierten Gebiete von Palestinensern durch "facts on the ground" zu schaffen? Warum wird nicht offen darueber gesprochen, dass Israel im Besitz von einsatzfaehigen Atomwaffen sich nicht der internationalen Kontrolle unterwerfen will? Dass nunmehr auch Aegypten eine Nuklearindustrie aufbauen moechte,mit dem Hinweis, dass sein Nachbar Israel sie ja auch habe?
In Deutschland hat man sich zu einer Verlaengerung des Einsatzes im Natorahmen in Afghanistan zumindest im Parlament durchgerungen. Aber in der Meinung des Volkes ist diese Unterstuetzung ebenso wie in anderen Laendern wie Holland und Kanada durchaus nicht so mehrheitlich sicher. Urspruenglich wollte man Al Quaeda und die sie unterstuetzende Talibanherrschaft beseitigen. Wie sind die Kriegsziele, und besonders die exit-Ziele und die exit-Zeiten fuer dieses teure und blutige Engagement definiert?

Wo sind die bisher erzielten Erfolge gegen den Terrorismus?
In den Medien und von den Politkern beiderseits des Antlantik wurde viel von der Bewahrung der und dem Schutz der "Gemeinsamen Werte", von dem "Kampf gegen den Extremismus und Terrorismus" gesprochen. Und oft ziehen sich viele Politiker schwafelnd auf diese Redensarten zurueck, wenn man sie nach klaren Definitionen und Zielen befragt.
Welche Erfolge sind denn nun in den letzten fuenf Jahren wirklich erzielt worden? Haben die besonders in den USA aber auch im bundesdeutschen Haushalt erhoehten Verteidigungsausgaben fuer mehr Panzer, Raketen und anderes Hardware uns Erfolge gegen den Terrorismus gebracht?
Terroristen sind verfangen in einer Geisteshaltung, die der Unseren toedlich und oft diametral engegengesetzt ist. Damit wird der Kampf gegen den Terrorismus ein Ringen um die Koepfe und Herzen dieser Menschen. Oder will man hier Terror mit Gegenterror brechen? Wieder die Frage: Was sind denn wirklich die Ziele und die notwendigen Strategien, zu denen sich in unserer demokratischen Gesellschaft die Menschen bekennen und unterstuetzen muessen?

Sind die USA einzig berufen, die Ziele und Strategien im Kampf gegen Terrorismus zu formulieren?
Ist es nicht die Aufgabe und der Auftrag fuer unsere gewaehlten politischen Vertreter diese Ziele zu definieren, uns, dem Volk, zu erlaeutern und bekanntzumachen? Sind unsere europaeischen Ziele und daraus resultierenden Strategien inhaltlich und zeitlich identisch mit denen unserer Alliierten? Oder ueberlassen wir lieber solche fundamentalen Entscheidungen unseren Alliierten wie den USA? Hannemann geh du voran, du hast die laengsten Hosen an?
In Washington treffen sich die Minister, die deutschen und nicht nur deutschen Vertreter von Verteidigungsausschuessen, von Wirtschafts-, Gesundheits, Umwelt- und Wissenschaftsgremien. Doch welche Ergebnisse bringen diese bilateralen Begegnungen?
Vom 9. bis 11. November wird Frau Merkel auf hoechster Ebene mit Herrn Bush nicht nur im Jeep ueber die Texasranch fahren. Sie muss und wird ueber die drueckenden Probleme von Krieg und Frieden im Nahen Osten, in Afghanistan und Afrika sprechen. Auch viele andere wichtige und brennende Herausforderungen aus Wirtschaft und Finanzwelt werden anstehen. Schnelle Loesungen zu erwarten ist utopisch. Aber sie muss auch den amerikanischen Partner davon ueberzeugen, dass nur auf der Basis der gemeinsamen, und gemeinsam akzeptablen Definition der Ziele und deren Durchsetzung die so oft beschworenen "Gemeinsamen Werte" in der westlichen Welt erhalten, bewahrt und Loesungsansaetze entwickelt werden koennen. Das bedarf sicher der groessten kreativen Anstrengen der Besten und Maechtigen auf beiden Seiten des Atlantik und am Ural.

 

Kinder, Spione von morgen?

Liebe Leserinnen und Leser,

das hatte sich Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen ja schön ausgedacht. Die CDU-Politikerin wollte doch tatsächlich Kinder in die Läden und Tankstellen schicken, um sie als Testkäufer ausprobieren zu lassen, wo sie denn böse Verkäufer finden würden, die ihnen entgegen der gesetzlichen Vorschriften Alkohol und Tabak verkaufen, obwohl sie noch keine 18 Jahre alt sind. Der normal denkende Bürger mag sich da an den Kopf fassen - und vielleicht auch zwiespältiger Meinung sein. Denn einerseits ist das eigentliche Ansinnen der „Vorzeigemutter“ der Bundesregierung keine so schlechte Idee. Schließlich dürfte es keinem verantwortungsbewussten Erwachsenen gefallen, wenn unseren „Kleinen“ alle Türen offen stehen, wenn sie an Wodka, Whiskey, Bier oder Zigaretten kommen wollen. Die Gefahren kennen wir alle nur zu gut. Wer gedankenlos ein Geschäft damit machen will, den sollte tatsächlich die Härte des Gesetzes treffen. Aber wenn wir nun damit anfangen, die Kinder als Spione von morgen auf die Straße zu schicken um in verdeckten Ermittlungsoperationen Jagd auf Kommerzsünder zu machen, dann muss man sich gleichermaßen die Frage stellen: Wo hört denn dieser Spionageeinsatz auf? Jetzt sind es die oftmals einfach nur ahnungs- oder gedankenlosen (wenn man ihnen das in aller Güte unterstellen will) Menschen hinter der Kasse, die aufs Korn genommen werden. Was kommt als Nächstes? Setzt man dann unsere Kinder darauf an, die steuerlich angegebenen und wirklichen Einkünfte der Eltern zu vergleichen, um Steuersünder zu ermitteln? Sollen sich Sohn oder Tochter ans Telefon setzen und eigenhändig die Polizei anrufen, wenn sie vermuten, dass Mama oder Papa mit dem Auto fahren wollen, obwohl sie etwas getrunken haben? Und wenn Mama oder Papa aus der Firma etwas mitgenommen haben, das eigentlich nicht ihnen, sondern dem Arbeitgeber gehört, dann wird dieser informiert, damit gleich die fristlose Kündigung ins Haus flattert? Nein, das alles sind beileibe keine Bagatelldelikte, sie sind natürlich verwerflich und können durchaus eine Straftat darstellen. Aber Kinder einzusetzen, um die Unzulänglichkeiten der staatseigenen Organe zu kaschieren, das geht eindeutig zu weit. Da fühlt man sich doch gleich an totalitäre Systeme wie die DDR oder das Dritte Reich erinnert, als man auch niemandem mehr trauen konnte, nicht mal den Mitgliedern der eigenen Familie. Das kann es doch nun wirklich nicht sein!


Alles Gute, Ihr
Don R. Vigo
Editor-in-Chief

 





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