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» Wohin steuern Schifffahrt und Häfen?Von Eckart Gienke, dpa(Foto – Archiv)



Die Schifffahrt hat das schwerste Jahrzehnt ihrer Geschichte hinter sich und auch den Häfen ging es schon besser. Jetzt zeichnet sich die Wende ab. In den nächsten Tagen legen die wichtigsten Unternehmen der Branche ihre Bilanzen vor und geben Hinweise für die Zukunft.

Die Konsolidierung auf den Märkten ist noch nicht zu Ende, wird sich aber verlangsamen. Diese Position vertraten sowohl Angela Titzrath, die Chefin des Hamburger Hafenkonzerns HHLA, als auch Rolf Habben Jansen, Vorstandsvorsitzender der größten deutschen Linienreederei Hapag-Lloyd, jüngst bei einer gemeinsamen Podiumsdiskussion. Beide legen am kommenden Mittwoch (28.3.) die Bilanzen ihrer Unternehmen für 2017 vor. Und beide haben wohl gute Nachrichten zu verkünden.

HHLA-Chefin Titzrath gehört zu den Gewinnerinnen bei der Neuordnung der Schifffahrtsallianzen. Der Containerumschlag im Hamburger Hafen insgesamt stagniert, aber mehrere Kunden wechselten vom kleineren Konkurrenten Eurogate zur HHLA. So wuchs 2017 der Containerumschlag an den drei Hamburger Terminals laut vorläufigen Ergebnissen um 8,3 Prozent auf 6,9 Millionen Standardcontainer (TEU). Die Konkurrenz büßte in gleicher Größenordnung Umschlag ein. Der Umsatz der HHLA wuchs um sechs Prozent auf 1,25 Milliarden Euro, das Betriebsergebnis (Ebit) kletterte um über fünf Prozent auf 173 Millionen Euro. Das ist angesichts der Branchensituation ziemlich gut.

Auch Habben Jansen kann wieder schwarze Zahlen vorlegen, nachdem Hapag-Lloyd zeitweise durch ein Tal der Tränen ging und ohne Hilfe von außen heute wohl nicht mehr als eigenständiges Unternehmen existieren würde. Der Konzern erreichte 2017 nach vorläufigen Zahlen einen Umsatz von zehn Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis (Ebit) von 411 Millionen Euro. Damit ist Habben Jansen noch nicht dort, wo er hinwill, aber auf einem guten Weg. Noch ist der Zusammenschluss mit der arabischen Reederei UASC nicht komplett umgesetzt, nicht alle Sparmöglichkeiten ausgeschöpft. Und Habben Jansen rechnet damit, dass die Transportpreise für Container im nächsten Jahr höher ausfallen werden. «Die Branche steht heute viel besser da als noch vor einigen Jahren», meint der Niederländer.

Bevor Titzrath und Habben Jansen ihre Einschätzungen zur Zukunft abgeben, hat noch die Wissenschaft das Wort. Henning Vöpel, der Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) stellt am Dienstag gemeinsam mit Experten der Berenberg Bank eine Studie zur Entwicklung der Schifffahrt vor. Dabei geht es um Digitalisierung, Big Data, unbemannte Schiffe und die Vernetzung von Schiffen und Häfen sowie den Einfluss von digitalen Systemen auf die globalen Wertschöpfungsketten. Das Papier dürfte in der Branche große Aufmerksamkeit finden.

05:08 25-03-2018
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