Friday, December 15, 2017   Last Update: 10:25 PM EST
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Widerstand gegen Stahlfusion wächst – 7000 bei Großdemonstration


Nach dem Bekanntwerden der Fusionspläne für die europäischen Stahlsparten von Thyssenkrupp und Tata wächst im Ruhrgebiet die Empörung. Die Kritik entzündet sich auch an der geplanten Verlegung des Unternehmenssitzes in die Niederlande. Zu einer Protestdemonstration kamen knapp 7000 Stahlkocher in Bochum zusammen.

Der DGB-Chef forderte den Erhalt der deutschen Standorte und den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen. Auch die derzeit geplante Verlagerung des Unternehmenssitzes in die Niederlande dürfe nicht über den Kopf der Belegschaft hin entschieden werden. Er erwarte, dass sich auch die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen für die Stahlkocher und den Erhalt des Unternehmenssitzes einsetze, so Hoffman.

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) forderte von dem Konzern die Vorlage von «Zahlen und keine Geheimniskrämerei». «Es geht um die Zukunft des Stahls in Deutschland», sagte sie. Die Branche dürfe keinen «Aktienspielchen» zum Opfer fallen. Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Thyssenkrupp-Stahlsparte, Detlef Wetzel, bezeichnete die Entscheidung zur Verlagerung des Unternehmenssitzes als «Verrat an Nordrhein-Westfalen».«Es liegt noch ein schwerer Weg vor uns», sagte er. «Weg mit Tata.»

Konzernbetriebsratschef, Willi Segerath, kündigte eine Fortsetzung der Proteste an. «Der Auftakt ist gut, aber demnächst kommen wir näher an Essen ran. Wir lassen uns nicht ignorieren», sagte er unter Anspielung auf den Konzernsitz in der Nachbarstadt. Ob die Zahl von 4000 bedrohten Arbeitsplätzen das Ende der Fahnenstange sei, bezweifele der Betriebsrat. «Eine Lösung ohne Arbeitnehmer ist kein Lösung», sagte er.

Vor der Demonstration hatten die Beschäftigten des größten deutschen Stahlkonzerns am Freitag die Produktion weitgehend zum Erliegen gebracht. Die Anlagen seien mit Beginn der Frühschicht heruntergefahren worden, berichtete ein Sprecher des Betriebsrats. Im Werk sorge lediglich eine Notbesatzung dafür, dass es zu keinen Schäden komme. Am Nachmittag sollte dann der normale Betrieb wieder aufgenommen werden.

In dieser Woche hatte der Konzern eine Absichtserklärung für eine Fusion der Thyssenkrupp-Stahlsparte mit dem Konkurrenten Tata veröffentlicht und den Wegfall von 2000 Arbeitsplätzen in Deutschland angekündigt. Der Betriebsrat befürchtet aber die Streichung von deutlich mehr Jobs und lehnt die Fusionspläne ab.

10:10 22-09-2017




 
 
 
 
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