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Warten auf IOC-Entscheid zu Russland: «Zumutung für alle Beteiligten»


Vor Ende November wird das IOC die Ermittlungen zum Doping-Skandal um Russland und die Winterspiele 2014 in Sotschi nicht abschließen. Auch DOSB-Präsident Hörmann fürchtet: «Zeitlich wird es langsam eng.»

«Es sollte ja nicht wieder ähnliche Unsicherheiten und Irritationen wie vor Rio geben, als alles unter enormem Zeitdruck entstand», sagte der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes. «Das wäre kein guter Einstieg in die kommenden Olympischen und Paralympischen Spiele.»

Auch die Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses befürchtet eine «ähnliche Hängepartie» wie vor den Sommerspielen 2016 in Rio. «Ende November - das bedeutet, dass kaum noch Zeit für transparente, nachvollziehbare und auch anfechtbare Entscheidungen bleibt», kritisierte Dagmar Freitag. «Das ist eine Zumutung für alle Beteiligten. Leidtragende sind wieder einmal die Athleten.»

Das IOC hatte nach Veröffentlichung des ersten Russland-Reports von Sonderermittler Richard McLaren im Juli 2016 zum systematischen Doping in Russland kurz vor den Rio-Spielen auf einen Olympia-Bann verzichtet. Die Prüfung des Startrechts von Athleten des Landes mussten die internationalen Sportverbände vornehmen.

Die sich immer weiter verzögernden Untersuchungen der Russland-Causa schaden nach Ansicht von Andreas Trautvetter, dem Präsidenten des Bob- und Schlittenverbands für Deutschland, auch der Glaubwürdigkeit des Sports. «Ja, eindeutig ja, weil hier Erwartungen geweckt werden, weil aufgrund der Untersuchungen auch Maßnahmen erfolgen sollten», sagte er. «Bisher ist aber nichts passiert.» Olympia-Gastgeber Russland hatte in Sotschi 33 Medaillen geholt, von denen offenbar viele auf Doping-Missbrauch und Sabotage im Analyselabor basierten.

Ungeachtet einer IOC-Entscheidung will der Biathlon-Weltverband IBU selbst Konsequenzen ziehen und einen Strafenkatalog im Kampf gegen Doping verabschieden. «In der IBU haben wir ganz konkrete Maßnahmen angedacht, und die werden wohl auch vom Exekutivkomitee im November beschlossen werden», erklärte Franz Steinle, Präsident des Deutschen Skiverbandes. Dabei werde auch den Forderungen der Athleten Rechnung getragen, die unter anderem die Erhöhung der Sperren und Bußgelder sowie die Aberkennung von Startplätzen forderten.

«Wir haben uns das Thema auf die Fahnen geschrieben und drängen auch darauf, dass wir in Deutschland keine Insel der Glückseligen sind, sondern international die Maßstäbe gleich hoch angesetzt werden», meinte Steinle, der Mitglied der Rechtskommission der IBU und des Ski-Weltverbandes FIS ist.

Während die führenden nationalen Anti-Doping-Agenturen wiederholt einen Komplett-Bann Russlands von den Pyeongchang-Spielen forderten, halten sich die Funktionäre mit Sanktions-Forderungen zurück. «Das lässt sich erst beantworten, wenn die unabhängigen Kommissionen ihre konkreten Ergebnisse vorlegen. Bisher gibt es noch höchst widersprüchliche Thesen darüber, was in Sotschi wirklich passiert ist», sagte Hörmann.

Zwei Kommissionen des IOC beschäftigen sich inzwischen rund ein Jahr lang auf Grundlage des McLaren-Reports mit dem Fall Russland. Einer der Kommissionsvorsitzenden, Denis Oswald, versicherte in einem in dieser Woche an Angela Ruggiero, der Vorsitzendenden der IOC-Athletenkommission, adressierten Brief, das «Äußerste zu tun».

Im Sotschi-Skandal geht es aber nicht wie meistens um den nachträglichen Nachweis positiver Doping-Tests, sondern um den viel schwerer zu ermittelnden Beweis krimineller Manipulation. Deshalb hat DOSB-Chef Hörmann trotz der Zeitnot bis zur Eröffnungsfeier der Winterspiele am 9. Februar auch etwas Verständnis für die nicht endenden wollenden Untersuchungen: «Es hat sich eben gezeigt, dass die Arbeit der Kommissionen komplexer ist als ursprünglich gedacht.»

13:08 20-10-2017




 
 
 
 
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