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» «Trügerische Phase»: DFB-Nachwuchsleiter warnt vor Fehlentwicklungen



Deutschland ist Weltmeister, Confed-Cup-Sieger und U21-Europameister. Für künftige Erfolge bleiben die Nachwuchsarbeit und Entwicklung des deutschen Fußballs aber ein wichtiges Thema. Der Leiter der Juniorennationalteams sieht eine «trügerische Phase».

In Frankfurt am Main wird der DFB eine bis zu 150 Millionen Euro teure Akademie bauen. «Es ist eine Investition in Wissen, in Know-how und in die Weiterentwicklung des gesamten deutschen Fußballs», sagte Schönweitz.

Das deutsche System sei gut und funktioniere, man müsse aber auf veränderte äußere Einflussfaktoren reagieren, forderte er. Der Nachwuchsfußball habe sich «rasant professionalisiert, was auch finanzielle Auswirkungen hat», erläuterte Schönweitz. Dazu kämen Veränderungen in der Gesellschaft, etwa bei Werten und Lernmethoden, sowie die Weiterentwicklung anderer Nationen.

«Um nicht nur Schritt zu halten, sondern weiter Benchmark zu bleiben, müssen auch wir unser System immer weiterentwickeln, neue Wege gehen, vielleicht an der einen oder anderen Stelle anders gewichten», forderte Schönweitz. Aktuell muss die von Schönweitz als Coach betreute U19-Nationalmannschaft ein Aus in der EM-Qualifikation fürchten. Nach einer Niederlage gegen Norwegen geht es am Dienstag gegen die Niederlande um das Europameisterschaftsticket.

Englands Nachwuchsteams hatten im vergangenen Jahr drei von fünf Titeln gewonnen. «England hat nicht nur viel, sondern in der Nachwuchsförderung auch in die richtigen Themen investiert», schilderte Schönweitz. «Sie besitzen einen riesigen Pool von Toptalenten.» Deutschlands Ziel müsse es aber nicht sein, so viel Geld wie England zu verdienen. Vorhandenes Geld müsse so eingesetzt werden, dass «wir uns die Topstars weiter selbst ausbilden und sie in der Bundesliga ankommen».

Der immer früher beginnende Kampf um die Talente erschwert die Nachwuchs-Arbeit nach Ansicht von Schönweitz enorm. «Fakt ist, dass sehr viele Einflüsse auf die Jungs einströmen», sagte er. «Es fällt immer schwerer, sich frei zu entwickeln und demnach auch immer schwerer, das mögliche Potenzial komplett auszureizen.»

09:04 27-03-2018
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