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Tour als Therapie – Jürgen Drews mal nicht am Ballermann


Der «König von Mallorca» tourt seit Donnerstag mit einer Live-Band durch deutsche Konzertsäle und Stadthallen. Vor dem Auftakt in Hannover war er «tierisch aufgeregt» - auf der Bühne bekämpfe er seine Schüchternheit, sagt der 72-Jährige.

Die «Es war alles am besten»-Tour habe ihm seine Frau Ramona eingebrockt, erzählt Drews vor dem Premierenkonzert in Hannover: «Sie wünschte sich, dass ich mal wieder die alten Sachen von den "Humphries Singers" bringe. Jetzt bin ich tierisch aufgeregt.» Rund 700 Zuschauer - darunter mehr Rentnerinnen als Abiturientinnen - erlebten am Donnerstag eine Zeitreise durch fünf Jahrzehnte. Unterstützt wurde Drews von seiner Band inklusive Bläsern sowie zwei Tänzerinnen. 

Während hinter ihm auf der großen Videowand Plattencover aus den 70er Jahren zu sehen sind und private Filme mit Frau und Tochter flimmern, spielt Drews zunächst alte Hits - ganz Gentleman im dunklen Anzug. Die Stimme ist nicht mehr glockenhell wie in dem verwackelten Konzertausschnitt eines Auftritts der «Les Humphries Singers» in Paris, dafür klingt sie nach gelebtem Leben.

Im April wird Drews 73 Jahre alt, das sieht man ihm nicht an - volles Haar, kein Bauchansatz. «Ich bin eigentlich ein schüchterner, unsicherer Mensch. Ich therapiere mich mit der Musik», bekennt der Schlager-König. «Die Menschen mögen auch, dass ich mich selbst nicht ganz so ernst nehmen.»

Verehrerinnen gibt es noch genug - ein Fan überreicht ihm während des Konzerts einen Blumenstrauß. Sie habe ihn 1980 bei seiner DDR-Tour als Teenie erlebt, erzählt sie. Nach der Pause lässt Drews «Malle» in Hannover aufleben. Den Anzug hat er gegen Jeans und T-Shirt getauscht, die Zuschauer hält nichts mehr auf den Sitzen. Als Zugabe haut das Schlager-Urgestein den Rolling-Stones-Klassiker «(I can't get no) satisfaction» raus, inklusive Gitarrensolo.

Eigentlich könnte er 1000 Auftritte im Jahr machen, sagt Drews. Anfragen gebe es genug. Die letzten drei Monaten habe er dennoch gar nichts gemacht und im Studio daheim komponiert. Der Musiker lebt auf Mallorca und im Münsterland. Einen großen Traum habe er noch, verrät er. «Ich möchte irgendwann mal einen Song von mir auf einer Popwelle im öffentlich-rechtlichen Radio hören. Die spielen mich nämlich nicht.»

23:04 08-03-2018




 
 
 
 
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