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Simbabwe: Mugabes Nachfolger Mnangagwa soll rasch vereidigt werden


In Simbabwe beginnt eine neue Ära. Nach dem Rücktritt von Präsident Mugabe soll der Nachfolger schnell übernehmen. Doch ein radikaler Umbruch scheint unwahrscheinlich: «Das Krokodil» Mnangagwa ist ein alter Weggefährte Mugabes.

Mugabe war am Dienstag nach fast vier Jahrzehnten an der Macht zurückgetreten. Damit war er einem Amtsenthebungsverfahren des Parlaments zuvorgekommen. In der Nacht zum Mittwoch hatten daraufhin Tausende Simbabwer ausgelassen den Rücktritt Mugabes gefeiert.

Mnangagwa soll das Land im südlichen Afrika wohl bis zu den ohnehin bis spätestens August 2018 geplanten Wahlen führen. Ob er die Opposition an der Übergangsregierung beteiligen wird und wie schnell das Militär die Macht wieder einer zivilen Führung übergeben wird, blieb zunächst unklar. Vor seiner Abreise aus Südafrika traf Mnangagwa am Morgen noch mit Präsident Jacob Zuma zusammen.

Der unter dem Spitznamen «Das Krokodil» bekannte Mnangagwa ist seit Jahrzehnten führendes Mitglied der politischen Elite Simbabwes. Der Hardliner gilt als Verbündeter des Militärs. Er hat unter Mugabe unter anderem den Geheimdienst und das Justizministerium geführt.

Oppositionsführer Morgan Tsvangirai forderte, schnellstmöglich freie und faire Wahlen abzuhalten, um aus Simbabwe wieder eine erfolgreiche Demokratie zu machen. Auch Vertreter der internationalen Gemeinschaft forderten eine rasche Rückkehr zur Demokratie. «Der Weg vorwärts muss zu freien und fairen Wahlen führen», erklärte US-Außenminister Rex Tillerson. Das Auswärtige Amt in Berlin erklärte über Twitter, Deutschland wolle die Erneuerung Simbabwes «emeinsam mit unseren europäischen und internationalen Partnern» unterstützen.

Mugabe hatte Mnangagwa Anfang des Monats gefeuert, was weithin als einer der Auslöser des Militärputsches vom 15. November gesehen wurde. Das Militär stellte Mugabe unter Hausarrest, woraufhin sich seine bisherigen Unterstützer in Windeseile von ihm abwandten.

Der Putsch der Generäle wurde nach Meinung von Experten auch dadurch ausgelöst, dass Mugabe seine unbeliebte Frau Grace (52) als seine Nachfolgerin etablieren wollte. Bislang ist noch unklar, ob Mugabe in Simbabwe bleiben wird und ob ihm möglicherweise von der Militärführung Straffreiheit zugesichert wurde.

Mugabe war in dem Land im südlichen Afrika seit der Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahr 1980 an der Macht, zunächst als Premierminister und seit 1987 als Präsident. Seine Regierungsführung wurde mit den Jahren zunehmend autoritärer. Unter seiner Führung wurde aus der wohlhabenden Kornkammer der Region ein Armenhaus.

17:49 22-11-2017




 
 
 
 
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