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» Nachbarländer von Afghanistan wollen für Frieden zusammenarbeiten



In Afghanistan wird weiter gekämpft, die Lage wird eher schlimmer als besser. Die Nachbarländer machen sich gemeinsam Sorgen. Ein Staat tut sich neu als Treffpunkt für Gespräche hervor.

«Sicherheit für Afghanistan ist auch Sicherheit für Usbekistan und ein Pfand für Stabilität und ein Erblühen des Großraums Zentral- und Südasien», sagte der usbekische Präsident Schawkat Mirsijajew als Gastgeber. Er bot sein Land als Plattform für Friedensgespräche an.

Die Ex-Sowjetrepublik Usbekistan schaltete sich mit dem Treffen als neuer Akteur in die Konfliktlösung ein. Sie brachte dabei außer den zentralasiatischen Nachbarn auch Russland, China, Indien, Pakistan, Iran und Saudi-Arabien sowie die USA, EU und Nato an einen Tisch.

Die Taliban selber waren nach usbekischen Angaben zwar eingeladen, hatten aber eine Teilnahme verweigert. Der afghanische Außenminister Salahuddin Rabbani sagte dagegen, die Gruppierung sei zu der Regierungskonferenz nicht eingeladen gewesen. Das Friedensangebot der Regierung liege auf dem Tisch, sagte er. Die Bedingungen seien den Taliban bekannt

Der afghanische Staatschef Aschraf Ghani als Ko-Gastgeber verurteilte die jüngsten Selbstmordanschläge der Taliban. Er hatte im Februar Friedensgespräche angeboten, die von der bewaffneten Opposition aber abgelehnt wurden. Weil sich die Sicherheitslage in Afghanistan verschlechtert, will die Nato ihre Truppen dort wieder aufstocken.

Ghani forderte die Nachbarländer dazu auf, sein Land stärker in die Wirtschaft und die Transportkorridore in Asien einzubinden. Der Bau von Bahnstrecken und Stromleitungen sei wichtig. Unter anderem hilft Usbekistan dabei. Für die EU bot die Außenbeauftragte Federica Mogherini Unterstützung bei der Konfliktlösung an. Europa könne nach dem Krieg auch bei einer Wiedereingliederung der Taliban und ihrer Familien in die afghanische Gesellschaft helfen.

Präsident Ghani dementierte, dass neben den Taliban auch die Terrormiliz Islamischer Staat in seinem Land an Boden gewinne. Der IS verfüge nur über etwa 2000 Mann, sagte er. Russlands Außenminister Sergej Lawrow zeichnete dagegen ein düsteres Bild: «Die Lage in Afghanistan degradiert weiter», sagte er. Der IS sei gerade in den nördlichen Provinzen stark, die an die Ex-Sowjetrepubliken grenzen. Dort würden Terroristen ausgebildet.

Pakistan gilt als Land, in dem die Gegner der afghanischen Regierung immer wieder Unterschlupf finden. Bei der Konferenz forderte Außenminister Chawaja Asis indes: «Wir sollten gemeinsam Druck auf die Taliban ausüben, damit sie Gesprächen zustimmen.»

14:11 27-03-2018
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sb btm

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