Wednesday, November 22, 2017   Last Update: 7:08 PM EST
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Nach Technik-Blackout: DFL beruft Krisengipfel mit Hawkeye ein


Der Videobeweis kann zum Bundesligaauftakt gleich in drei Spielen nicht oder nur eingeschränkt zum Einsatz kommen. Die DFL ist verärgert. Krasse Fehlentscheidungen bleiben aber aus.

Bei den Partien TSG 1899 Hoffenheim gegen Werder Bremen (1:0) und Hertha BSC gegen VfB Stuttgart (2:0) kam der Videoassistent erst mit Beginn der zweiten Halbzeit zum Einsatz. Bei der Partie des Hamburger SV gegen den FC Augsburg (1:0) fiel das technische Hilfsmittel ganz aus. «Mit der Technik müssen sie noch ein wenig üben», stellte Hoffenheim-Trainer Julian Nagelsmann süffisant fest.

Zudem stand am Samstagnachmittag bei keinem Spiel die zur Unterstützung bei Abseitsentscheidungen vorgesehene kalibrierte Hilfslinie zur Verfügung. Der Fehler war auch am Sonntag beim Spiel SC Freiburg gegen Eintracht Frankfurt zu Beginn noch nicht behoben.

Immerhin stand aber in Freiburg die Leitung zwischen Schiedsrichter Manuel Gräfe und dem Videoassistenten, der den Berliner Referee über Headset vor einer krassen Fehlentscheidung bewahrte. Nachdem Gräfe einen Treffer des Freiburgers Tim Kleindienst zunächst gegeben hatte, nahm er ihn nach Intervention aus Köln wegen einer vorangegangenen Abseitsstellung des Vorbereiters Florian Niederlechner zurück.

Im späten Sonntagsspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln standen die Linien dann zur Verfügung, mit ihrer Hilfe konnte festgestellt werden, dass beim 1:0 keine Abseitsposition vorlag. Auch beim Samstagabendspiel zwischen Leipzig und Schalke stand die Linie nach Angaben der DFL zur Verfügung, kam aber nicht zum Einsatz.

Auch bei der Bundesligapremiere am Freitagabend hatte das Zusammenspiel zwischen Referee und Videoassistent in der Schlüsselszene des Saisoneröffnungsspiels Bayern München gegen Bayer Leverkusen (3:1) prächtig funktioniert. Schiedsrichter Tobias Stieler verließ die Münchner Arena daher kurz vor Mitternacht rundum glücklich. «Wir Schiris sind nicht perfekt, wir machen Fehler. Und wenn sie dann so korrigiert werden - wunderbar», lautete das Fazit des 36 Jahre alten Unparteiischen aus Hamburg.

Stieler hatte ein Halten des Leverkuseners Charles Aranguiz an Robert Lewandowski im Strafraum nicht eindeutig wahrgenommen. «Vom Gefühl her war da was, war es nicht ganz sauber. Aber ein Elfmeter muss für mich hundertprozentig sein», begründete Stieler den zunächst ausgebliebenen Pfiff.

Nach Rücksprache mit Videoassistent Jochen Drees, der am Bildschirm in Köln die Szene überprüfte, zeigte er dann doch auf den Punkt. «Wir kamen rasend schnell zu der richtigen Erkenntnis, dass es Strafstoß für Bayern München geben muss», berichtete Stieler. Laut DFB dauerte der komplette Vorgang vom Foul bis zum Elfmeterpfiff 36 Sekunden. «Das ist genau die Situation, wo der Videoassistent helfen kann, den Fußball gerechter zu machen», sagte Stieler.

Doch es lief nicht alles rund. Bei einem rüden Foul von Leverkusens Karim Bellarabi an Joshua Kimmich, das Stieler nicht einmal mit Gelb ahndete, griff der Videoassistent nicht ein. Dabei hätte es Rot geben müssen. «Bei solch einer klaren Szene muss es ein Einschreiten geben. Es ist unbegreiflich, dass es keine Konsequenzen gab», monierte TV-Experte Thomas Strunz am Sonntag im «Doppelpass» bei Sport1.

RB Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick sprach sogar von einer vierfachen Fehlentscheidung. «Neben dem Schiedsrichter und dem Videoassistenten hätten das auch der Assistent an der Linie und der vierte Offizielle erkennen können», sagte Rangnick. Stieler war dennoch begeistert. «Es ist eine super Sache für den Fußball und uns Schiedsrichter», sagte er. Nur muss sie auch funktionieren.

18:21 20-08-2017




 
 
 
 
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