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Mutmaßlicher Studentinnen-Mörder in Freiburg entschuldigt sich


Der Angeklagte im Freiburger Mordprozess entschuldigt sich. Er bereue die Tat, sagt Hussein K. vor dem Urteil. Sein Pflichtverteidiger hofft, die von Staatsanwalt und Nebenklage geforderte Höchststrafe abwenden zu können. Das Urteil wird am 22. März gesprochen.

K. müsse im Gefängnis Hilfe und Betreuung angeboten werden, sagte Sebastian Glathe am Montag vor dem Landgericht Freiburg. Auf eine konkrete Forderung mit Blick auf ein Strafmaß verzichtete Glathe. Rechtlich möglich sei eine Verurteilung wegen Mordes und Vergewaltigung nach Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht.

Für das Feststellen der besonderen Schwere der Schuld oder eine Sicherungsverwahrung, wie sie von Staatsanwalt und Nebenklage gefordert werden, fehle die Grundlage, sagte der Verteidiger weiter.

Das Urteil ist für den 22. März (9.30 Uhr) geplant. Hussein K., zu dessen Alter es widersprüchliche Angaben gibt, hat zugegeben, im Oktober 2016 nachts in Freiburg eine 19 Jahre alte Studentin bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt und vergewaltigt zu haben. Die junge Frau ertrank im Fluss Dreisam. Er gab an, im Affekt gehandelt zu haben. Die Studentin war nachts alleine mit dem Fahrrad auf dem Weg von einer Studentenparty nach Hause, als sie Opfer des Verbrechens wurde.

Der Angeklagte sagte in seinem letzten Wort, er bereue die Tat und entschuldige sich: «Es tut mir leid, dass es passiert ist. Aber ich kann die Zeit nicht zurückdrehen.» Er wünsche sich, im Gefängnis eine Drogentherapie machen zu können. «Drogen haben mir mein Leben zerstört», sagte er.

«Folgt man der Darstellung meines Mandanten, ist eine Verurteilung nach Jugendstrafrecht die Folge», sagte sein Verteidiger. Tut das Gericht das, sind bis zu 15 Jahre Haft rechtlich möglich, nicht aber lebenslange Haft. Entscheide sich das Gericht für Jugendstrafrecht, plädiere er für ein Strafmaß im oberen Bereich, sagte Glathe. Hussein K. habe ein Geständnis abgelegt, zudem habe er unter erheblichem Alkohol- und Drogeneinfluss gestanden.

Hussein K. war im November 2015 ohne Papiere nach Deutschland gekommen und von den Behörden als unbegleiteter, minderjähriger Flüchtling eingestuft worden. Überprüft wurde das Alter damals nicht.

Der Staatsanwalt hatte am Freitag Erwachsenenstrafrecht, eine lebenslange Haftstrafe, anschließende Sicherungsverwahrung sowie die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld beantragt. Damit wäre eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren Haft nahezu ausgeschlossen. Die Forderungen entsprechen der juristischen Höchststrafe. Gutachten zufolge war Hussein K. bei der Tat in Freiburg mindestens 22 Jahre alt. Erwachsenenstrafrecht sei somit zwingend die Folge.

Dieser Forderung schloss sich am Montag der Vertreter der Nebenklage an. Der Angeklagte sei mindestens 22 Jahre alt, sagte Rechtsanwalt Bernhard Kramer, der die Eltern der getöteten Studentin vertritt. Jugendstrafrecht, das in der Regel geringere Strafen zur Folge habe, sei somit ausgeschlossen. Zudem brauche es eine Sicherungsverwahrung, da der junge Mann eine Gefahr für die Allgemeinheit darstelle.

Wegen einer Gewalttat an einer jungen Frau im Jahr 2013 war Hussein K. in Griechenland zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, im Oktober 2015 aber vorzeitig gegen Auflagen entlassen worden. Nach seiner Freilassung tauchte er unter und kam nach Deutschland.

15:05 12-03-2018




 
 
 
 
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