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Mugabe tritt nach Putsch erstmals wieder öffentlich auf


Das Militär hat Simbabwes Präsident kaltgestellt. Nun durfte Mugabe zum ersten Mal wieder in die Öffentlichkeit. Die Generäle loben sich unterdessen selbst für zahlreiche Festnahmen. Für Samstag ist ein Massenprotest gegen Mugabe geplant.

Eine sehr einflussreiche simbabwische Vereinigung, die Gruppe der Kriegsveteranen, rief zu einem Massenprotest für Samstag auf, um Mugabes umgehenden Rücktritt zu fordern. «Ich hoffe, dass er bis dahin seine Entscheidung getroffen haben wird», sagte der Vorsitzende der Vereinigung, Chris Mutsvangwa, auf einer Pressekonferenz. Er bezeichnete Mugabe und dessen unbeliebte Frau Grace wiederholt als «eine verrückte Frau und einen senilen alten Mann». Die Kriegsveteranen waren lange treue Unterstützer Mugabes.

In ihrer ersten öffentlichen Äußerung sprach die Führung der Putschisten von Fortschritten bei der Festnahme von «Kriminellen» aus dem Umfeld Mugabes. Die Verbrecher hätten dem Land soziales und wirtschaftliches Leid zugefügt, erklärten die Generäle über die staatliche Zeitung «The Herald». Das Militär machte keine näheren Angaben zu den festgenommenen Personen. Augenzeugen zufolge hatten Soldaten am Mittwoch unter anderem Finanzminister Ignatius Chombo festgesetzt.

Die Militärführung erklärte weiter, dass sie mit Mugabe über die nächsten Schritte spreche. Sie wollen Mugabe offenbar zur Amtsaufgabe drängen. Man werde die Bevölkerung informieren, sobald das Ergebnis der Gespräche feststehe, hieß es. Staatliche Medien hatten am Donnerstag bereits Fotos von einem Treffen Mugabes mit Generalstabschef Constantino Chiwenga veröffentlicht.

Das Militär des Landes im südlichen Afrika hatte in der Nacht zum Mittwoch geputscht und Mugabe unter Hausarrest gestellt, nachdem dieser den von den Generälen respektierten Vizepräsidenten Emmerson Mnangagwa entlassen hatte. Mugabe, der seit 1980 an der Macht ist, hatte offenbar darauf hingearbeitet, seine unbeliebte Frau Grace Mugabe (52) als Nachfolgerin aufzubauen.

Viele Beobachter glauben, dass das Militär Mnangagwa als Übergangspräsidenten installieren will. Soldaten patrouillieren in der Hauptstadt und haben verschiedenen Regierungsgebäude umstellt, doch die Lage ist im ganzen Land bislang weitestgehend friedlich.

Unter Mugabes Führung wurde die frühere Kornkammer des südlichen Afrika heruntergewirtschaftet. Einem UN-Index zufolge gehört Simbabwe heute zu den ärmsten Staaten der Welt.

Reisen in das afrikanische Land sind nach Einschätzung des Auswärtigen Amtes (AA) «mit besonderer Vorsicht» weiter möglich. Es gebe keine Erkenntnisse über Ausschreitungen oder Übergriffe in der Hauptstadt Harare, teilte das AA am Freitag in seinen Reise- und Sicherheitshinweisen für Simbabwe mit. Lediglich Aufenthalte in Harare sollten Urlauber auf das unbedingt notwendige Maß beschränken.

17:09 17-11-2017




 
 
 
 
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