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» «Menschenbilder» – Porträtmaler Günter Rittner wird 90Von Britta Schultejans, dpa(Foto – Archiv)



Günter Rittner malte Berühmtheiten wie Heinz Rühmann und Curd Jürgens und brachte «Gesichter der Macht» von Walter Scheel, Franz Josef Strauß oder Ludwig Erhard auf die Leinwand. Zu seinem 90. Geburtstag hat der Maler weiter große Pläne.

Am Samstag (11. März) wird Rittner, einer der bedeutendsten deutschen Porträtmaler der Gegenwart, 90 Jahre alt. Zu seinem Geburtstag kommen seine Verwandten zu einer Feier, ansonsten lässt er es inzwischen eher ruhig angehen, wie er im Interview der Deutschen Presse-Agentur in München sagt. «Im Moment male ich niemanden. Ich ruhe mich aus.» Gerne würde er aber Angela Merkel malen.  

Denn er denkt noch gerne zurück an die Sitzungen mit den Menschen, die er porträtierte und schildert gerne Anekdoten: «Ich habe gemerkt, dass Ludwig Erhard gerne Pralinen gegessen hat», erinnerte er sich einmal. «In seiner Schreibtischschublade hat er immer einen Karton Pralinen gehabt.» Kommunikativ und freundlich sei der Ex-Kanzler gewesen, als Rittner kurz nach dessen Abdankung bei ihm am Tegernsee war, um ihn zu malen. Erhards Urteil über sein Bild: «Der Kopf ist gut.»

Seit den frühen 50er Jahren galt die Vorliebe des gebürtigen Schlesiers Rittner dem Künstlerporträt. Zu seinem 70. Geburtstag stellte das Deutsche Theatermuseum in seiner Wahlheimat München («Die Stadt inspiriert mich») seine «Menschenbilder» aus und brachte einen Bildband dazu auf den Markt. «Ich habe die Gabe, mich in Menschen einzufühlen und das Wesen des anderen etwas anzunehmen - für eine Weile», sagte er. «Der Porträtmaler muss unter die Haut schauen können.» Es gehe nicht darum, einfach etwas abzubilden, «sondern um die Psyche des Menschen».

«Menschenbilder» malte Rittner auch von Alois Glück, Kardinal Wetter, Senta Berger, Rolf Boysen - und von Heinz Rühmann, den er zwischen Theaterproben zu den Sitzungen traf und den er als «ernsten und stillen Menschen» erlebte. Franz Josef Strauß kam immer zwischen zwei Terminen zu Rittner in dessen Atelier in München-Schwabing. Viel Zeit blieb dem Maler nicht für das Porträt. In nur vier Sitzungen musste er den bayerischen Übervater zu Papier bringen, wie er sich erinnert. Unten, am Eingang zum Atelier, standen Polizisten Spalier.

Im Vorwort zum 1997 erschienenen Bildband «Menschenbilder» schreibt Eckehart Nölle: «Günter Rittner gehört zu der - wie ich fürchte - allmählich aussterbenden Zunft der stilsicheren Porträtmaler.» Rittner selbst sagte der dpa kurz vor seinem Geburtstag: «Ich hoffe, dass ich noch recht lange lebe.»

09:07 07-03-2017
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