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Konsequenz aus Katastrophe: Mehr Schutz für Bangladeschs Arbeiter


Vier Jahre nach dem schwersten Fabrikunglück in der Geschichte Bangladeschs startet eine deutsche Stiftung eine Akademie für Gewerkschaftler. Doch wieviel Arbeiterbewegung lässt das Land zu?

Die Initiative entstand auch vor dem Hintergrund der schweren Katastrophe im April 2013. Damals war der Rana-Plaza-Komplex eingestürzt und hatte Tausende unter sich begraben. 1135 Menschen starben, mehr als 2500 wurden verletzt. Es ist das bis heute schlimmste Fabrikunglück in der Geschichte des Landes.

Seitdem gibt es insbesondere in der Textilindustrie deutliche Fortschritte bei der Arbeitssicherheit in Bangladesch. Mehr als 200 internationale Auftraggeber schlossen sich etwa zum Aktionsplan für Feuer- und Gebäudesicherheit zusammen. Sie wollen nur noch in Fabriken produzieren lassen, die sie mit eigenen Inspektoren an Ort und Stelle überprüft haben. Mehr als 1800 von Bangladeschs Textilfabriken wurden bisher so unter die Lupe genommen.

Allerdings ist der Aktionsplan auf die Textilindustrie beschränkt. Und auch hier gibt es noch Probleme: Eine Studie der New York University mit Daten aus dem Jahr 2015 zeigt, dass es insgesamt rund 7000 Textilfabriken im Land gibt, von denen nur ein Bruchteil offiziell für den Export arbeitet und damit kontrolliert wird. Inoffiziell arbeiten jedoch auch viele kleinere Fabriken als Zulieferer für die großen Unternehmen und so auch für internationale Kunden. Eine Studie des Overseas Development Institute aus London kam im Dezember 2016 zum Ergebnis, dass in den Slums der Hauptstadt Dhaka fast jedes zweite Kind von Kinderarbeit betroffen ist - viele von ihnen im Textilsektor.

Wie schwierig die Lage auch für Gewerkschaften ist, zeigte sich Anfang des Jahres. Während eines monatelangen Streits zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern um Mindestlöhne wurden nach Gewerkschaftsangaben mindestens 1600 Arbeiter entlassen und mindestens 34 Aktivisten festgenommen.

«Wir wollen die Akademie dauerhaft etablieren und dadurch auch die Arbeitnehmer unterstützen, den Arbeitgebern auf Augenhöhe entgegenzutreten», sagte Michael Sommer, stellvertretender Vorsitzender der Friedrich-Ebert-Stiftung, bei der Eröffnung. Franziska Korn, Büroleiterin der FES in Bangladesch, sagte in ihrer Rede: «Wir wollen zu mehr Geschlossenheit in der Gewerkschaftsbewegung beitragen - auch, damit die Vertreter in Krisensituationen schneller reagieren können.»

05:10 21-04-2017




 
 
 
 
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