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«Hereinspaziert!»: Culture-Clash-Komödie mit Christian Clavier


Ein steinreicher Bestsellerautor lädt eine Roma-Familie zu sich in die Nobelvilla ein. Die Culture-Clash-Komödie mit Komödienstar Christian Clavier.

Dieses optimistische Motto in Zeiten des Terrors galt auch für den Blockbuster «Monsieur Claude und seine Töchter» (2014), mit dem Regisseur Philippe de Chauveron und sein Hauptdarsteller Christian Clavier mehr als elf Millionen Zuschauer in die Kinos locken konnten. Das gleiche Gespann legt jetzt mit «Hereinspaziert!» erneut eine Komödie vor, die vom Zusammenprall unterschiedlicher Kulturen und Klassen lebt. Den Megaerfolg des Vorgängers wird diese lauwarme, vorhersehbare Klamotte voraussichtlich nicht toppen - im Vergleich mit dem charmanten Hochzeitsfilm vermisst man als Zuschauer diesmal vor allem Esprit und Witz.

Ein wenig zu selbstgefällig spielt der französische Publikumsliebling Christian Clavier (65) den linksliberalen Bestsellerautor Jean Etienne Fougerole, der sich bei einem TV-Streitgespräch mit einem Populisten zu der Aussage hinreißen lässt, wenn eine hilfsbedürftige Roma-Familie am Tor seiner Luxusvilla stehen würde, wären die Menschen jederzeit bei ihm willkommen.

Zum blanken Entsetzen vor allem von Jean Etiennes steinreicher Ehefrau Daphné (Elsa Zylberstein) stehen am Abend tatsächlich Familienoberhaupt Babik (Ary Abittan) und seine neunköpfige Sippe vor der Tür des wohlhabenden Linken. Zähneknirschend bietet Jean Etienne seinen gepflegten englischen Rasen als Stellplatz für den kaputten Wohnwagen der Roma-Sippe an. Und sein pubertierender Sohn Lionel (Oscar Berthe) knüpft derweil schon einmal zarte Bande zur bildhübschen Tochter des autoritären Patriarchen Babik.

Natürlich sind die Charaktere politisch weitgehend korrekt gezeichnet. Roma-Chef Babik ist ein herzensguter Mensch. Geklaut wird nur, wenn es der Familie zum Überleben hilft. Als dieser Babik auf Betreiben von Jean Etienne einen Job als Museumswächter erhält, erweist sich der struppige Typ in Uniform als knallharter Law-and-Order-Mann. Dagegen bemühen sich die Drehbuchautoren nach Kräften, den eitlen Salonlinken Jean Etienne zu entlarven. Wenigstens ein bisschen, denn natürlich ist auch diese weitgehend pointenfreie Komödie auf ein Happy End gebürstet. Dass dies dann mit einer Hochzeit mit reichlich Blasmusik und Besäufnis irgendwo im Donaudelta zelebriert wird, ist dann doch etwas dick aufgetragen.

Aber auch diese allseitige Harmonie konnte nicht verhindern, dass dem Film beim Kinostart in Frankreich Rassismus vorgeworfen wurde. In der Tat sind es wieder die altbekannten Stereotype, mit denen die Roma-Sippe hier charakterisiert wird. Aber schlimmer noch als dieser Vorwurf wiegt für die Zuschauer die Tatsache, dass «Hereinspaziert!» über weite Strecken einfach nicht witzig ist. Ein Film vom Reißbrett, routiniert, aber uninspiriert zusammengezimmert.

00:45 14-09-2017




 
 
 
 
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