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«Gedanke des Friedens»: Radrennen soll durch Nahen Osten führen


Ein Radrennen soll im kommenden Jahr durch Jordanien, Ägypten, Israel und das Westjordanland führen. Eine besondere Herausforderung. Die Organisatoren sehen ihre Initiative als Zeichen für den Frieden.

«Ich möchte erreichen, dass durch das Rennen der Gedanke des Friedens transportiert wird», sagte der Organisator Gerhard Schönbacher der Deutschen Presse-Agentur in Amman. Der Österreicher hat bereits andere Radrennen wie die Crocodile Trophy in Australien und die Alpen Tour in Österreich ausgerichtet.

Das Sieben-Etappenrennen durch den Nahen Osten ist aber eine besondere logistische und politische Herausforderung. «Ich kann mir gut vorstellen, dass es für Leute aus dem Ausland, aus Europa oder Amerika, sehr reizvoll ist, an einem solchen Rennen teilzunehmen», sagt der Mitarbeiter eines Radgeschäfts in Amman. «Aber für Jordanier wird es schwierig. Sie könnten aus ihrem Umfeld Widerstand gegen die Idee, einfach zum Radrennen nach Israel zu fahren, bekommen.» Schönbacher will sich davon nicht beirren lassen. «Das zeigt die Komplexität der ganzen Angelegenheit», betont er.

Das Rennen soll über insgesamt 681 Kilometer gehen. Unter den sieben Etappen befinden sich ein Einzelzeitfahren auf der Halbinsel Sinai und ein Rundkurs in Amman. Endpunkt der Fahrt ist Jerusalem.

Die ägyptische Sinai-Halbinsel gilt allerdings derzeit grundsätzlich als unsicher. Israel schloss die Grenze zu Ägypten kürzlich zeitweise für seine Staatsangehörigen aus Angst vor einem Terroranschlag. Militante feuerten im Februar von der Sinai-Halbinsel zwei Raketen nach Israel ab. Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in das Grenzgebiet zu Israel.

Für Israelis könnte es eventuell aus Sicherheitsgründen zudem heikel sein, durch Jordanien zu fahren. Die Strecke durch das Westjordanland führt direkt am auch von Touristen stark besuchten Toten Meer vorbei. Palästinenser wiederum dürften sich schwer tun, Visa für die Fahrt durch Israel zu bekommen.

Unterstützung erfährt Schönbacher vor Ort durch den österreichischen Botschafter. «Das ist eine Privatinitiative, die uns sehr wichtig erscheint», sagte Michael Dresser in Amman. «Ihre Stärke liegt darin, dass sie Begegnungen schafft. Und sie könnte der Region auch helfen, sich international in ein anderes Licht zu rücken und positive Effekte für den Tourismus zu haben.»

Das Rennen soll für Amateure und Profis gleichermaßen offen sein. «Es wird unter der Schirmherrschaft der UCI (Weltverband) und nach den Regeln der UCI ausgetragen», sagte Schönbacher. Etwa 500 Teilnehmer aus der ganzen Welt erwartet er für das erste Jahr. «Wir planen das Rennen erst einmal für fünf Jahre.» Den Etat beziffert der 63-Jährige auf rund 1,5 Millionen Euro, die durch Teilnehmergebühren und Sponsoren aufgebracht werden sollen. «Für die Streckensperrung haben uns die Innenministerien aller vier Länder den Einsatz der Polizei zugesichert», sagt Schönbacher.

Beim Vorbereitungsevent, der bis zum 28. April geht, wird die Strecke abgefahren und die lokale Organisation getestet. Auch die Logistik des Transports über die Landesgrenzen ist Bestandteil des Tests. «Ich betreibe seit drei Jahren intensiv Radsport, habe auch schon einige Rennen gewonnen», sagte der 17 Jahre alte Jordanier Saif Al Abed. «Und ich würde sehr gern an dem Etappenrennen nächstes Jahr teilnehmen.»

11:05 25-04-2017




 
 
 
 
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