Friday, December 15, 2017   Last Update: 2:44 PM EST
decrease text size increase text size
Slide background
Suchen:      



Gabriel sichert Mexiko Hilfe im Kampf gegen Kriminalität zu


Das lateinamerikanische Land gehört zu den gefährlichsten Regionen der Welt für Journalisten. Allein in diesem Jahr wurden mindestens sechs Reporter getötet. Deutschland will dem Wirtschaftspartner Mexiko bei der Verbesserung der Menschenrechtslage helfen.

Die Menschenrechtssituation in dem lateinamerikanischen Land ist nach Jahren des Drogenkriegs äußerst angespannt. Jedes Jahr werden mehr als 20 000 Menschen ermordet, Verbrechersyndikate beherrschen ganze Regionen, auch Soldaten und Polizisten sollen in schwere Verbrechen verwickelt sein.

Vor allem Journalisten geraten in Mexiko immer wieder in das Visier korrupter Politiker und krimineller Banden. Seit Jahresbeginn wurden sechs Reporter getötet. «Journalisten, die kritisch berichten, sind Opfer von brutaler Gewalt. Wir wollen der Regierung dabei helfen, das zu bekämpfen», sagte Gabriel.

Allein am vergangenen Montag wurden in Mexiko zwei Journalisten erschossen, darunter der renommierte Reporter Javier Valdez im Bundesstaat Sinaloa. Per Skype sprach Gabriel am Freitag mit dessen Nachfolger als Direktor der Zeitung «Ríodoce», Ismael Bojórquez.

Der Außenminister schlug den Aufbau von Hilfsfonds für die Angehörigen ermordeter Journalisten vor. «Da bin ich auch persönlich bereit, das zu machen», sagte Gabriel.

Der mexikanische Außenminister Videgaray verurteilte die Gewalt gegen Journalisten als «Anschlag auf unsere Demokratie». Bei einem Treffen in der Präsidentenresidenz sprach Gabriel mit Staatschef Enrique Peña Nieto über die angespannte Menschenrechtslage. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel werde bei ihrer Reise nach Mexiko das Thema ansprechen, kündigte Gabriel an. Der Besuch ist für Anfang Juni geplant.

Gabriel gab in Mexiko den Startschuss zu einer Werbetour für die Hannover Messe. Als erstes lateinamerikanisches Land wird Mexiko im kommenden Jahr Partnerland der größten Industriemesse der Welt sein. «Mexiko ist unser wichtigster Partner in Lateinamerika. 1900 deutsche Unternehmen sind hier mit vielen Tausenden Arbeitsplätzen», sagte Gabriel.

Mexiko versucht derzeit, seine Wirtschaftsbeziehungen zu diversifizieren. Die Zukunft der Beziehung zum wichtigsten Handelspartner USA steht in den Sternen, weil Präsident Donald Trump das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (Nafta) mit Kanada und Mexiko neu verhandeln will.

«Wir stehen bereit, den Freihandel mit Mexiko auszubauen», sagte Gabriel. Das Handelsvolumen zwischen Deutschland und Mexiko beträgt rund 18 Milliarden US-Dollar. «Um neue Investition anzulocken, muss allerdings die Sicherheitslage verbessert werden», sagte Gabriel.

Auch der geplante Mauerbau an der US-Grenze sorgt in Mexiko immer wieder für Ärger. Er gehe nicht davon aus, dass sich deutsche Unternehmen am Bau einer durchgehenden Grenzmauer zwischen den USA und Mexiko beteiligen werden, sagte Gabriel. «Ich kenne kein deutsches Unternehmen, das sich dafür interessiert, daran teilzunehmen.»

Derzeit wird das Freihandelabkommen mit der EU aktualisiert. Vor allem die Regelungen zu geistigem Eigentum, Investitionsschutz und Marktzugang sollen angepasst werden. «Wir unterstützen sehr die Modernisierung des Abkommens zwischen Mexiko und der Europäischen Union», sagte Gabriel. «Wir sind überzeugt, dass das im beiderseitigen Interesse ist.»

03:03 20-05-2017




 
 
 
 
Mostly Chocolate
Niche
European Deli
Washington Sängerbund
 
sb btm
 

Anzeigen

1
 
2
 
3