Friday, June 23, 2017   Last Update: 4:43 AM EST
decrease text size increase text size
Slide background
Slide background
Suchen:      



Führungswechsel bei der Bahn – Richard Lutz übernimmt für fünf Jahre


Sechs Wochen nach dem überraschenden Rücktritt Rüdiger Grubes soll beim Bundeskonzern Deutsche Bahn endlich wieder Ruhe einkehren. Die Weichen dafür sind nun gestellt, eine Umsetzung in den nächsten Tagen gilt als sicher. Kommt die Bahn besser in Schwung?

Lutz' Wahl ist für Mittwoch (22. März) geplant. Schon am nächsten Tag hat er dann voraussichtlich seinen ersten Auftritt als Bahnchef: Der Bundeskonzern legt seine Bilanz für 2016 vor. Nach einem Verlustjahr kehrte die Bahn zuletzt wieder in die schwarzen Zahlen zurück.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) empfahl den Vertretern der Anteilseigner am Samstag im Bahn-Aufsichtsrat die Wahl von Lutz an die Konzernspitze. Neben der Ernennung des Managers steht auch ein Umbau des Vorstands an. Die Bahn-Tochter für den kriselnden Schienengüterverkehr in Deutschland, DB Cargo, soll ein eigener Bereich werden - ebenso wie das Thema Digitalisierung. Wer diese Vorstandsressorts demnächst übernimmt, ist noch offen.

Zum Vorstand gehören bisher Ulrich Weber (Personal), Berthold Huber (Personenverkehr) und Ronald Pofalla (Infrastruktur). Der frühere Kanzleramtsminister Pofalla wäre selbst gern Bahnchef geworden, kam aber nicht zum Zug, weil Union und SPD sich im Bundestagswahljahr keine Mauschelei-Vorwürfe einhandeln wollten. Lutz soll für fünf Jahre an die Bahn-Spitze kommen - die Verträge Pofallas und Hubers sollen um dieselbe Zeit verlängert werden, wie Dobrindt ebenfalls vorschlug.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) kritisierte mit Blick auf die Personalie Lutz, dass dieser zumindest übergangsweise sowohl Vorstandschef als auch weiter Finanzchef sein solle. «Auch hätten wir uns gewünscht, dass sein Name nicht so schnell öffentlich wird, ehe nicht alle Beteiligten im Aufsichtsrat informiert sind», hieß es von den Arbeitnehmern. Bei der internen Vorentscheidung für den Bahnchef überlasse man der Kapitalseite aber in der Regel das Vorschlagsrecht.

Amtsinhaber Rüdiger Grube war im Januar im Streit um eine Vertragsverlängerung überraschend zurückgetreten. Zuvor hatte er die Trendwende in der Konzernbilanz angekündigt. Bei der Zahlenvorlage am Donnerstag wird das Unternehmen einen Betriebsgewinn von knapp zwei Milliarden Euro ausweisen, wie aus dem Umfeld der Bahn verlautete. Das entspräche einem Plus von 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

2015 hatte der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) knapp 1,8 Milliarden Euro betragen, unterm Strich drückten Abschreibungen für den Schienengüterverkehr und Konzernumbau das Ergebnis aber ins Minus. Damit wird diesmal nicht gerechnet. Der Umsatz wuchs 2016 auf die Rekordsumme von 40,6 Milliarden Euro (Vorjahr: 40,4 Mrd Euro).

Der Schienengüterverkehr in Deutschland bleibt unter Druck, während sich das Geschäft mit ICE- und Intercity-Fahrten stabilisierte. Streiks, Unwetter und die Fernbus-Konkurrenz hatten 2015 Einbußen gebracht. Marktanteile verlor die Bahn im Regionalverkehr.

16:08 19-03-2017




 
 
 
 
Sweet-bigger
Washington Sängerbund
health und treats
 
sb btm
 

Anzeigen

1
 
2
 
3