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Frau, die Parkland-Schützen bei sich aufnahm, bricht ihr Schweigen


17 Menschen erschoss Nikolas Cruz Mitte Februar in einer Schule in Florida. Die Tat hätte verhindert werden können, sagt nun auch die Frau, die den Teenager nach dem Tod seiner Mutter bei sich aufnahm. Warnsignale gab es viele. Auch die Polizei sei informiert gewesen.

In Begleitung der Star-Anwältin Glorida Allred sprach Deschamps bei der Pressekonferenz in einem New Yorker Hotel erstmals öffentlich über die Geschehnisse. Sie las unter Tränen eine Stellungnahme vor und beantwortete keine weiteren Fragen. Deschamps habe ihre Sicht der Dinge darstellen wollen, sagte Allred.

Sie habe Nikolas Cruz, seinen Bruder Zackary und seine Mutter Lynda vor ungefähr zehn Jahren als Nachbarn in Parkland im US-Bundesstaat Florida kennengelernt, sagte Deschamps. Ihre zwei Söhne und die Cruz-Kinder hätten miteinander gespielt und sie habe sich mit Lynda angefreundet. «Sie war für mich wie eine Mutter.»

Schon damals habe sie aber immer wieder Waffen im Haus der Cruz-Familie gesehen. Nikolas Cruz habe sowohl seiner Mutter als auch seinem Bruder Waffen an den Kopf gehalten und sich nicht dazu bringen lassen, die Munition wegzusperren. Lynda Cruz, die ihre Kinder zu diesem Zeitpunkt alleine großzog, habe Angst vor ihrem Sohn gehabt.

Im Oktober 2016 habe sie Lynda Cruz versprochen, sich um ihre Kinder zu kümmern, falls ihr etwas zustoße, sagte Deschamps. Ein Jahr später sei Cruz mit Lungenentzündung und Grippe ins Krankenhaus gekommen. Sowohl Nikolas und Zackary Cruz als auch Deschamps waren dabei, als Lynda Cruz kurz darauf starb.

Die beiden Jungs seien daraufhin mit ihren Hunden bei ihr eingezogen, sagte Deschamps. Die Waffen hätten sie vorher bei einem Freund abgeben müssen. Nikolas Cruz habe weniger als einen Monat in ihrem Haus gelebt, trotzdem habe sie in diesem Zeitraum dreimal die Polizei rufen müssen - zweimal, weil sie Sorge hatte, dass er eine neue Waffe gekauft habe, und einmal, weil er handgreiflich gegenüber ihrem Sohn geworden sei. Sie habe der Polizei alles erzählt, auch, dass Cruz depressiv sei und seine Medikamente nicht nehme, sagte Deschamps. «Aber die Polizei sagte mir, dass sie nichts machen können.» 

Kurz vor der Tat habe sie Cruz ihres Hauses verwiesen, sagte Deschamps. «Ich habe ihm gesagt, dass er sich zwischen uns und seiner neuen Waffe entscheiden muss. Er hat sich für die Waffe entschieden.» Cruz habe daraufhin bei verschiedenen Freunden gelebt, die sie ebenfalls gewarnt habe. «Am Tag vor dem Amoklauf hat Nikolas mir eine SMS geschrieben. Er hat sich Sorgen um die Hunde gemacht.» 

Cruz steht derzeit vor Gericht, die Staatsanwaltschaft fordert die Todesstrafe. Nach dem Massaker am Valentinstag war in Florida und weit darüber hinaus eine Protestbewegung von Schülern entstanden. Mehrere engagierte Jugendliche erhoben in den Medien und bei diversen Protestaktionen ihre Stimme, um härtere Waffengesetze und ein Umdenken bei US-Politikern zu fordern. Am kommenden Wochenende wollen sie beim «March for Our Lives» in Washington protestieren.

21:17 20-03-2018




 
 
 
 
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