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Eiszeit nach Mord an Italiener vorbei: Neuer Botschafter in Kairo


Vor mehr als eineinhalb Jahren wurde der Italiener Giulio Regeni in Ägypten gefoltert und ermordet. Welche Rolle die ägyptischen Behörden gespielt haben, ist noch immer unklar. Trotzdem schickte Rom nun wieder einen Botschafter an den Nil.

Gleichzeitig schickte auch Ägypten einen neuen Botschafter, Hischam Badr, auf die vakante Position in Rom. Italien hatte seinen höchsten Vertreter in Ägypten 2016 zurückgerufen, nachdem die Leiche des italienischen Doktoranden Giulio Regeni gefunden worden war. Der Fall ist auch wegen der offensichtlich mangelhaften Bereitschaft der ägyptischen Regierung zur Zusammenarbeit noch immer nicht aufgeklärt. Als Grund Roms, das Verhältnis zu normalisieren, werden neben politischen auch wirtschaftliche Gründe genannt.

Regeni hatte für seine Doktorarbeit in Cambridge über die ägyptische Gewerkschaftsbewegung geforscht - einem sehr sensiblen Thema in dem autoritär geführten Land. Die verstümmelte und mit Foltermalen übersäte Leiche des 28-Jährigen war im Februar 2016 an einer Überlandstraße in Ägypten gefunden worden. Es besteht der Verdacht, dass Regeni Opfer von ägyptischen Sicherheitskräften geworden ist.

Die «New York Times» hatte im August berichtet, US-Geheimdiensten lägen Beweise für die Verantwortung ägyptischer Behörden vor. Ein ehemaliger Mitarbeiter des damaligen US-Präsidenten Barack Obama wird in dem Bericht mit den Worten zitiert: «Es gab keinen Zweifel.» Die Umstände von Regenis Tod seien im Detail bis in die höchste ägyptische Regierungsebene bekannt. Es sei aber unklar, ab wann die Führung von Präsident Abdel Fattah al-Sisi vom Fall Regeni erfahren habe und wer den Befehl zu seiner Ermordung gab.

Und der Fall Regeni sorgt auch nach mehr als eineinhalb Jahren noch für Schlagzeilen in Ägypten: Wie am Mittwoch bekannt wurde, nahmen die ägyptischen Behörden den Menschenrechtsanwalt Ibrahim Metwalli am Sonntag am Flughafen Kairos fest, als dieser zu einer UN-Konferenz nach Genf fliegen wollte. Der Ägypter wurde auch dadurch bekannt, dass er das Verschwinden Regenis untersucht hatte.

Dem Juristen wird die illegale Gründung einer Vereinigung («Vereinigung der Familien der Verschwundenen in Ägypten») vorgeworfen. Auch soll er Falschinformationen verbreitet haben, teilte das Büro des Staatsanwaltes der ägyptischen Staatssicherheit am Mittwoch mit. Metwalli kann nun zunächst 15 Tage von den Behörden festgehalten werden.

16:34 13-09-2017




 
 
 
 
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