Monday, October 23, 2017   Last Update: 2:38 PM EST
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Dax schafft erstmals Sprung über 13 000 Punkte


Mehr als 13 Prozent Plus seit Ende 2016 - der Dax steigt immer weiter. Außenpolitische Krisen lassen die Anleger kalt, vielmehr schiebt die gute Konjunktur im Euroraum die Kurse an. Experten schließen weitere Rekorde nicht aus.

Der Dax beendete mit dem Angriff eine tagelange Durststrecke, in der er knapp unterhalb von 13 000 Punkten stagniert war. Mehrfach hatte er sich bis auf wenige Punkte genähert und dann wieder den Schwung verloren. «Die Marke war fällig und sie wurde mit reichlich Vorlauf und unsagbar zäher Annäherung genommen», sagte Daniel Saurenz von Feingold Research.

Allein im September - einem traditionell eigentlich eher schwachen Börsenmonat - hatte der Dax 6,4 Prozent gewonnen. Im bisherigen Jahresverlauf liegt er mehr als 13 Prozent im Plus.

Hintergrund der erfreulichen Entwicklung am deutschen Aktienmarkt sind die guten Wirtschaftsperspektiven der Eurozone. Ein wichtiger Treiber des jüngsten Kurssprungs ist zudem der Eurokurs, der zwischenzeitlich wieder zum US-Dollar etwas zurückgefallen war. Eine schwächere Gemeinschaftswährung ist positiv für die Exportwirtschaft der Eurozone und treibt für gewöhnlich auch die Aktien der exportlastigen Unternehmen im Dax an. Hintergrund ist die US-Geldpolitik, denn eine weitere Zinserhöhung in den USA im Jahr 2017 scheint ausgemachte Sache.

Zugleich haben sich die Anleger ein dickes Fell in Sachen Krisen zugelegt: Ängste rund um geopolitische Spannungen wie dem Nordkorea-Konflikt legten sich. Das jüngste innenpolitische Hickhack in Spanien wegen der Unabhängigkeitsbestrebungen der Region Katalonien ließ die Anleger am hiesigen Aktienmarkt kalt. In Deutschland wird derweil auf politische Stabilität auch unter einer möglichen Jamaika-Regierungskoalition aus CDU/CSU, Grünen sowie FDP gesetzt.

Experten blicken nun gespannt voraus, ob der Dax die Marke nachhaltig überwinden kann. Tim Albrecht von der Deutschen Bank etwa hält es für möglich, dass sich der Leitindex im nächsten Jahr auf die Marke von 14 000 Punkten zubewegt.

Auch in der zweiten Börsenreihe wurden am Donnerstag teilweise Bestmarken erreicht. Der TecDax etwa legte um 0,60 Prozent auf 2525,04 Punkte zu und erreichte den höchsten Stand seit 16 Jahren. Der Kleinwerte-Index SDax stieg um ein halbes Prozent und schraubte seinen Rekord bis auf 12 131,80 Zähler nach oben. Dem MDax der mittelgroßen Werte jedoch fehlt noch etwas zu einer erneuten Bestmarke: Er schloss 0,48 Prozent höher bei 26 059,46 Punkten.

Die Einigung mit der insolventen Air Berlin über den Kauf großer Unternehmensteile trieb die Lufthansa-Aktien auf den höchsten Stand seit Februar 2001. Sie stiegen in der Spitze bis auf 25,535 Euro. Am Ende notierten sie noch 2,30 Prozent höher bei 25,125 Euro und waren damit der Spitzenwert im Dax. Die Aktien von Air Berlin, die sich allerdings im Cent-Bereich bewegen, machten daraufhin einen Satz nach oben um fast die Hälfte.

Aktien von Südzucker machten ihre Kursgewinne vom Vortag, die sie wegen der Prognoseanhebung ihrer Bioethanol-Tochter Cropenergies verzeichnet hatten, nach der Zahlenvorlage mit einem Minus von 2,35 Prozent postwendend wieder zunichte. Die Unsicherheit bei der Aktie bleibt wegen der Liberalisierung des europäischen Zuckermarktes hoch. Südzucker selbst stellt sich auf mehr Gegenwind im zweiten Halbjahr ein.

Die Anteile der Norma Group hingegen profitierten im Index mittelgroßer Werte mit einem Kursgewinn von 3,36 Prozent von einer Kaufempfehlung.

Auch im TecDax machten sich Analystenstimmen positiv bemerkbar: Aktien von RIB Software näherten sich mit einem Satz nach oben um 6,5 Prozent erstmals denkbar knapp der 20-Euro-Marke. Auch bei Drägerwerk äußerten sich Experten optimistisch: Die Titel kletterten um 4 Prozent.

Entgegen dem Dax schloss der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 knapp mit 0,05 Prozent im Minus bei 3605,54 Punkten. Für den Cac-40-Index in Paris ging es ähnlich knapp nach unten, während der Londoner FTSE 100 um 0,30 Prozent stieg. Der US-Leitindex Dow Jones stand zu Handelsschluss in Europa so gut wie unverändert. Kurz danach erreichte er aber ebenfalls einen Rekordstand bei 22 884 Punkten.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,26 Prozent am Vortag auf 0,25 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg knapp um 0,01 Prozent auf 141,21 Punkte. Der Bund Future gewann 0,17 Prozent auf 161,45 Punkte. Der Euro bewegte sich wenig: zuletzt wurden 1,1841 US-Dollar für die Gemeinschaftswährung gezahlt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1856 (Mittwoch: 1,1830) US-Dollar festgesetzt.

17:04 12-10-2017




 
 
 
 
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