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Arsenals Wenger stützt «kölschen Wenger»: Nun auch Stöger unter Druck


Auf das Spiel gegen den FC Arsenal haben die Fans des 1. FC Köln lange hingefiebert. Im Falle weiterer Misserfolge droht die Stimmung gegen den bisher unantastbaren Coach Stöger zu kippen.

Die Rückendeckung für den FC-Coach gerade von Wenger war ganz besonders. Denn Kölns Vize-Präsident Toni Schumacher hatte schon mehrfach den Wunsch geäußert, Stöger solle der «kölsche Wenger» werden. Der Elsässer coacht die Gunners seit 1996. Stöger ist seit 2013 FC-Trainer und hatte deshalb scherzhaft erklärt: «Für kölsche Verhältnisse bin ich schon der Wenger des FC.»

Auf die Frage, was er mit dem prominenten Vorbild gemein habe, wurde Stöger am Mittwoch aber ehrfürchtig: «Parallelen zu benennen, würde ihm nicht gerecht werden. Er ist ein echter Sir mit einer tollen Spielidee.» Das Plädoyer des Kollegen wird Stöger aber gut tun, denn die Stimmung gegen den bislang ungemein beliebten und bisher unantastbaren Österreicher droht zumindest zu kippen.

Der Blick in die Zeitungen war für ihn in dieser Woche jedenfalls kein Vergnügen. «Krisensitzungen» über seine Zukunft habe es gegeben, hieß es dort. Er habe eine «Schonfrist» von zwei Spielen. Und es gab Abstimmungen, ob er FC-Trainer bleiben oder gehen soll - mit gemischten Ergebnissen. Von seiner Politik der ruhigen Hand lässt sich Stöger aber auch dadurch nicht abbringen.

«Damit kann und muss ich leben», sagte der 51-Jährige: «Ich bin nicht persönlich gekränkt oder beleidigt. Ich habe auch Verständnis dafür. Wir haben zwei Punkte in der Bundesliga, das ist einfach schlecht. Aber ich stelle mich weiter der Verantwortung, das Beste rauszuholen.»

Das Treuebekenntnis von Alexander Wehrle, nach dem Rückzug von Jörg Schmadtke einziger Geschäftsführer, hatte zuletzt zumindest vorsichtiger geklungen. Gegen Arsenal und am Sonntag gegen die Hertha werde er auf der Bank sitzen, hatte Wehrle nur gesagt. Ob Stöger darüber hinaus Köln-Trainer bleibt, entscheiden aber nicht nur die Leistungen und Ergebnisse in diesen beiden Spielen, sondern vor allen der neue Sportchef. Wann dieser kommt und wer es wird, ist noch offen, eine Entscheidung steht aber offenbar kurz bevor.

Die Mannschaft steht weiterhin hinter dem Trainer, das hat der Spielerrat nach Informationen der «Bild»-Zeitung am Dienstag der Vereinsspitze bestätigt. «Jörg Schmadtke ist schon weg. Deshalb wollen wir jetzt gucken, dass wir das gemeinsam schaffen», sagte Torhüter Timo Horn: «Am Trainer liegt es nicht. Die Frage zu stellen ist auch Quatsch.» Gleichzeitig forderte Horn aber veränderte Abläufe und einen «anderen Zug» in der Mannschaft. Die Frage, was damit gemeint sein könnte, konnte oder wollte Stöger nicht beantworten: «Da müssen Sie Timo Horn fragen, welchen Zug er gerne sehen möchte.»

Das Spiel gegen Arsenal bietet dem FC aber nicht nur Ablenkung und die Chance auf einen Erfolg für die Vereins-Chronik. Nach dem 5:2 gegen BATE Borissow - bei dem die Kölner ein Tor mehr erzielten als in zwölf Bundesligaspielen zusammen - ist das Weiterkommen zwei Spiele vor Ende der Gruppenphase durchaus noch möglich. «Es ist ein anderer Bewerb», sagte Stöger wienerisch: «Da sind die Chancen im Takt und die wollen wir weiter am Leben halten.»

Eine Chance könnte sein, dass die Gunners das Weiterkommen schon gesichert haben. Stars wie Alexis Sanchez oder die Weltmeister Mesut Özil und Shkodran Mustafi haben die Reise nach Köln gar nicht erst angetreten.

18:05 22-11-2017




 
 
 
 
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