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Arbeitnehmer beklagen Chaos bei Air Berlin


Koffer bleiben liegen, Crews sprechen von Dienstplan-Desaster - ohne Reibungsverluste gelingt der Umbau der kriselnden Fluggesellschaft offensichtlich nicht. Das Management spricht von Einzelfällen.

Hintergrund ist, dass Air Berlin Verwaltungsstellen von Düsseldorf nach Berlin verlegt. Das Management handle hier übereilt und löse so ein Chaos aus, sagte die zuständige Verhandlungsführerin Anja Schlosser bei der Gewerkschaft Verdi. Viele erfahrene Dienstplaner hätten Air Berlin verlassen, weil sie nicht umziehen wollten.

In ihrem Brief vom 10. April werfen die Beschäftigten dem Vorstand um den neuen Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann blinden Aktionismus vor. Dienstpläne würden verspätet vorgelegt. Die Vorgaben überschritten die Belastungsgrenze der Mitarbeiter. Zudem seien Überstunden für Teilzeit-Beschäftigte zu spät ausbezahlt worden. Die Beschäftigten kritisieren auch die Probleme bei der Gepäckabfertigung, wie sie seit Wochen am Berliner Flughafen Tegel herrschen. Am Donnerstag berichtete die «Bild»-Zeitung über das Schreiben.

Air Berlin wies den Vorwurf verspäteter Zahlungen als falsch zurück. In anderen Personalfragen gebe es in Einzelfällen Verzögerungen, sagte Sprecher Kunkel. «Wie bei Umstrukturierungen nie ganz auszuschließen, kann es leider vereinzelt zu Engpässen bei der Erreichbarkeit für die Crew kommen, aber diese Themen sind bekannt und vielfach mit der Belegschaft diskutiert», sagte der Sprecher.

Die zuständigen Kollegen täten ihr Bestes, «damit der Umzug nach Berlin so reibungsarm wie möglich über die Bühne geht». Vom Umzug von Düsseldorf nach Berlin sind nach dpa-Informationen rund 40 Mitarbeiter betroffen.

Zugleich wies Air Berlin Spekulationen zurück, ein Treffen von Vorstandsmitgliedern mit Vertretern der Flugbegleitergewerkschaft Ufo am Donnerstag habe etwas mit einer möglichen Eingliederung bei Lufthansa zu tun. «Es gibt weder einen Geheimplan noch ein Geheimtreffen», sagte Kunkel. Das Treffen mit Ufo zum Umzug von Düsseldorf nach Berlin sei «seit Anfang Februar fest vereinbart».

Air Berlin vermietet seit Februar schrittweise bis zu 38 Mittelstreckenjets samt Personal an den Lufthansa-Konzern - vor allem an dessen Tochter Eurowings. Das Touristikgeschäft soll auf Basis der österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki in einem Bündnis mit der arabischen Airline Etihad und dem Ferienflieger Tuifly aufgehen. Dieser Zusammenschluss dürfte dem Vernehmen nach nicht vor dem Winterflugplan Wirklichkeit werden.

14:51 20-04-2017




 
 
 
 
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